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Schotel bis Schott (Bd. 6, Sp. 12 bis 13)
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Artikelverweis Schotel, Johann Christian, holländ. Maler, geb. 11. Nov. 1787 in Dordrecht, gest. daselbst 22. Dez. 1838, Schüler M. Schoumans, führte mit diesem zwei große Bilder aus, den Rückzug der Franzosen von Dordrecht 1814 und das Bombardement von Algier durch die Holländer und Engländer 1816, und wurde später der berühmteste holländische Marinemaler seiner Zeit. Seine Bilder, auf denen er gern das Herannahen des Sturmes, den aufzischenden Schaum und den Aufruhr des Elements schilderte,

[Bd. 6, Sp. 13]


sind vortrefflich gezeichnet. Vgl. seines Sohnes Jacobus S. »Leven van den zeeschilder J. C. S.« (Dordrecht 1840). Ein zweiter Sohn von ihm, Peter Johann, geb. 1808 in Dordrecht, gest. 1865 in Dresden, war ebenfalls ein fruchtbarer Marinemaler.
 
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Schoten, in der Nautik, s. Meyers Schothorn.
 
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Schotendorn, s. Gleditschia und Robinia.
 
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Schotenklee, s. Meyers Lotus; auch soviel wie Melilotus officinalis.
 
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Schotenpfeffer, s. Capsicum.
 
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Schoterland (spr. ß-choterland), Gemeinde in der niederländ. Provinz Friesland, 15,249 Hektar groß, im SO. begrenzt durch die Tjonger oder Kuinder, besteht aus 19 Dörfern, unter denen Meyers Heerenveen (s. d.) das vornehmste ist, und hat (1904) 14,923 Einw., die pou Ackerbau, Viehzucht und Torfstich leben.
 
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Schothorn, untere Ecke eines Segels. Am S. greifen die Schoten an, die, aus Tauwerk, bei den Marssegeln auch aus Kette, die Verbindung des Segels mit der Rahe unter dem Segel vermitteln. Vgl. Takelung.
 
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Schötmar, Dorf im Fürstentum Lippe, an der Bega und der Staatsbahnlinie Herford-Altenbeken, hat eine evang. Kirche, Synagoge, eine Cakes- und Biskuitfabrik, 2 Kammfabriken, eine Zellulosefabrik, Zigarrenfabriken und (1905) 3520 Einw.
 
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Schotschen, seemännisch soviel wie ruckweise rutschen.
 
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Schott, auf eisernen Schiffen eine wasserdichte Quer- oder Längswand im Schiffsinnern; Halbschott, ein S., das nicht bis zum Oberdeck hinausgeführt ist. Vgl. Kollisionsschott u. Schiffbau, S. 771.
 
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Schott, arab. Name für die im N. und Süden des Atlas bis an die Große Syrte sich in Reihen hinziehenden Salzsümpfe. Zwischen dem Großen und dem Kleinen Atlas liegt die 8001100 m hohe Hochebene der Schotts, und auf dieser sind, von W. nach O. gerechnet, am wichtigsten S. Tigri und S. el Gharbi, dann der sehr lange, in drei Teile zerfallende S. el Schergi, dann die Sebcha Naama südwestlich von letzterm. Östlich folgen Zahrez Rharbi und Zahrez Schergi in 900 m Höhe, dann der S. el Hodna zwischen dem südlichen Atlas und der Querkette von Aumale bis Batna, durch die ein Gebiet mit mehreren kleinen Schotts zwischen Setif und Tebessa abgetrennt wird. Diese Hochebene der Schotts, im O. nur 80, im W. 170 km breit, ist eine Steppenregion mit hartblätterigen Gräsern (Esparto), die zu Papier verarbeitet werden. Weit bedeuten der ist das Gebiet der tiefgelegenen Schotts, das sich am Südrande des Großen Atlas vom südwestlichen Algerien durch das südliche Tunis bis zum Golf von Gabes zieht; hier sind die wichtigsten das S. Meruan, S. el Melrhir, S. Gharsa, S. el Dscherid, S. el Fedschedsch mit vielfachen Verzweigungen. Diese Schotts sind Reste eines ehemaligen größern Binnensees, der durch die zunehmende Trockenheit des nordafrikanischen Klimas mehr und mehr einschrumpfte, so daß der Spiegel des S. el Melrhir sogar bis 31 m, der S. Gharsa 20 m unter den Meeresspiegel gesunken ist. Der Plan, das Gebiet der letztgenannten Schotts (14,000 qkm) durch Durchstechung der 22 km breiten und an 52 m hohen, aus Kalk und Sandstein bestehenden Landenge von Gabes unter Wasser zu setzen, wurde wegen der hohen Kosten und zu geringer Vorteile aufgegeben (s. Sahara, S. 424). Jetzt sind einige der Schotts trocken gelegt und durch Entwässerung des Fetzara bei Bone und des Sebcha von Oran 3400 Hektar guten Landes gewonnen. Vgl. Roudaire, Une mer intérieure en Algérie (Par. 1874).

 

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