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Schoenocaulon bis Schonung (Bd. 6, Sp. 5 bis 6)
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Artikelverweis Schoenocaulon A. Gray (Sabadilla Brandt, Asagraea Lindl.), Gattung der Liliazeen, Zwiebelgewächse mit grasartigen Wurzelblättern, schaftständiger, gedrängter, vielblütiger Ähre und eiförmiger oder länglicher, papierartiger, vielsamiger Kapsel. Fünf Arten in Nord- und Mittelamerika. S. officinale A. Gray (mexikanisches Läusekraut, Cebadilla, Cabadilla), mit 0,51,25 m langen Blättern, bis 1 m hohem Blütenschaft und gelben Blüten, wächst am östlichen Abhang der Anden von Mexiko, in Guatemala und Venezuela, wird besonders bei Veracruz kultiviert und liefert die früher arzneilich benutzten Fructus sabadillae (Sabadillsamen). Diese enthalten Fett, Harz, Bitterstoff und Veratrin; sie dienten früher als Läusekörner gegen Ungeziefer etc. und werden jetzt zur Darstellung von Veratrin benutzt. Die Pflanze und deren Gebrauch wurde zuerst von Monarda 1517 beschrieben; die Droge kam 1726 nach Deutschland, die Zwiebel dient in Mexiko als Wurmmittel.
 
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Schönos, Hafen des alten Meyers Korinth (s. d., S. 495).
 
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Schönrebe, s. Meyers Eccremocarpus.
 
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Schönsee, 1) Stadt im bayr. Regbez. Oberpfalz, Bezirksamt Oberviechtach, an der Ascha, 655 m ü. M., hat eine kath. Kirche, Glasschleif- und Polierwerke, ein Sägewerk, Bierbrauerei und (1905) 1403 kath. Einwohner. 2) (Poln. Kowalewo) Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Briefen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Posen-S., Bromberg-S., S.-Straßburg i. W. u. a., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Reste einer Ordensburg, ein Pädagogium, eine Zuckerfabrik, eine Kalksandsteinfabrik, eine Dampfmahl- und 3 Dampfschneidemühlen, Dampfmolkerei und (1905) 2352 meist kath. Einwohner.
 
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Schönsittich, s. Meyers Papageien, S. 384 (7).
 
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Schönstedt, Karl Heinrich, preuß. Justizminister, geb. 6. Jan. 1833 in Broich bei Mülheim a. d. Ruhr, studierte 185053 die Rechte, trat in den Staatsjustizdienst, war Kreisrichter in Broich und Duisburg, dann Hilfsarbeiter im Justizministerium, Appellationsgerichtsrat in Glogau, wurde 1880 Landgerichtsdirektor in Frankfurt a. M., dann Landgerichtspräsident

[Bd. 6, Sp. 6]


in Kassel und Oberlandesgerichtspräsident in Celle. Als Nachfolger Meyers Schellings (s. d. 3) war er 18941905 Justizmimster, seit 1895 Kronsyndikus und Mitglied des Herrenhauses.
 
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Schönstein, Marktflecken in Steiermark, Bezirksh. Windischgraz, am Pockbach (Zufluß der Sann), an der Staatsbahnlinie Zeltweg-Cilli, Sitz eines Bezirksgerichts, hat eine Burgruine (Pustihrad), ein neues Schloß, Lederfabrikation, Sägewerke und (1900) 1096, mit der Gemeinde S.-Umgebung 3022 slowen. Einwohner. Nordwestlich das Dorf Topolschitz mit kohlensäurehaltiger Therme (30°), Wasserheilanstalt und 1234 Einw.
 
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Schönsteinhöhle, Höhle bei Streitberg in der Fränkischen Schweiz, 102 m lang, hat schöne Stalaktiten und eine merkwürdige, 60 m hohe Dolomitenfelsgruppe, den sogen. Schwibbogen.
 
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Schöntal, Dorf im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Künzelsau, an der Jagst, an der Eisenbahn Möckmühl-Dörzbach, hat eine schöne kath. Kirche (ehemalige Klosterkirche, in deren Kreuzgang Götz von Berlichingen begraben liegt), ein evangelisch-theologisches Seminar, ein Forstamt und (1905) 470 Einw. S. war ehedem reichsfreie Cistercienserabtei, wurde 1802 säkularisiert und fiel als Entschädigung an Württemberg. Vgl. Bossert, E. Paulus und Schmid, Schöntal. Beschreibung und Geschichte des Klosters und Seminars (Stuttg. 1884).
 
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Schönthan, Franz von, Edler von Pernwald, Bühnendichter, geb. 20. Juni 1849 in Wien, trat in die österreichische Marine, verließ aber nach vier Jahren den Dienst und ging, seiner Neigung folgend, zur Bühne. Zugleich begann er zu schreiben, anfänglich Feuilletons, Novellen für Zeitschriften, endlich Bühnenstücke; doch gelang es ihm erst 1879, mit dem Lustspiel »Das Mädchen aus der Fremde«, seinen Namen in weitern Kreisen bekannt zu machen. S. ward infolgedessen als Theaterdichter am Wallner-Theater in Berlin angestellt, brachte zunächst (1880) seinen Schwank »Sodom und Gomorrha«, sodann die in Gemeinschaft mit G. v. Moser verfaßten Stücke: »Der Zugvogel« und »Krieg im Frieden« zur Ausführung, welche die Runde über die deutschen Bühnen machten. 1883 wurde er zum Oberregisseur am Wiener Stadttheater ernannt, doch fand seine Wirksamkeit daselbst durch den Brand des Theaters (1884) ein baldiges Ende. Er lebte seitdem teils in Berlin, teils auf seiner Besitzung in Brunn am Gebirge bei Wien, dann längere Zeit in Dresden und ließ sich schließlich in Wien nieder. Er schrieb ferner die Lustspiele, die oft possenhaften Charakter haben: »Unsre Frauen« (mit G. v. Moser, 1881), »Der Schwabenstreich« (1883), »Kleine Hände« (nach Labiche, 1883), »Roderich Heller« (1884), »Villa Blancmignon« (1885), »Cornelius Voß« (1888), »Papa« (1890), »Das goldene Buch«, Schauspiel (1891), »Zirkusleute« (1893), »Maria Theresia« (1903), »Klein Dorrit« (1905), »Drei Erlebnisse eines englischen Detektivs« (1906); mit seinem Bruder Paul (s. unten) die beiden Schwänke: »Der Raub der Sabinerinnen« (1885) und »Das Gelobte Land« (1892); im Verein mit Gustav Meyers Kadelburg (s. d.) die Lustspiele: »Goldfische« (1886), »Die berühmte Frau« (1887), »Zwei glückliche Tage« (1893), »Der Herr Senator« (1894), »Zum wohltätigen Zweck« (1895), und mit Franz Koppel-Ellfeld (s. d.): »Komtesse Guckerl« (1896), »Renaissance« (1896), »Die goldne Eva« (1896), »Helgas Hochzeit« (1897), »Frau Königin« (1900), »Florio und Flavio« (1901); mit Chiavacci das Volksstück: »Aus'n Herzen heraus« (1901); mit Graf Baudissin: »Im bunten Rock« (1902). Außerdem veröffentlichte er: »Kleine Münze. Epigramme und Sinnsprüche« (Berl. 1890) und die Erzählung »Der General« (Bresl. 1894). Mit seinem Bruder Paul v. S., geb. 19. März 1853, der als Journalist in Wien lebte und daselbst 5. Aug. 1905 starb, gab er auch »Kleine Humoresken« (Leipz. 188287, 4 Bde.) u. a. heraus. Selbständig veröffentlichte der letztere zahlreiche Erzählungen und Romane: »Welt- und Kleinstadtgeschichten« (Dresd. 1889), »Aus der großen und kleinen Welt« (Berl. 1891), »Ringstraßenzauber« (Wien 1894; 5. Aufl., Berl. 1899), »Schlechte Rasse« (Dresd. 1894), »Gebärden der Liebe« (Wien 1895), »Gefärbte Frauen und Andere« (Gotha 1895). »Prinzessin Turandot« (Stuttg. 1895), »Stickluft« (Dresd. 1896), »Frau Lot« (Stuttg. 1901), »Die Blauen« (Leipz. 1902), »Pariser Modell« (Dresd. 1903), »Das Fräulein« (Stuttg. 1903), sowie »Die elegante Welt, Handbuch der vornehmen Lebensart« (6. Aufl., Berl. 1895) u. a.
 
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Schonung, in der Forstwirtschaft ein junger Holzbestand, der dem Maul des Weideviehes noch nicht entwachsen ist und daher mit solchem nicht betrieben werden darf. Die Gesetze fast aller Staaten bedrohen Weidefrevel in Schonungen mit strengen Strafen. Es müssen aber die betreffenden Holzbestände durch Tafeln oder Strohwische ausdrücklich als Schonungen bezeichnet sein.

 

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