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Schönheitspflästerchen bis Schönleber (Bd. 6, Sp. 4)
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Artikelverweis Schönheitspflästerchen (Schönpflästerchen, Schminkpflästerchen, franz. Mouches), kleine schwarze Pflästerchen in verschiedenen Formen, die im 17. und 18. Jahrh. nach einer aus Frankreich gekommenen Sitte von den Damen im Gesicht und auf dem Busen getragen wurden, ursprünglich um kleine Fehler zu verdecken, dann, unter gleichzeitiger Anwendung der Schminke, um die Weiße der Haut hervortreten zu lassen oder auf eine Schönheit hinzuweisen. Auch Modenarren unter den Männern beklebten sich damit.
 
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Schönherr, 1) Johann Heinrich, Theosoph, geb. 30. Nov. 1770 in Angerburg, gest. 15. Okt. 1826 in Königsberg, studierte Rechtswissenschaft und Philosophie in Königsberg, Rinteln und Leipzig, lebte seit 1794 als privatisierender Sonderling in Leipzig. Sein theosophisches System, auf Grund dessen er den vollen Einklang der Offenbarung mit den Ergebnissen der Naturwissenschaft glaubte festlegen zu können, beeinflußte zeitweilig den von J. W. Ebel (s. Meyers Ebel 2) geleiteten pietistischen Kreis. Vgl. Olshausen, Lehre und Leben des Königsberger Theosophen Johann Heinrich S. (Königsb. 1834) und die bei dem Artikel »Ebel« erwähnte Literatur.
   2) Louis, Techniker, geb. 22. Febr. 1817 in Plauen, besuchte 183334 die technische Bildungsanstalt in Dresden und bemühte sich zuerst mit seinen Brüdern, seit 1839 allein um den Bau mechanischer Webstühle. Er arbeitete 184144 in der damaligen sächsischen Maschinenbaukompanie und seit 1849 bei Richard Hartmann in Chemnitz, wo er den Webstuhlbau einführte. 1851 etablierte er sich für letztern Industriezweig, und 1872 verkaufte er sein Geschäft an eine Aktiengesellschaft (Sächsische Webstuhlfabrik). Er lebt auf dem Rittergut Thoßfell bei Neuensalz im Vogtland.
 
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Schönholthausen, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Meschede, hat eine kath. Kirche, eine Meßwerkzeugfabrik und (1905) 4228 meist kath. Einwohner.
 
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Schönichel, Dorf bei Meyers Oderberg (s. d. 2).
 
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Schöning, Hans Adam von, brandenburg. Feldmarschall, geb. 1. Okt. 1641 auf Tamsel bei Küstrin, gest. 28. Aug. 1696 in Dresden, trat 1665 als Legationsrat, dann als Offizier in brandenburgische Dienste, zeichnete sich im Kriege gegen Schweden 167579 bei der Eroberung von Stettin, Rügen und Stralsund sowie bei der Vertreibung der Schweden aus Preußen aus, wurde 1677 Generalmajor, 1684 Generalleutnant, Gouverneur von Berlin und Oberst der Leibgarde. Er befehligte die 8000 Mann Hilfstruppen, die der Kurfürst gegen die Türken schickte, half 1686 Ofen erstürmen und führte 16881689 als Feldmarschalleutnant die brandenburgischen Truppen gegen die Franzosen am Niederrhein. Im Lager vor Bonn im September 1689 infolge eines Streites mit General v. Barfus (s. d.) seines Kommandos enthoben, trat er 1691 als Feldmarschall in kursächsische Dienste, ward aber 1692 auf Befehl des Kaisers gefangen gesetzt, weil man ihn verräterischer Verhandlungen mit den Franzosen beschuldigte, und erst 1694 wieder freigegeben. Vgl. K. W. v. Schöning, Des Generalfeldmarschalls H. A. v. S. Leben und Kriegstaten (Berl. 1837).
 
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Schöningen, Stadt im braunschweig. Kreis Helmstedt, am Fuße des Elm, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Magdeburg-Börßum, Helmstedt-S. u. a., 144 m ü. M., hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Progymnasium, Amtsgericht, Forstamt, Saline mit Solbad, eine große chemische Fabrik, 4 Maschinenfabriken, 2 Farbenfabriken, Dampfkessel-, Zementwaren- und Wurstfabrikation, Braunkohlengruben und (1905) 9298 meist evang. Einwohner. Der Ort wird schon 747 erwähnt und erhielt 1370 Stadtrecht. Dabei die Domäne St. Lorenz.
 
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Schöninger, Berg, s. Meyers Blansker Wald.
 
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Schöningsdorf, Kolonie im preuß. Regbez. Osnabrück, Kreis Meppen, zur Gemeinde Großfullen gehörig, in einem Zweige des Bourtanger Moors, hat 200 Einw. Hier wurden die ersten Versuche westlich der Ems mit einer rationellen Kultur des Hochmoors gemacht.
 
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Schönīt (Pikromerit), Mineral, wasserhaltiges Magnesium-Kaliumsulfat, findet sich in monoklinen Kriställchen und dünnen, salzartigen Krusten auf Kainit in den Staßfurter Abraumsalzen.
 
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Schönlanke, Stadt im preuß. Regbez. Bromberg, Kreis Czarnikau, an der Staatsbahnlinie Berlin-Schneidemühl, 85 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Realschule, Präparandenanstalt, landwirtschaftliche Winterschule, Holzbearbeitungsfabriken, Zigarrenfabrikation, Elektrizitätswerk und (1905) 7304 Einw., davon 2042 Katholiken und 511 Juden. Vgl. Spude, Geschichte der Stadt S. (Deutschkrone 1885).
 
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Schönleber, Gustav, Maler, geb. 3. Dez. 1851 in Bietigheim (Württemberg), besuchte erst das Polytechnikum

[Bd. 6, Sp. 5]


in Stuttgart, begann dort seine Kunststudien bei Professor Kurtz, setzte sie 1870 bei Lier in München fort und bildete sich unter dessen Leitung zu einem Landschaftsmaler aus, der anfangs das Hauptgewicht auf die Stimmung, später aber auch auf großartige Auffassung legte. Seine Motive sucht er in wasserreichen Gegenden und weiß besonders in der Wiedergabe der Reflexe des Sonnenlichts auf der spiegelglatten Meeresfläche eine große koloristische Virtuosität zu entfalten. Außer Venedig und Genua hat er Danzig, Rügen, Lübeck, Antwerpen, Ostende, Amsterdam und andre holländische Städte, die Normandie und die Rheingegenden, später besonders die Riviera aufgesucht und ihnen zahlreiche Bilder und Zeichnungen abgewonnen. Doch hat er auch aus seiner schwäbischen Heimat eine Fülle dankbarer Anregungen geschöpft. Von seinen Ölgemälden sind besonders Fischmarkt in Danzig (1877), Holländisches Dorf (1888) und Punta da Madonetta (1893, beide Neue Pinakothek in München), Riviera di Levante (1891), Mondnacht am Fluß, ein Morgen in den Lagunen von Venedig, Hochwasser in Schwaben, Brandung an der Riviera, Dogana bei Montesino und Herbststürme bei Rapallo (Berliner Nationalgalerie) zu nennen. 1889 erhielt er die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung. Auch die Radiernadel führt er mit Geschick. 1880 wurde S. als Professor an die Kunstschule in Karlsruhe berufen.

 

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