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Schongau bis Schönheide (Bd. 6, Sp. 3 bis 4)
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Artikelverweis Schongau, Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Oberbayern, auf einer Anhöhe links am Lech und an der Staatsbahnlinie Landsberg-S., 681 m ü. M., hat 4 kath. Kirchen (darunter eine Wallfahrtskirche), ein Schloß, ein ehemaliges Karmeliterkloster mit großer Kirche, Amtsgericht, Forstamt, Wasserheilanstalt, Wachswaren-, Papier- u. Holzstoffabrikation, Dampfbrauerei und (1905) 2772 meist kath. Einwohner. S. war ehemals ein Stamm- und Erbgut der Welfen. In der Nähe der Hohe Meyers Peißenberg (s. d.) und Bad Sulz, mit Schwefel- und Eisenquelle.
 
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Schongauer, Martin, Maler und Kupferstecher, wegen der Anmut seiner Schöpfungen Hipsch Martin oder Schön genannt, geboren vor 1450 in Kolmar, bildete sich nach Roger van der Weyden und starb 2. Febr. 1491 in Breisach. Sein Hauptwerk in der Malerei ist die Madonna im Rosenhag (1473, Martinskirche in Kolmar); andre Gemälde, deren Authentizität jedoch fraglich ist, befinden sich im Museum daselbst. Zwei kleine heilige Familien in der kaiserlichen Galerie zu Wien und in der Münchener Pinakothek und eine Geburt Christi in der Berliner Galerie werden ihm mit größerer Sicherheit zugeschrieben. Als Kupferstecher war er der erste seiner Zeit. Er zeigt in seinen etwa 120 Blättern, unter denen sich religiöse Darstellungen, wie die Szenen aus der Jugendgeschichte Jesu, die Kreuztragung und die Passionsfolge, Genrebilder (der Marktbauer, die sich prügelnden Goldschmiedlehrlinge), Tierstücke, die phantastische Versuchung des heil. Antonius etc. befinden, eine reiche Erfindungskraft, eine vortreffliche Naturbeobachtung und in den Frauenköpfen einen großen Schönheitssinn. Seine Technik ist zart und aufs sauberste vollendet. Vgl. W. Schmidt in Dohmes »Kunst und Künstler«, Heft 1 (Leipz. 1875); A. v. Wurzbach, Martin S. (Wien 1880); D. Burckhardt, Die Schule M. Schongauers am Oberrhein (Basel 1888); Wendland, Martin S. als Kupferstecher (Berl. 1907).
 
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Schöngeist (franz. Bel esprit), soviel wie Belletrist (s. Meyers Belletristik).
 
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Schöngelb, s. Meyers Ocker.
 
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Schöngking (Schingking), die südlichste Provinz der chines. Meyers Mandschurei (s. d.), eine Zeitlang administrativ von ihr getrennt, dann ihr aber wieder einverleibt, besteht aus den Landschaften Meyers Liautung (s. d.) und Meyers Liau-hsi (s. d.); die Hauptstadt ist Meyers Mukden (s. d.).
 
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Schöngrabern, Marktflecken in Niederösterreich, Bezirksh. Ober-Hollabrunn, hat eine romanische Kirche (aus dem 13. Jahrh.) mit merkwürdigen alten Reliefs und (1900) 935 Einw. Vgl. G. Heider, Die romanische Kirche zu S. (Wien 1854).
 
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Schöngrün (grüner Zinnober), Mischung von Chromgelb mit Berlinerblau.
 
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Schönh. (Sch., Schh.), bei Tiernamen Abkürzung für Christoph Joseph Schönherr, geb. 10. Juni 1772 in Stockholm, gest. 28. März 1848 in Harresäter als Kommerzienrat. Er schrieb: »Genera et species curculionidum« (Leipz. 183445, 8 Bde.).
 
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Schönhals, Karl von, österreich. Feldzeugmeister, geb. 15. Nov. 1788 in Braunfels bei Wetzlar, gest. 16. Febr. 1857 in Graz. trat 1807 in die österreichische Armee und ward 1809 bei Aspern und 1813 bei Dresden schwer verwundet. 1815 nahm er an dem kurzen Feldzug gegen Murat, 1821 an der Expedition nach Neapel teil, 1830 wurde er Generaladjutant des Generals Frimont in Mailand, 1832 Radetzkys, 1838 Generalmajor, 1848 Feldmarschallleutnant. Er erwarb sich in der gefahrvollen Zeit von 1848 um die Erhaltung der österreichischen Armee große Verdienste. Als 1849 die provisorische Bundeszentralgewalt in Frankfurt aufgehoben und durch Bevollmächtigte von Österreich und Preußen ersetzt ward, vertrat S. neben Kübeck den Kaiserstaat bis zur Auflösung der Kommission und der Wiedereinsetzung des Bundestags. Anfang 1851 nahm er seinen Abschied als Feldzeugmeister. Er schrieb »Erinnerungen eines österreichischen Veteranen aus dem italienischen Kriege in den Jahren 1848 und 1849« (Stuttg. 1852, 2 Bde.; 7. Aufl. 1853); »Biographie des Feldzeugmeisters J. Freih. v. Haynau« (3. Aufl., Graz 1853; neue Ausg., Wien 1875) und »Der Krieg 1805 in Deutschland« (Wien 1874).
 
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Schönhausen, Dorf im preuß. Regbez. Magdeburg, Kreis Jerichow II, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie

[Bd. 6, Sp. 4]


Wustermark-Hannover-Hamm und der Kleinbahn Genthin-S., hat eine evang. Kirche aus dem 13. Jahrh. und (1905) 2069 Einw.; S. ist Geburtsort des Fürsten von Bismarck. Im Schlosse Museum mit den meisten der dem Kanzler an seinen Geburtstagen etc. gewidmeten Geschenke. S. ist Sitz der Schönhauser Stiftung, die durch Statut vom 21. Mai 1885 begründet und 9. Aug. d. J. genehmigt wurde; sie verfügt über ein Kapital von 1,200,000 Mk., das dazu vom Fürsten Bismarck aus der bei Gelegenheit seines 70. Geburtstags gesammelten Summe überwiesen wurde. Sie verfolgt den Zweck, Kandidaten des höhern Schulamts von deutscher Nationalität vor ihrer besoldeten Anstellung, behufs wissenschaftlicher Studien, sowie Witwen und Kinder von Lehrern des höhern Lehrfaches zu unterstützen. Vgl. G. Schmidt, S. und die Familie v. Bismarck (2. Aufl., Berl. 1898); Grousiliers, Das Bismarckmuseum in Bild und Wort (das. 1898).
 
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Schönheide, Flecken in der sächs. Kreish. Zwickau, Amtsh. Schwarzenberg, an der Zwickauer Mulde und mit den Stationen S. und Ober-S. an der Staatsbahnlinie Wilkau-Karlsfeld, 550690 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Oberförsterei, bedeutende Bürstenfabrikation (2100 Arbeiter), Wollweberei, Papier- und Schürzenfabrikation, Stickerei, ein Elektrizitätswerk und (1905) 7669 Einw. Dabei Schönheider Hammer, an der Staatsbahnlinie Aue-Adorf, mit Eisenhütte, Eisengießerei und (1905) 1193 Einw. In der Nähe der Kuhberg (792 m) mit dem Prinz-Georgturm und schöner Aussicht.

 

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