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Schönewalde bis Schöngeist (Bd. 6, Sp. 2 bis 3)
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Artikelverweis Schönewalde, Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Schweinitz, Güternebenstelle von Holzdorf an der Staatsbahnlinie Jüterbog-Röderau, hat eine evang. Kirche, eine Zementsteinfabrik, Dampfmolkerei, Dampfmahl-, Dampfsäge- und -Ölmühle und (1905) 920 Einw.
 
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Schöneweide, s. Meyers Ober- und Nieder-Schöneweide.
 
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Schöne Wissenschaften, dem Französischen (bol les-lettres) entnommene Bezeichnung der Dicht- und Redekunst im Gegensatz zu den eigentlichen Wissenschaften; der Ausdruck war im 18. Jahrh. gang und gäbe.
 
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Schönfeilner, s. Meyers Weinstock.
 
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Schönfeld, 1) Stadt in Böhmen, Bezirksh. Falkenau, mit Bergbau auf Zinn- und Wolframerz,

[Bd. 6, Sp. 3]


Kammgarnspinnerei, Porzellanfabrik, Erzeugung von Papierdosen und Posamentierwaren, Zinngießerei, Bierbrauerei, Gerberei und (1900) 3084 deutschen Einwohnern. 2) Dorf bei Přibyslau (s. d.). 3) Schloß, s. Meyers Wehlheiden.
 
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Schönfeld, 1) Anton, Freiherr von, österr. General, geb. 3. Juli 1827 in Prag, gest. 7. Jan. 1898 in Wien, absolvierte die Neustädter Militärakademie, trat 1845 in die Armee, machte 1849 den Feldzug in Italien, 1864 den gegen Dänemark mit, wurde 1865 Oberst und nahm als Militärbevollmächtigter beim 8. Bundesarmeekorps an dem Mainfeldzug 1866 teil. 1869 zum Brigadier in Cattaro ernannt, hatte er an der Niederwerfung der Insurrektion in Dalmatien hervorragenden Anteil. 1870 in den Freiherrenstand erhoben und zum Generalmajor befördert, fungierte S. 1874 als Delegierter bei der Brüsseler Konferenz über Kriegs- und Völkerrecht, wurde 1876 Chef des Generalstabes, avancierte 1886 zum Feldzeugmeister, wurde 1888 Kommandant des 3. Korps und kommandierender General in Graz, 1889 in gleicher Eigenschaft zum 2. Korps nach Wien versetzt und 1895 zum General-Truppeninspektor ernannt.
   2) Eduard, Astronom, geb. 22. Dez. 1828 in Hildburghausen, gest. 1. Mai 1891 in Bonn, wurde 1853 Assistent an der Sternwarte in Bonn, 1859 Direktor der Sternwarte in Mannheim und 1875 Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte in Bonn. Er lieferte besonders Untersuchungen über veränderliche Sterne und Beobachtungen von Nebelflecken und Sternhaufen (Mannh. 1862 und Karlsr. 1875). An der von Argelander unternommenen »nördlichen Bonner Durchmusterung« (s. Meyers Durchmusterung) hat er wesentlichen Anteil, und nach seiner Rückkehr nach Bonn setzte er dieses bedeutsame Werk nach Süden fort und lieferte in dem »Bonner Sternverzeichnis, vierte Sektion« (Bonn 1889) einen Katalog von 133,659 Sternen zwischen 2 und 23° südl. Deklination, nur auf eignen Beobachtungen beruhend.
   3) Luise, Gräfin S.-Neumann, s. Meyers Haizinger 2).
 
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Schönfließ (S. in der Neumark), Stadt im preuß. Regbez. Frankfurt, Kreis Königsberg, an der Rörike und der Staatsbahnlinie Stargard i. P.-Jädickendorf, hat noch eine Stadtmauer mit vielen Türmen aus dem Mittelalter, 2 alte Stadttore, eine evang. Kirche aus dem 14. Jahrh., ein altes Rathaus aus dem 15. Jahrh., Anbau von Korbweiden, Sägemühlen, ein Elektrizitätswerk, Molkerei, besuchte Pferdemärkte und (1905) 2593 meist evang. Einwohner. S. wird zuerst 1281 urkundlich erwähnt.
 
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Schonga, westafrikan. Stadt in Meyers Nupe (s. d.).
 
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Schongau, Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Oberbayern, auf einer Anhöhe links am Lech und an der Staatsbahnlinie Landsberg-S., 681 m ü. M., hat 4 kath. Kirchen (darunter eine Wallfahrtskirche), ein Schloß, ein ehemaliges Karmeliterkloster mit großer Kirche, Amtsgericht, Forstamt, Wasserheilanstalt, Wachswaren-, Papier- u. Holzstoffabrikation, Dampfbrauerei und (1905) 2772 meist kath. Einwohner. S. war ehemals ein Stamm- und Erbgut der Welfen. In der Nähe der Hohe Meyers Peißenberg (s. d.) und Bad Sulz, mit Schwefel- und Eisenquelle.
 
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Schongauer, Martin, Maler und Kupferstecher, wegen der Anmut seiner Schöpfungen Hipsch Martin oder Schön genannt, geboren vor 1450 in Kolmar, bildete sich nach Roger van der Weyden und starb 2. Febr. 1491 in Breisach. Sein Hauptwerk in der Malerei ist die Madonna im Rosenhag (1473, Martinskirche in Kolmar); andre Gemälde, deren Authentizität jedoch fraglich ist, befinden sich im Museum daselbst. Zwei kleine heilige Familien in der kaiserlichen Galerie zu Wien und in der Münchener Pinakothek und eine Geburt Christi in der Berliner Galerie werden ihm mit größerer Sicherheit zugeschrieben. Als Kupferstecher war er der erste seiner Zeit. Er zeigt in seinen etwa 120 Blättern, unter denen sich religiöse Darstellungen, wie die Szenen aus der Jugendgeschichte Jesu, die Kreuztragung und die Passionsfolge, Genrebilder (der Marktbauer, die sich prügelnden Goldschmiedlehrlinge), Tierstücke, die phantastische Versuchung des heil. Antonius etc. befinden, eine reiche Erfindungskraft, eine vortreffliche Naturbeobachtung und in den Frauenköpfen einen großen Schönheitssinn. Seine Technik ist zart und aufs sauberste vollendet. Vgl. W. Schmidt in Dohmes »Kunst und Künstler«, Heft 1 (Leipz. 1875); A. v. Wurzbach, Martin S. (Wien 1880); D. Burckhardt, Die Schule M. Schongauers am Oberrhein (Basel 1888); Wendland, Martin S. als Kupferstecher (Berl. 1907).
 
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Schöngeist (franz. Bel esprit), soviel wie Belletrist (s. Meyers Belletristik).

 

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