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Schöner bis Schönfeld (Bd. 6, Sp. 2)
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Artikelverweis Schöner, Johannes, Mathematiker, geb. 1477 zu Karlstadt in Franken, gest. 1547 als Professor der Mathematik in Nürnberg, gab mehrere Schriften von Regiomontan und Joh. Werner heraus und verfertigte viele der ältesten Globen, die in der Entdeckungsgeschichte eine Rolle spielen. Vgl. Fiorini, Erd- und Himmelsgloben (deutsch bearbeitet von S. Günther, Leipz. 1895) und die »Karten zur Geschichte der Erdkunde I«, Fig. 5.
 
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Schonerbark, s. Meyers Schoner.
 
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Schönerer, Georg, österreich. Politiker, geb. 17. Juli 1842 in Wien, widmete sich der Landwirtschaft, die er auf seinem Gute Rosenau bei Zwettl in Niederösterreich mit bedeutendem Erfolg praktisch betätigte. 1873 wurde er zum Reichstagsabgeordneten gewählt und trat in extrem nationaler Richtung für die Sache der Deutschen auf; ja, er sprach sogar von dem steigenden Wunsche der deutschen Bevölkerung Österreichs, mit dem Deutschen Reiche vereinigt zu werden. Doch beeinträchtigte er seine Wirksamkeit durch maßlose Übertreibungen und Vorurteile, besonders durch antisemitische Agitation, namentlich unter der Studentenschaft, und geriet wiederholt mit den Gerichten in Konflikt. Wegen gewaltsamen Eindringens in das Lokal des Neuen Wiener Tagblattes, das eine verfrühte Nachricht vom Tode Kaiser Wilhelms I. gebracht hatte, ward er 5. Mai 1888 zu vier Monaten Kerker, Verlust des Adels (er besaß den Titel »Ritter von«) sowie des Abgeordnetenmandats verurteilt. 1897 und 1901 von neuem gewählt, wurde er Führer der »Alldeutschen Partei«. Er ist einer der Hauptförderer der »Los von Rom-Bewegung« und trat selbst zum protestantischen Glauben über. 1904 verzichtete er auf die Würde eines Ehrenbürgers von Eger, wo er lange seinen mächtigsten Anhang besessen hatte, weil die Gemeindevertretung den in Karlsbad weilenden Kaiser begrüßte. Sein Organ ist die Zeitschrift »Unverfälschte deutsche Worte«; auch erschienen von ihm unter anderm: »Zwölf Reden« (Wien 1886) und »Fünf Reden« (das. 1891).
 
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Schonergaljas, Schonergaljot, s. Meyers Galjaß.
 
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Schonerkuff, s. Meyers Kuff.
 
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Schöne Seele, durch Goethe (im Anschluß an die »belle âme« in Rousseaus »Nouvelle Héloïse«) in »Wilhelm Meisters Lehrjahren« (»Bekenntnisse einer schönen Seele«, s. Meyers Klettenberg) eingeführte und seitdem üblich gewordene Bezeichnung für solche Naturen, deren Seelenleben durch zarte Empfindsamkeit und Hinneigen zu mystischer Auffassung in Dingen der Religion und des weltlichen Lebens charakterisiert wird. Der Begriff wird aber auch in weiterm Sinne für harmonische Naturen gebraucht, die aus bloßem Herzenstrieb immer das Edle tun und denken.
 
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Schönewalde, Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Schweinitz, Güternebenstelle von Holzdorf an der Staatsbahnlinie Jüterbog-Röderau, hat eine evang. Kirche, eine Zementsteinfabrik, Dampfmolkerei, Dampfmahl-, Dampfsäge- und -Ölmühle und (1905) 920 Einw.
 
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Schöneweide, s. Meyers Ober- und Nieder-Schöneweide.
 
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Schöne Wissenschaften, dem Französischen (bol les-lettres) entnommene Bezeichnung der Dicht- und Redekunst im Gegensatz zu den eigentlichen Wissenschaften; der Ausdruck war im 18. Jahrh. gang und gäbe.
 
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Schönfeilner, s. Meyers Weinstock.
 
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Schönfeld, 1) Stadt in Böhmen, Bezirksh. Falkenau, mit Bergbau auf Zinn- und Wolframerz,

[Bd. 6, Sp. 3]


Kammgarnspinnerei, Porzellanfabrik, Erzeugung von Papierdosen und Posamentierwaren, Zinngießerei, Bierbrauerei, Gerberei und (1900) 3084 deutschen Einwohnern. 2) Dorf bei Přibyslau (s. d.). 3) Schloß, s. Meyers Wehlheiden.

 

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