Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schonen bis Schönewalde (Bd. 6, Sp. 2)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schonen (schwed. Skåne), schwed. Landschaft, 11,307 qkm (205,3 QM.) mit (1905) 651,059 Einw., umfaßt den südlichen Teil von Gotland und zerfällt in die zwei Läns Meyers Malmö (s. d.) und Meyers Christianstad (s. d.). S. ist die Kornkammer von Schweden. Die Bewohner zeichnen sich durch eine eigne Mundart sowie durch althergebrachte Sitten vor den übrigen Schweden aus (vgl. Tafel Meyers »Nordische Kultur I«, Fig. 6, Tafel II, Fig. 13). S. gehörte vormals zu Dänemark und ward erst durch den Frieden von Roskilde 1658 definitiv an Schweden abgetreten. Spätere Einfälle der Dänen (zuletzt 1709) mißlangen. Vgl. Hörlén, Illustrerad beskrifning ōfver Skåne (3. Aufl., Stockh. 1900); Hennig, Geologischer Führer durch S. (Berl. 1900).
 
Artikelverweis 
Schönen, in der Färberei soviel wie Avivieren (s. Meyers Färberei, S. 322); in der Bier- und Weinbehandlung soviel wie klären, besonders das Klären mit Hausenblase oder Leim.
 
Artikelverweis 
Schonenberg, Edle von, s. Meyers Dassel, Grafen.
 
Artikelverweis 
Schoner (Schooner, Schuner), ursprünglich ein zweimastiges Segelschiff mit hohen Untermasten ohne Marsen und mit kurzen Stengen. An jedem Mast befindet sich ein Gaffelsegel (Schonersegel). An den Stengen werden Gaffeltoppsegel (Toppsegel) geführt. Außerdem sind dreieckige Stagsegel vorhanden. Zur Bedienung der Schonertakelung gehören weniger Mannschaften als bei Rahetakelung. Zweimastige S. sind: der Briggschoner mit Rahesegeln am Fockmast, ähnlich die Schonerbrigg (Marssegelschoner, Brigantine, Maufardeibrigg, Hermaphroditebrigg); der Gaffelschoner (Vor- und Achterschoner) hat nur Schonersegel (Gaffelsegel). Dreimastige S. sind: der Barkschoner mit Rahesegeln am Fockmast, ähnlich die Schonerbark; der Dreimastschoner nur mit Schonersegeln; der Toppsegelschoner (zuweilen auch nur zweimastig), Fockmast mit Rahesegeln, alle Masten Toppsegel über den Gaffelsegeln. Ähnlich, nur mit Schonerzeug (Gaffel- und Toppsegeln) getakelt, sind die Viermast- bis Siebenmastschoner (die fast nur in Nordamerika vorkommen, besonders an der Westküste). Lotsenschoner ist meist ein schnellsegelnder kleiner Gaffelschoner.
 
Artikelverweis 
Schöner, Johannes, Mathematiker, geb. 1477 zu Karlstadt in Franken, gest. 1547 als Professor der Mathematik in Nürnberg, gab mehrere Schriften von Regiomontan und Joh. Werner heraus und verfertigte viele der ältesten Globen, die in der Entdeckungsgeschichte eine Rolle spielen. Vgl. Fiorini, Erd- und Himmelsgloben (deutsch bearbeitet von S. Günther, Leipz. 1895) und die »Karten zur Geschichte der Erdkunde I«, Fig. 5.
 
Artikelverweis 
Schonerbark, s. Meyers Schoner.
 
Artikelverweis 
Schönerer, Georg, österreich. Politiker, geb. 17. Juli 1842 in Wien, widmete sich der Landwirtschaft, die er auf seinem Gute Rosenau bei Zwettl in Niederösterreich mit bedeutendem Erfolg praktisch betätigte. 1873 wurde er zum Reichstagsabgeordneten gewählt und trat in extrem nationaler Richtung für die Sache der Deutschen auf; ja, er sprach sogar von dem steigenden Wunsche der deutschen Bevölkerung Österreichs, mit dem Deutschen Reiche vereinigt zu werden. Doch beeinträchtigte er seine Wirksamkeit durch maßlose Übertreibungen und Vorurteile, besonders durch antisemitische Agitation, namentlich unter der Studentenschaft, und geriet wiederholt mit den Gerichten in Konflikt. Wegen gewaltsamen Eindringens in das Lokal des Neuen Wiener Tagblattes, das eine verfrühte Nachricht vom Tode Kaiser Wilhelms I. gebracht hatte, ward er 5. Mai 1888 zu vier Monaten Kerker, Verlust des Adels (er besaß den Titel »Ritter von«) sowie des Abgeordnetenmandats verurteilt. 1897 und 1901 von neuem gewählt, wurde er Führer der »Alldeutschen Partei«. Er ist einer der Hauptförderer der »Los von Rom-Bewegung« und trat selbst zum protestantischen Glauben über. 1904 verzichtete er auf die Würde eines Ehrenbürgers von Eger, wo er lange seinen mächtigsten Anhang besessen hatte, weil die Gemeindevertretung den in Karlsbad weilenden Kaiser begrüßte. Sein Organ ist die Zeitschrift »Unverfälschte deutsche Worte«; auch erschienen von ihm unter anderm: »Zwölf Reden« (Wien 1886) und »Fünf Reden« (das. 1891).
 
Artikelverweis 
Schonergaljas, Schonergaljot, s. Meyers Galjaß.
 
Artikelverweis 
Schonerkuff, s. Meyers Kuff.
 
Artikelverweis 
Schöne Seele, durch Goethe (im Anschluß an die »belle âme« in Rousseaus »Nouvelle Héloïse«) in »Wilhelm Meisters Lehrjahren« (»Bekenntnisse einer schönen Seele«, s. Meyers Klettenberg) eingeführte und seitdem üblich gewordene Bezeichnung für solche Naturen, deren Seelenleben durch zarte Empfindsamkeit und Hinneigen zu mystischer Auffassung in Dingen der Religion und des weltlichen Lebens charakterisiert wird. Der Begriff wird aber auch in weiterm Sinne für harmonische Naturen gebraucht, die aus bloßem Herzenstrieb immer das Edle tun und denken.
 
Artikelverweis 
Schönewalde, Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Schweinitz, Güternebenstelle von Holzdorf an der Staatsbahnlinie Jüterbog-Röderau, hat eine evang. Kirche, eine Zementsteinfabrik, Dampfmolkerei, Dampfmahl-, Dampfsäge- und -Ölmühle und (1905) 920 Einw.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: