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Schnitzel bis Schnüffelkrankheit (Bd. 6, Sp. 934 bis 935)
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Artikelverweis Schnitzel, in der Kochkunst (Wiener S.) ein gebratenes Stück Kalbfleisch aus der Kugel der Keule, mit Zitrone, Sardelle und Kapern garniert.
 
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Schnitzeljagd, Jagdreiten, bei dem die Fährte des Wildes durch Papierschnitzel markiert wird von einem Reiter (»Fuchs«), der selbst die Rolle des zu jagenden Tieres übernimmt. Vorauseilende Reiter (»Hunde«), gewöhnlich zwei, vertreten die Stelle der Meute und geben die Jagdrichtung an.
 
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Schnitzer, Eduard, s. Meyers Emin Pascha.
 
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Schnitzereischulen, Fachschulen zur Ausbildung von Arbeitern für das Schnitzereihandwerk (in Holz und Elfenbein). Über Holzschnitzerschulen s. Meyers Holzindustrieschulen. In Erbach im Odenwald besteht eine Schnitzerschule speziell für Elfenbein.
 
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Schnitzergrün, soviel wie Chromhydroxyd.
 
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Schnitzler, 1) Johann, Mediziner, geb. 10. April 1835 in Groß-Kanizsa, gest. 2. Mai 1893 in Wien, studierte in Budapest und Wien, war 186367 klinischer Assistent Oppolzers, habilitierte sich in dieser Zeit als Privatdozent und wurde 1878 außerordentlicher, 1880 ordentlicher Professor in Wien. Seine Arbeiten betreffen besonders die Krankheiten der Atmungs- und Kreislaufsorgane und deren lokale Behandlung. Er schrieb: »Die pneumatische Behandlung der Lungen- und Herzkrankheiten« (Wien 1875, 2. Aufl. 1877); »Zur Diagnose und Therapie der Laryngo- und Tracheostenosen« (das. 1877); »Über Laryngoskopie und Rhinoskopie« (das. 1879); »Die Lungensyphilis und ihr Verhältnis zur Lungenschwindsucht« (das. 1880); »Klinischer Atlas der Laryngologie« (mit Gajer und A. Schnitzler, das. 1895). 186086 redigierte er die »Wiener medizinische Presse«, mit dem Beiblatt »Wiener Klinik«, und seit 1887 gab er die »Internationale klinische Rundschau« und »Klinische Zeit- und Streitfragen« heraus.
   2) Artur, Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 15. Mai 1862 in Wien, studierte Medizin, wurde zum Doktor promoviert, widmete sich aber bald ausschließlich der Literatur. Er lebt in Wien. Schon sein Erstlingswerk »Anatol« (Berl. 1893, 8. Aufl. 1905), das aus einer Reihe von dramatischen Dialogen besteht, verriet in der Verbindung von leichtfertiger Erotik, scharfer Beobachtung und überaus graziöser Darstellung die Eigenart von Schnitzlers starkem Talent. In ähnlichem Geiste gehalten sind die geistvollen Einakter »Der grüne Kakadu«, »Paracelsus« und »Die Gefährtin« (Berl. 1899, 3. Aufl. 1900), »Lebendige Stunden« (darin der ausgezeichnete Einakter »Literatur«, das. 1902, 5. Aufl. 1903) und »Marionetten« (ebenfalls drei Einakter, das. 1906), und dieselbe, auf die Länge etwas ermüdende Schilderung des Liebeslebens gewisser Wiener Kreise findet sich in den Schauspielen »Liebelei« (das. 1895, 4. Aufl. 1901), »Das Vermächtnis« (das. 1901), »Freiwild« (das. 1895, 2. umgearbeitete Aufl. 1902), »Das Märchen« (das. 1902) und auch, trotz zum Teil veränderten Milieus, in den neuern Werken größern Stils: »Der Schleier der Beatrice« (das. 1901), »Der Ruf des Lebens« (das. 1905, 2. Aufl. 1906), »Der einsame Weg« (das. 1904, 4. Aufl. 1906) und der Komödie »Zwischenspiel« (das. 1906). Auch aus Schnitzlers erzählenden Werken »Sterben« (Berl. 1895, 4. Aufl. 1904), »Frau Berta Garlan« (das. 1901, 4. Aufl. 1904), »Leutnant Gustl« (das. 1901, 12. Aufl. 1906), »Die Frau des Weisen« (das. 1898, 6. Aufl. 1906) und »Die griechische Tänzerin« (Wien 1905) weht uns derselbe Geist entgegen, der sich schließlich in den (zuerst nur durch einen Privatdruck verbreiteten) sehr gewagten zehn Dialogen »Reigen« (das. 1903) in gar zu unbekümmerter Freiheit offenbart. Zuletzt erschien: »Dämmerseelen«, Novellen (1.7. Aufl., Berl. 1907). Vgl. Salkind, Arthur S. (Leipz. 1907).
 
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Schnizl., bei Pflanzennamen Abkürzung für Adelbert Schnizlein, geb. 1813, gest. 24. Okt. 1868 als Professor der Botanik in Erlangen. Schrieb: »Flora von Bayern« (Erlang. 1817); »Farnpflanzen der Gewächshäuser« (das. 1854); »Iconographia familiarum regni vegetabilis« (Bonn 184370, 4 Bde.).
 
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Schnorrer (jüd.-deutsch), Bettler; vgl. Bettelwesen, S. 775.
 
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Schnorr von Carolsfeld, 1) Julius, Ritter, Maler, geb. 26. März 1794 in Leipzig, gest. 24. Mai 1872 in Dresden, Sohn des Malers Johann Veit S. (geb. 1764 in Schneeberg, gest. 1841 als Direktor der Leipziger Akademie) und Bruder des Malers Ludwig Ferdinand S. (geb. 1788 in Leipzig, gest. 13. April 1853 als Kustos der Belvederegalerie in Wien), erhielt den ersten Unterricht in der Kunst von seinem Vater, bildete sich dann seit 1811 auf der Wiener Akademie aus und trat hier einer Vereinigung von jungen Künstlern bei, die sich im Gegensatz zur herrschenden Schule an die altdeutschen Meister und die italienischen Quattrocentisten anschlossen. Damals entstanden seine Bilder: das Almosen des heil. Rochus (Museum in Leipzig) und die Familie Iohannis

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des Täufers bei der Familie Christi (Dresdener Galerie). 1817 begab er sich nach Rom, wo er als jüngstes Mitglied in den Kreis von Cornelius, Overbeck, Veit und ihren Genossen eintrat und in ihm bald eine geachtete Stellung erwarb; doch blieb er im Gegensatz zu ihnen seinen protestantischen Überzeugungen treu. Von seinen in dieser Zeit ausgeführten Ölgemälden seien die Hochzeit zu Kana, eine Komposition mit mehr als 60 Figuren, und die Verkündigung (1820, Berliner Nationalgalerie) genannt. Auch entstand in den Jahren 181927 eine Reihe von ca. 100 landschaftlichen Naturstudien (25 davon hrsg. von Jordan, Berl. 1878). Hauptsächlich beschäftigte ihn aber 182026 die Ausmalung eines Zimmers in der Villa Massimi mit Fresken nach Ariostos »Rasendem Roland« in 23 Kompositionen. 1827 wurde er als Professor der Geschichtsmalerei an die Akademie in München berufen, und König Ludwig erteilte ihm zugleich den Auftrag, im Erdgeschoß des Königsbaues fünf Prunkgemächer mit Darstellungen aus dem Nibelungenlied sowie drei Säle des Festsaalbaues in der königlichen Residenz mit Darstellungen aus dem Leben Karls d. Gr., Barbarossas und Rudolfs von Habsburg zu zieren. Erstere führte er a fresco, letztere in enkaustischer Manier aus; doch zogen sich die Nibelungenfresken bis 1867 hin und wurden erst von seinen Schülern vollendet. Eine große Zahl seiner Kompositionen konnte er bei den Illustrationen zu der 1843 erschienenen Cottaschen Prachtausgabe von »Der Nibelungen Not« benutzen. Daneben entwarf er eine Reihe von Federzeichnungen zu den Homerischen Hymnen, nach denen Hiltensperger enkaustische Deckengemälde in einem Zimmer des Königsbaues ausführte. 1846 folgte er einem Ruf als Professor der Akademie und Direktor der Gemäldegalerie nach Dresden. Seine bedeutendste Schöpfung in dieser Zeit und sein volkstümlichstes Werk überhaupt sind die 185262 entstandenen, von echt protestantischem Geist erfüllten 240 Zeichnungen der Wigandschen »Bibel in Bildern«. Erwähnt seien außerdem der Karton: des Ananias Besuch bei Paulus zu einem Glasgemälde in der Paulskirche zu London (Dresdener Gu lerie) und das Ölbild: Luther in Worms für das Maximilianeum zu München. Seine »Briefe aus Italien, 18171827« wurden Gotha 1886 veröffentlicht. Vgl. Valentin in Dohmes »Kunst und Künstler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts« (Leipz. 188283) und den Katalog der Ausstellung seiner Werke (Frankf. 1894).
   2) Ludwig, Bühnensänger (Tenor), Sohn des vorigen, geb. 2. Juli 1836 in München, gest. 21. Juni 1865 in Dresden, studierte während des Jahres 1854 am Konservatorium in Leipzig, machte kurze Zeit Bühnenstudien unter Eduard Devrient in Karlsruhe und wurde daselbst engagiert. Nachdem er sich einige Jahre später mit der Sängerin Malvina Garrigues vermählt hatte, folgte er 1860 mit seiner Gattin einem Rufe nach Dresden. 1865 kreierten beide in München bei der ersten Ausführung von »Tristan und Isolde« die Titelrollen. Nach dem Tod ihres Gatten wirkte Malvine v. S. in Hamburg, dann in Karlsruhe, wo sie 10. Febr. 1904 starb. Vgl. R. Wagner, Erinnerungen an L. S. Sein Bruder Franz, geb. 11. April 1842 in München, war bis 1907 Direktor der königlichen öffentlichen Bibliothek in Dresden, gab deren »Handschriftenkatalog« (Dresd. 188283, 2 Bde.) heraus, leitete 187387 das von Gosche begründete »Archiv für Literaturgeschichte« (Bd. 315) und schrieb: »Zur Geschichte des deutschen Meistergesangs« (Berl. 1873) und die Biographie »Erasmus Alberus« (Dresd. 1893).
 
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Schnouda, s. Meyers Schminke.
 
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Schnüffelkrankheit, verschiedene Erkrankungen des Schweines, die eine Verengerung des Nasenraumes und damit schniebendes Atmen (Schnüffeln) bewirken. S. tritt besonders auf als Folge der Rachitis bei Ferkeln, aber auch bei tuberkulösen und aktinomykotischen Veränderungen der Gesichtsknochen sowie nach chronischen schweren Katarrhen.

 

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