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Schnellräucherung bis Schnepfe (Bd. 6, Sp. 931)
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Artikelverweis Schnellräucherung, s. Meyers Räuchern des Fleisches.
 
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Schnellrechner, s. Meyers Rechenvirtuosen.
 
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Schnellschlußventil, s. Meyers Rohrbruchventil.
 
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Schnellschrift, bisweilen gleichbedeutend mit Meyers Stenographie (s. d.) gebraucht. gilt aber im genauern Sinne nur für die eiligste Ausführung jeder Schrift, besonders der Stenographie beim Nachschreiben öffentlicher Reden oder bei den Vorübungen dazu. Vgl. Debattenschrift und Kammerstenographie.
 
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Schnellschütze, s. Meyers Weben.
 
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Schnellseher, s. Meyers Kinematograph, S. 20.
 
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Schnellsténographie, s. Meyers Lehmann 8).
 
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Schnellwage, s. Meyers Wage.
 
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Schnellzüge, s. Meyers Eisenbahnzüge.
 
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Schnelsen, Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Pinneberg, an der Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen, hat eine chemische Fabrik und (1905) 2124 Einw.
 
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Schnepfe (»Schnabelvogel«; Scolopax L.), Gattung der Stelzvögel aus der Familie der Schnepfen, (Scolopacidae), meist kleinere Vögel mit gedrungenem Leib, mittelgroßem, hochstirnigem Kopf, sehr weit nach oben und hinten stehenden Augen, langem, geradem, dünnem, weichem, mit nervenreicher Haut überzogenem und als Tastorgan dienendem Schnabel, kurzen, breiten Flügeln, niedern, bis auf die Ferse befiederten Füßen und kurzem Schwanz. Sie bewohnen feuchte, sumpfige Orte, leben meist paarweise, im Winter in großen Gesellschaften, sind vorzugsweise Nacht- oder Dämmerungsvögel, suchen ihre Nahrung, die aus Kerbtieren etc. besteht, mit dem Schnabel tastend, in lockerer Erde, laufen gut, fliegen vortrefflich, nisten meist auf dem Boden und legen vier Eier, die beide Geschlechter bebrüten. Die S. (Wald-, Holz-, Bergschnepfe, Scolopax rusticola L., s. Tafel Meyers »Watvögel I«, Fig. 3), 32 cm lang, 58 cm breit, mit grauem Vorderkopf, braun und gelb gestreiftem Ober- und Hinterkopf, übrigens rotbraun, graugelb und schwarz gebändert und gefleckt, an der Kehle weißlich, unterseits graugelblich und braun gewellt, Schwingen braun, Steuerfedern schwarz, beide rostfarben gefleckt. Sie bewohnt ganz Europa, Nord- und Mittelasien, geht auf dem Zug bis Nordwestafrika und Indien, weilt bei uns von März bis Oktober. Die S. bevorzugt Laub- und Nadelwaldungen mit feuchtem, weichem Boden, in dem sie nach Regenwürmern, Schnecken und Insektenlarven bohren kann. Sie ist höchst furchtsam und scheu, dabei klug und listig, hält sich am Tage stets verborgen und streicht in der Dämmerung umher. Sie nistet in Deutschland nur vereinzelt (in den Mittelgebirgen und in Norddeutschland) und legt im Mai vier braunrote oder gelbliche, dunkel gefleckte Eier (s. Tafel Meyers »Eier II«, Fig. 6) in ein kunstloses Nest hinter einen Busch, einen alten Stock etc. In der Gefangenschaft wird sie leicht zahm. Zur naheverwandten Gattung Sumpfschnepfe (Gallinago Koch), charakterisiert durch den verhältnismäßig langen Schnabel, mit mittellangen, bis über die Ferse nackten Füßen, langen Zehen, langem, gekrümmtem Nagel an der Hinterzehe und sehr stark ausgeschnittenen Flügeln, gehört die Mittelschnepfe (Doppel-, Pfuhlschnepfe, große Bekassine, G. media Frisch., G. major Rchw.), 28 cm lang,

[Bd. 6, Sp. 932]


55 cm breit, am Oberkopf bräunlichschwarz, braungelb gestreift, oberseits braun schwarz, heller gefleckt und gestreift, am Bürzel braunschwarz, rostrot gefleckt, unterseits weißlich mit dunkelbraunen, dreieckigen Flecken, die Schwingen braun, vor der Spitze grauweiß gesäumt, der Schwanz rostrot, schwarz gebändert, weiß gesäumt, findet sich im Norden Europas und Asiens östlich bis zum Jenissei, durchzieht Deutschland im April und September und überwintert im Mittelmeergebiet und in Afrika. Sie lebt in Sümpfen und Mooren auf ziemlich trocknem Boden, ist wenig gesellig, findet sich aber oft mit ihresgleichen zusammen. Sie brütet bei uns vereinzelt von Mai bis Juni; Nest und Eier gleichen denen der Haarschnepfe. Ihr Fleisch ist das köstlichste aller Schnepfen. Die Haarschnepfe (Heer-, Kätscher-, Moor-, Moos-, Bruchschnepfe, mittlere Bekassine, G. gallinago L., G. coelestis Rchw.), 29 cm lang, 45 cm breit, oberseits braunschwarz mit breitem, rostgelbem Streifen, der längs der Kopfmitte verläuft, und vier rostgelben Streifen auf Rücken und Schultern, auf der Unterseite weiß, auf dem Vorderhals grau und hier, auk der Oberbrust und an den Seiten braun gefleckt, bewohnt Europa und Nordasien, geht im Winter bis Senegambien, Schoa und Indien, durchzieht Deutschland im März und April und September bis Oktober und verweilt einzeln auch im Winter bei uns, lebt in Sümpfen und Brüchern, erscheint oft massenhaft, ist auch viel am Tage tätig, läuft schneller als die Verwandten, fliegt und schwimmt trefflich. Sie nährt sich von kleinen Wassertieren und wird bei reichlichem Futter ungemein fett. In der Begattungszeit treiben die Männchen allerlei Flugkünste und erzeugen dabei einen dem Meckern der Ziege ähnlichen Ton (daher Himmelsziege, Haberbock, Haberzicke). Dieser Balzton wird erzeugt durch ungemein schnelle Schwingungen der Schwanzfedern und erhält eine meckernde Modulation durch Flügelzuckungen. Die Haarschnepfe nistet im Riedgras, wo oft die Nester nahe beieinander stehen, und legt Ende April bis Juni vier grünlich olivengelbe, grau, braun und schwarz gefleckte Eier (s. Tafel Meyers »Eier II«, Fig. 7). Ihr Fleisch ist schmackhafter als das der Waldschnepfe. Für die Gefangenschaft eignet sie sich wenig. Die Moorschnepfe (stumme Schnepfe, kleine Sumpfschnepfe, Haar-, Halbschnepfe, kleine Bekassine, G. Gallinula L.), 16 cm lang, 39 cm breit, am Kopf, Zügel und unter den Wangen braun, mit zwei rostgelben Streifen über und unter dem Auge, schwarzblauen Mantelfedern mit vier rostgelben Hauptstreifen, an den Seiten grau, bräunlich gewellt und gefleckt, übrigens weiß, Schwung- und Steuerfedern schwarz, letztere rostgelb eingefaßt, findet sich im nördlichen Norwegen, Finnland, Rußland, Westsibirien, geht bis Indien und Nordafrika, erscheint bei uns im April und September, bleibt vereinzelt das ganze Jahr hindurch, ist aber seltener und brütet auch weniger häufig bei uns (Mai bis Juni). Die Eier sind denen der Bekassine ähnlich, aber kleiner und glattschaliger.
   [Jagd.] Die Waldschnepfe wird auf dem Zug (Schnepfenstrich), auf der Suche und an Suhlen (Wasserlöchern) geschossen, auch in Laufdohnen gefangen. Mit dem Eintritt warmer Frühjahrswitterung erscheinen die Waldschnepfen zuerst spärlich, dann häufiger, bis der Durchzug gewöhnlich im ersten Drittel des Aprils, wenn die Frösche zu quaken beginnen, beendet ist und nur noch die wenigen hier brütenden Exemplare zurückbleiben, die später um Johannis in ähnlicher Weise des Abends wieder laut streichen. Der bekannte Jägerspruch für die Zugzeit:
   Reminiszere Gewehr in die Höh',
   Okuli da kommt sie,
   Lätare ist das Wahre,
   Judika ist sie auch noch da,
   Palmarum Tralarum! ist nicht immer zutreffend, da Ostern sehr verschieden fällt. Zuerst erscheinen gewöhnlich kleine Exemplare (Blaufüße, Spitzköpfe, Dornschnepfen), später folgen die größern (Eulenköpfe). An warmen Frühjahrsabenden zieht oder streicht die S. bis zum Erscheinen der ersten Sterne in langsamem, wiegendem Flug über junge Kulturen, Bruch- und Schlagflächen etc., wobei sie den Balzlaut »quarr, quarr-psik-psik« ab und zu hören läßt. Morgens, sobald der Tag graut, streicht die S. nur kurze Zeit und meist nicht laut. Die Suche wird mit einem ruhigen und kurz zu führenden Vorstehhund, dem man zweckmäßig ein Klingelhalsband umhängt, weil man ihn oft im Gebüsch nicht zu sehen vermag, geübt. Bei anhaltender Dürre fällt sie gern bei kleinen Wassertümpeln ein, um dort zu baden und zu stechen, und wird hier leicht auf dem Anstand erlegt. Auf Revieren, wo im Frühjahr und Herbst die Waldschnepfen häufig einfallen, veranstaltet man auch wohl Treibjagden. Sämtliche Schnepfenarten liefern sehr schmackhaften Braten. Aus den sein gehackten, in Butter gedünsteten Eingeweiden, Magen, Leber etc. wird der sogen. Schnepfendreck bereitet, den man, auf geröstete Weißbrotscheiben gestrichen, genießt. Neben dem Schnepfendreck schätzen Feinschmecker besonders den Kopf der S.-Die Herbstschnepfe ist fleischiger, zarter und wohlschmeckender als die magere Frühlingsschnepfe, der man jedoch einen besonders pikanten Geschmack nachrühmt. Vgl. Hoffmann, Die Waldschnepfe (2. Aufl., Stuttg. 1887); v. Thüngen, Die Waldschnepfe und deren Jagd (Würzb. 1879); Czynk, Die Waldschnepfe und ihre Jagd (Berl. 1896); Rohweder, Unsre Schnepfen (Gera 1902); E. v. Dombrowski, Die Jagd auf Waldschnepfen (Wien 1905); Bütow, Zur Biologie der Waldschnepfe (Berl. 1907).

 

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