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Schnellbetrieb bis Schneller (Bd. 6, Sp. 927)
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Artikelverweis Schnellbetrieb, die Anwendung hoher Geschwindigkeiten im Maschinenbetrieb. Man baut schnell laufende Dampfmaschinen, Verbrennungsmotoren, Pumpen, Kompressoren, Gebläse etc. Auch bei manchen Hebemaschinen und Werkzeugmaschinen (Drehbänke, Hämmer) werden oft hohe Arbeitsgeschwindigkeiten benutzt. Durch den Übergang zum S. wird die spezifische Leistungsfähigkeit der Maschinen erhöht, ohne daß deren räumliche Ausdehnung und Gewicht sowie deren Preis in gleichem Maße wachsen. Lassen sich hohe Leistungen mit verhältnismäßig kleinen Maschinenanlagen erreichen, dann fallen auch die Anlagekosten verhältnismäßig niedrig aus. Der S. ist hiernach in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutung. Daneben spielt aber auch oft die Raumfrage eine große Rolle, wenn es sich um die Erstellung von Anlagen bei beschränkten Raumverhältnissen (besonders in Großstädten) handelt. In manchen Fällen (bei Pumpen, Kompressoren) ist für die Wahl hoher Geschwindigkeiten auch die Benutzung rasch laufender Antriebsmotoren (Elektromotoren) bestimmend, die man vorteilhaft ohne viele Zwischenglieder mit der Arbeitsmaschine verbindet, damit Arbeitsverluste durch Reibung etc. möglichst vermieden werden. Durch die hohen Geschwindigkeiten darf natürlich die Betriebssicherheit der Maschinen nicht gefährdet werden. Bei dem Bau schnell gehender Maschinen treten mancherlei Schwierigkeiten (Beherrschung der Massenwirkung etc.) auf, die gegenwärtig zum Teil überwunden sind. Auch in der Entwickelung des Verkehrswesens ist eine allmähliche Steigerung der Geschwindigkeiten, z. B. bei den Eisenbahnzügen und Dampfschiffen, zu verzeichnen. Über Schnellbahnen s. Meyers Elektrische Eisenbahn.
 
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Schnellboote, soviel wie Motorboote.
 
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Schnelldampfer, s. Meyers Dampfschiff.
 
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Schnelldrehstahl (Schnellarbeitsstahl), ein nach besonderm Verfahren gehärteter Chromwolframstahl, der vielfach als Werkzeugstahl zu Fräsern, Spiralbohrern u. Drehstählen verwendet wird. Seine außerordentliche Härte gestattet erheblich größern Span und Vorschub, was eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Werkzeugmaschinen bedeutet, und ist von besonderm Wert bei Bearbeitung harten Gusses oder Stahles.
 
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Schnellefeu (Sommerefeu), s. Mikania.
 
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Schnellen, hohe, zylindrische, sich nach oben etwas verjüngende Henkelkrüge von eleganter Form und mit reichen Reliefverzierungen, wurden aus weißlichgrauem Steinzeug im 16. u. 17. Jahrh. meist in Siegburg angefertigt (s. Abbild.).
 
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Schnellenberg, Schloß, s. Meyers Attendorn.
 
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Schnellender Finger, Krankheit, s. Meyers Hand, S. 715.
 
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Schneller, die Handlanger der Meyers Büchsenmeister (s. d.) bei der Bedienung der Geschütze; auch ein Garnsträhn und ein süddeutsches Garnmaß, in Bayern (Gebinde) = 200 m, in Österreich soviel wie Strang.
 
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Schneller, in der Musik, s. Meyers Pralltriller.
 
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Schneller, Christian, Dichter und tirol. Sprach- und Altertumsforscher, geb. 5. Nov 1831 zu Holzgau im Lechtal, studierte 185155 in Innsbruck und Wien Philologie und Naturgeschichte, war Gymnasialprofessor in Rovereto und Innsbruck und wurde 1869 zum Landesschulinspektor für die Volksschulen Deutschtirols, 1874 für die Mittelschulen in Deutschtirol und Vorarlberg ernannt. S. trat zuerst als talentvoller Poet mit den Gedichtsammlungen: »Aus den Bergen« (Nürnb. 1857), »Jenseit des Brenners« (Innsbr. 1864), den kleinen epischen Dichtungen: »Am Alpsee« (das. 1860) und »Eldorado« (Gera 1871) und dem Trauerspiel »Der Knappe von Schwaz« (Innsbr. 1880) auf. Wissenschaftlich debütierte er mit den »Märchen und Sagen aus Welschtirol« (Innsbr. 1867), an die sich sein Hauptwerk: »Die romanischen Volksmundarten in Südtirol« (Gera 1870, Bd. 1), anschloß. Seitdem folgten: »Streifzüge zur Erklärung tirolischer Ortsnamen« (Innsbr. 1870); »Landeskunde von Tirol« (das. 1872); »Die Volksschule in Tirol vor 100 Jahren« (das. 1874); die vortrefflichen »Skizzen und Kulturbilder aus Tirol« (das. 1877); »Tirolische Namensforschungen. Orts- und Personennamen des Lagertals in Südtirol« (das. 1890); »Beiträge zur Ortsnamenkunde Tirols« (das. 189396,3 Hefte); »Tridentinische Urbare aus dem 13. Jahrhundert« (Graz 1897); »Südtirolische Landschaften« (Innsbr. 18991900, 2 Bde.); »Innsbrucker Namenbuch« (das. 1905) sowie die Dichtungen: »St. Valentin« (das. 1890), »Der Einsiedler von Fleims« (das. 1895), »Blüten und Garben« (Berl. 1897), »Scherz und Laune« (Innsbr. 1901) und die Erzählungen »Aus alter und neuer Zeit« (das. 1902).

 

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