Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schneekristalle bis Schneeschuhe (Bd. 6, Sp. 921 bis 922)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schneekristalle, s. Meyers Schnee.
 
Artikelverweis 
Schneelilie, s. Leucojum.
 
Artikelverweis 
Schneelinie (Schneegrenze), s. Meyers Schnee.
 
Artikelverweis 
Schneeortolan, s. Meyers Spornammern.
 
Artikelverweis 
Schneepegel, Maßstab mit Zentimetereinteilung zur Messung der Höhe der Schneedecke.
 
Artikelverweis 
Schneepflug, Vorrichtung zur Beseitigung des Schnees von Wegen und Eisenbahngleisen. Bei frischem, lockerm Schnee von geringer Höhe benutzt man einen kleinen kegelförmigen S. von Holz oder Eisenblech, der von Menschen geschoben, auch von Pferden oder einer Lokomotive gezogen wird. Dieser Pflug, in der Regel nur mit senkrechten Keilwänden, drückt den Schnee, gegen den er arbeitet, fest zusammen und findet daher bald unüberwindlichen Widerstand. Besser schon wirken gekrümmte Flächen von leichtem Eisenblech, die den Schnee schraubenartig beiseite umlegen. Weit kräftigere Wirkung erzielen Schneepflüge, die vorn an der Lokomotive befestigt oder, bei größern Schneetiefen auf eignen Rädern laufend, von einer oder mehreren Lokomotiven vorwärts gedrückt werden. Auch diese Schneepflüge sind schraubenförmig gestaltet, so daß sie zunächst den Schnee vom Boden trennen, ihn heben und dann erst seitlich fortschleudern. Derartige Pflüge werden z. B. auf norwegischen, auch auf manchen deutschen und österreichischen Bahnen an den Lokomotiven befestigt. Bei größern Pflügen von 6,5 Ton. Eigengewicht, die auf vier eignen Rädern laufen, sind die senkrechten Enden der Seitenflächen flügelartig nach der zu räumenden Breite um senkrechte Achsen verstellbar. Bei dem S. von Szarbinowski ist die senkrechte Schneide des obern Keiles um eine senkrechte Achse etwas verstellbar, und zu Seiten der wagerechten Schneiden sind noch zwei senkrechte, ebenfalls etwas verstellbare Schneiden hinzugefügt. Dadurch wird beim Durchfahren von Kurven und bei Schneewehen mit schief zur Bahn geneigter Oberfläche dem auf Entgleisung wirkenden Seitendruck entgegengewirkt. Kreiselpflüge (Kreiselschaufeln, Schneeschaufler) besitzen eine zentrisch oder auch schräg gelagerte Welle mit einem großen Schaufelrade, das in schnelle Umdrehung

[Bd. 6, Sp. 922]


versetzt wird. Die Antriebmaschine für diese Vorrichtung wird von einem eignen Dampfkessel oder von der schiebenden Lokomotive, der nötigenfalls noch eine zweite folgt, gespeist. Das Schaufelrad schneidet den Schnee in dünnen Schichten ab und wirft ihn vermöge der Zentrifugalkraft durch eine verstellbare Auswurföffnung in weitem Bogen seitwärts fort. Für Straßen wird der einfache S., auch der S. von Dürkoop angewendet, der einer Straßenkehrmaschine gleicht, aber statt der Bürstenwalze eine Anzahl um eine gemeinsame Achse rotierender gekrümmter Schaufeln besitzt, die den Schnee seitwärts schieben. Für Straßenbahngleise baut man auch Wagen mit zwei von den Wagenachsen aus bewegten Bürstenwalzen. Der Wagen fährt hin und her, und bei jeder Fahrt ist nur die vordere Walze in Tätigkeit.
 
Artikelverweis 
Schneeregion, die über der Schneegrenze (s. Meyers Schnee) liegende Region der Hochgebirge.
 
Artikelverweis 
Schneereifen, s. Meyers Schneeschuhe.
 
Artikelverweis 
Schneerose, soviel wie Rhododendron hirsutum; auch soviel wie Helleborus niger.
 
Artikelverweis 
Schneeschaufler, s. Meyers Schneepflug.
 
Artikelverweis 
Schneeschuhe, Vorrichtungen, die gestatten, hohen Schnee ohne einzusinken leicht zu passieren. Hierher gehören die Schneereifen der Alpenländer (mit Schnüren durchflochtene Holzreifen), die ähnlichen ovalen norwegischen Trug er mit Drahtgeflecht und besonders die Kanadischen S. (Fig. 1), die von den Indianern Nordamerikas erdacht, namentlich für jagdliche Zwecke Verwendung finden (1 m lange, breite, nach vorn aufgebogene Holzrahmen mit zwei Querleisten versteift und mit Streifen aus Tierhäuten kunstvoll ausgeflochten). Letztere werden auch in deutschen Gebirgen benutzt. Wichtiger sind die langen, schmalen, aus einer eigenartig gebogenen Holzschiene bestehenden S. (Ski), die aus Norwegen stammen (Fig. 2). Von diesen gibt es eine ganze Anzahl Typen, z. B. Dal-, Lappen-, Finnen-, Telemarktyp. Letzterer ist der für Deutschland geeignetste. Die Güte der S. ist sehr verschieden und liegt in der Qualität des Holzes und in der Art der Bearbeitung. Die besten Holzarten sind Esche, Buche, Birke, die schlechtesten Fichte und Kiefer. Ein guter Schneeschuh muß zäh, glatt und leicht sein, dabei trotz großer Widerstandsfähigkeit eine gewisse Elastizität besitzen. Die Länge der Holzschiene schwankt nach dem Gewicht des Schneeschuhläufers zwischen 22,5 m. Die Bindung der S. muß so fest mit dem Fuß des Läufers verbunden werden, daß der Schneeschuh jeder Bewegung des Fußes unbedingt folgt, anderseits muß die Bindung wieder derart lose sein, daß die zum Laufen notwendige Auf- und Abwärtsbewegung nicht behindert ist. Die besten Bindungen sind die Lappenbindung und die Lenksohlenbindung (Fig. 3 u. 4). Bei ersterer erfolgt die Beherrschung des Schneeschuhes durch den vordern Teil des Fußes, während bei letzterer der Ferse mehr die Fähigkeit gegeben wird, intensiv auf den Lauf des Schneeschuhes einzuwirken. Die Lappenbindung ist mehr eine Tourenbindung, die andre kann als Sportbindung bezeichnet werden. Man bewegt sich auf den zuerst genannten Schneeschuhen wie beim gewöhnlichen Gehen, auf dem Ski aber, indem man die S. parallel nebeneinander herschiebt und dabei einen Stab benutzt, der aber wesentlich nur das Bremsen und Lenken unterstützen soll. Der Ski ist seit einigen Jahren auch in Deutschland eingeführt, und das Schneeschuhlaufen gestaltet sich immer mehr zu einem Volkssport aus. Es haben sich eine große Anzahl Schneeschuhklubs, in denen auch vielfach Damen als Mitglieder sind, gebildet. Alljährlich werden in den einzelnen Gebirgsgegenden, z. B. Riesengebirge, Vogesen, Schwarzwald, Thüringer Wald, Harz, Wettläufe veranstaltet. Für alpine Touren haben sich die S. vorzüglich bewährt. In manchen Gebirgsgegenden wird der Turnunterricht im Winter durch Schneeschuhübungen ersetzt und der Weg zur Schule von Knaben und Mädchen auf Schneeschuhen zurückgelegt. Ebenso werden von einigen Jägerbataillonen militärische Übungen auf Schneeschuhen abgehalten. Im Post- und Forstwesen findet der Schneeschuh als Verkehrsmittel die weiteste Verbreitung. Vgl. M. Schneider, Katechismus des Wintersports (Leipz. 1894) und Schneeschuh und Schlitten (Berl. 1905); Zdarsky, Alpine Skilauftechnik (2. Aufl., Hamb. 1903); v. Wangenheim, Die norwegischen S. (2. Aufl., das. 1894); Blab, Anleitung zur Erlernung des Schneeschuhlaufens (Münch. 1895); Paulcke, Der Skilauf (3. Aufl., Freiburg 1905); Hoek und Richardson, Der Ski und seine sportliche Benutzung (Münch. 1906); »Skiführer für das bayrische Hochland« (2. Aufl., das. 1906); Biendl und Radio-Radiis, Skitouren in den. Ostalpen (Wien 1906, 3 Bde.). Vgl. auch Leibesübungen 11). Für militärische Zwecke findet der Schneeschuh in vielen Heeren Verwendung. Bei tiefem Schnee, wenn Mann und Pferd nur langsam und mit Mühe vorwärts kommen, übernehmen die Skiläufer, gute Ausbildung und praktische, leichte Ausrüstung vorausgesetzt, den Aufklärungs- und Meldedienst (auch durch Skirelais), das schnelle Besetzen und Halten wichtiger Punkte bis zum Eintreffen weiterer

[Bd. 6, Sp. 923]


Kräfte, die Verfolgung des zurückgehenden Feindes, wobei die Leichtigkeit ihrer Bewegung querfeldein und ihr geräuschloses Vorwärtskommen besonders vorteilhaft sind. Im deutschen, österreichischen und schweizerischen Heere sind schon seit längerer Zeit Skiübungen mit sehr bedeutenden Leistungen durchgeführt worden. In Italien hat jede Alpenkompanie drei Skiläufer, in Frankreich sind 1905 regelmäßige Skiübungen angeordnet worden. Norwegen verwendet Skiläufer im Heer schon seit Anfang des 18. Jahrh. Vgl. Stavenhagen, Verkehrs-, Beobachtungs- und Nachrichtenmittel in militärischer Beleuchtung (2. Aufl., Götting. 1905).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: