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Schneegrube bis Schneekristalle (Bd. 6, Sp. 920 bis 921)
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Artikelverweis Schneegrube, Große und Kleine, zwei schluchtenähnliche, kurze Täler an der Nordseite des Riesengebirges, nördlich vom Hohen Rade, durch einen Felsvorsprung, den Grat oder Sattel, voneinander getrennt, mit 250300 m hohen, schroffen Wänden und im Sommer selten schmelzenden Schneefeldern. Am Rand, auf dem Kamme des Gebirges, die im Sommer vielbesuchte Schneegrubenbaude (1490 m).

[Bd. 6, Sp. 921]



 
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Schneehöhe, Dicke der Schneedecke (s. Meyers Schnee).
 
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Schneehorn, Berg, s. Meyers Jungfrau.
 
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Schneehuhn (Lagopus Briss.), Gattung der Hühnervögel aus der Familie der Waldhühner (Tetraonidae), sehr gedrungen gebaute Vögel mit mittellangen Flügeln, kurzem, geradem oder abgerundetem Schwanz, kleinem, mittellangem, mittelstarkem Schnabel und verhältnismäßig kurzen Füßen, deren Läufe und Zehen mit haarigen Federn bekleidet sind, und langen Nägeln. Das Moorschneehuhn (Moor-, Weißhuhn, L. lagopus L., s. Tafel Meyers »Hühnervögel II«, Fig. 1), 40 cm lang, 64 cm breit, im Winter weiß, mit schwarzen äußern Schwanzfedern und braunschwarzen Streifen auf den sechs großen Schwungfedern, im Sommer braun, schwarz und weiß gezeichnet und dann mit gerötetem Brauenkamm, bewohnt den Norden der Alten und der Neuen Welt, in Europa südlich und westlich bis Ostpreußen, wo es im nordöstlichsten Winkel als seltener Jahresvogel vorkommt. Es findet sich in den Hochebenen und auf den Tundren an manchen Stellen sehr häufig, läuft ungemein schnell, fliegt leicht und schön, nährt sich von Pflanzenstoffen, im Winter nur von Birken- und Weidenknospen und frißt fast nur nachts. Es lebt paarweise, und das Weibchen legt in einer flachen Vertiefung unter Gebüsch 915 und mehr gelbbraune, dunkelbraun gefleckte Eier. Zum Winter vereinigen sich die Schneehühner in großen Scharen. Das Schottische S. (Grouse, L. scoticus), auf den Mooren Großbritanniens, besonders Schottlands, in Deutschland als Jagdwild auf dem Hohen Venn, in Hannover, Ostpreußen angesiedelt, unterscheidet sich von dem vorigen sehr wenig, wird aber im Winter nicht weiß. Der Moorhahn erzeugt mit dem Birkhuhn einen Blendling, das Moorbirkhuhn (L. lagopoides), das sich zu den Schneehühnern hält. Das S. wird in großer Menge geschossen und gefangen und als schmackhaftes Wildbret von Skandinavien aus bis England und Deutschland verschickt. Das Alpenschneehuhn (L. mutus Montin), 35 cm lang, 60 cm breit, ändert in der Färbung nach Ort und Zeit sehr stark ab, ist im Winter mit Ausnahme der schwarzen, hell gesäumten Steuerfedern ganz weiß. Über den Augen steht eine rote, warzige, am obern Rand ausgezackte Haut. Es bewohnt die Alpen, Pyrenäen, die schottischen Hochgebirge, die höhern Berggipfel Norwegens, Lappland und Asien bis zur Kirgisensteppe, Island. Es läuft, fliegt und schwimmt vortrefflich, ist wenig scheu und nährt sich wie das vorige. Die Geschlechter leben nur während der Brutzeit beisammen; der Hahn beteiligt sich weder am Brüten noch an der Führung der Jungen. Das Weibchen nistet (in den Alpen im Juni und Juli) unter einem Strauch und legt 916 rotgelbe, dunkelgefleckte Eier, die es in etwa drei Wochen ausbrütet. Zum Winter vereinigen sich die Alpenschneehühner zu großen Scharen und streifen weit umher. Sie werden von den nordischen Völkerschaften jährlich zu Hunderttausenden erbeutet. Vgl. Trips, Über die Zeichnung und Färbung der Wald- und Schneehühner (Tübing. 1900).
 
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Schneekater (Misteldrossel), s. Meyers Drossel, S. 211.
 
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Schneekönig, Vogel, s. Meyers Zaunkönig.
 
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Schneekopf, zweithöchster Gipfel des Thüringer Waldes (976 m), in der Zentralregion des Gebirges (im Gothaischen) gelegen, mit 21 m hohem Aussichtsturm. Nahebei das Gasthaus Schmücke (s. d. 2).
 
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Schneekoppe (Riesenkoppe), der höchste Gipfel im Riesengebirge, im mitteldeutschen Bergland und im preußischen Staat, 1603 m hoch, liegt in der Grenze des Granits (nördlich) und des Glimmerschiefers (südlich). Auf dem Gipfel steht eine kleine runde Kapelle, deren Bau schon 1668 vom Grafen Schaffgotsch, der sich mit dem Grafen Clam-Gallas in den Besitz fast des ganzen Riesengebirges teilte, begonnen ward, und die dem heil. Laurentius gewidmet ist. Seit 1824 diente die Kapelle als eine Gastherberge für die Reisenden; nachdem aber 1850 neben ihr ein Gasthaus ausgeführt worden, ist sie dem Kultus zurückgegeben. Das neue Gasthaus und die Kapelle (beide auf preußischem Gebiete) wurden wiederholt ein Raub der Flammen, aber immer wieder aufgebaut, und ein zweites Gasthaus auf böhmischen Boden errichtet; in jenem befindet sich während des Sommers eine Postanstalt und daneben eine meteorologische Station (1899 neu erbaut, s. Tafel Meyers »Meteorologische Hochstationen« im 13. Bd.), in jedem eine Telegraphenstation. Südlich, gegen Böhmen hin, fällt der Blick in den 600 m tiefen Aupagrund. Die Aussicht von der S. ist groß und mannigfaltig, da der Gesichtskreis, der sich hier dem Beschauer öffnet, über 300 km im Durchmesser beträgt. Man übersieht einen großen Teil von Niederschlesien, den östlichen Teil der Oberlausitz und bedeutende Teile von Böhmen sowie die Gebirge der Grafschaft Glatz. Vgl. Zetzmann, Panorama von der S. (Berl. 1903).
 
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Schneekrähe, s. Meyers Alpendohle.
 
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Schneekraut, s. Cerastium.
 
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Schneekristalle, s. Meyers Schnee.

 

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