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Schneeballstrauch bis Schneedohle (Bd. 6, Sp. 919 bis 920)
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Artikelverweis Schneeballstrauch, s. Meyers Viburnum.
 
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Schneeballsystem, s. Meyers Hydrasystem.
 
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Schneebeere, s. Meyers Chiococca und Meyers Symphoricarpus.
 
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Schneeberg, 1) Bergstock der Österreichischen Alpen, von der Raxalpe (südwestlich) durch das enge, von der Schwarza durchflossene Höllental getrennt, nordöstlich gegen das Puchberger Tal schroff abfallend, erreicht im Kaiserstein 2061, im Klosterwappen 2075 m. Der S. wird wegen seiner schönen Fernsicht namentlich von Wien aus häufig besucht und ist durch die 10 km lange Zahnradbahn Abtschen Systems Puchberg-Hochschneeberg zugänglich gemacht. Auf dem S. befinden sich der Alpengasthof Baumgartner (1436 m), das große Hotel Hochschneeberg (1795 m), das Kaiserin Elisabethkirchlein (1800 m) und mehrere Unterkunftshütten. Vgl. Leeder, Der S. (Wien 1883); Kempf, Touristisch-botanischer Wegweiser auf den S. (das. 1889); Benesch, Spezialführer auf den S. (das. 1897). 2) (Ewiger S.) s. Meyers Übergossene Alm. 3) (Krainer S.) höchster Berggipfel im nördlichen Karst, 1796 m hoch, mit schöner Aussicht, wird von St. Peter aus bestiegen. 4) (Großer oder Spieglitzer S.) Berggipfel der Sudeten, höchster Punkt des Glatzer Schneegebirges, an der Grenze von Preußisch-Schlesien, Böhmen und Mähren gelegen, 1422 m hoch, mit meteorologischer Höhenstation und 30 m hohem Aussichtsturm, wird über die dem Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen gehörige Schweizerei (1218 m) bestiegen. Am Südabhang des Berges entspringt die March. 5) Höchster Berg des Fichtelgebirges, südlich von Weißenstadt, zwischen den Quellen der Eger und des Mains, 1051 m hoch. Auf seinem Gipfel das »Backöfele«, eine 7 m hohe Granitmasse, und eine Schutzhütte, an seinem Nordostabhange die »Drei Brüder« (834 m), drei Granitfelsen, deren mittlerer einem Wolf ähnelt, und weiter der Rudolfstein (880 m), aus großartigen Felskolossen bestehend, die früher durch Mauern zu einer Burg verbunden waren. 6) (Hoher S.) höchster Gipfel des Elbsandsteingebirges (Sächsische Schweiz), westlich von Tetschen in Böhmen gelegen, 723 m hoch, mit 33 m hohem Turm, Gasthaus und schöner Fernsicht.
 
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Schneeberg, Stadt in der sächs. Kreish. Zwickau, Amtsh. Schwarzenberg, am Schlemaer Bach, mit der Nachbarstadt Neustädtel zusammenhängend und an der Staatsbahnlinie Niederschlema-S.-Neustädtel, 466 m ü. M., hat eine schöne, 151640 erbaute evang. Hauptkirche mit einem Altargemälde von Lukas Cranach, eine Hospitalkirche, Gymnasium, Schullehrerseminar, Handelsschule, Zeichenschule, Spitzenklöppelmusterschule, Klöppelschule, Stickereifachschule, ein Waisen- und ein Rettungshaus, Amtsgericht, eine Klöppelschulinspektion, Maschinenstickerei, Ultramarin-, Korsett-, Puppen-, Buntpapier-, Tüll-, Porzellanfarben-, Schuh- und Konfektionswarenfabrikation, Spitzenklöppelei, Bergbau auf Silber (seit 1471),

[Bd. 6, Sp. 920]


Kobalt und Wismut und (1905) 9034 meist evang. Einwohner. In der Nähe der Filzteich, der 1783 seine Dämme durchbrach und bedeutenden Schaden anrichtete, ferner der 16 km lange, teilweise in Felsen gesprengte Flößgraben, der tiefe Fürstenstollen und der Marx-Semler-Stollen, welche die meisten Gruben der Umgegend lösen. Die Stadt verdankt ihr Entstehen dem Bergbau; 6. Febr. 1471 wurde die Zeche St. Georg erschürft, und bereits 1481 erhielt S. Stadtrechte. Vgl. Lehmann, Chronik von S. (Schneeb. 183740, 3 Bde.).
 
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Schneeberger, Helene, Schauspielerin, s. Meyers Hartmann 5).
 
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Schneeberger Schnupftabak, Mischung aus gepulverten aromatischen Kräutern, Wurzeln und Blüten (grüner besonders aus Angelica Archangelica, weißer aus Convallaria majalis), wird in und bei Schneeberg bereitet und bei Schnupfen benutzt.
 
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Schneeblindheit, s. Meyers Schnee.
 
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Schneebruch, Beschädigungen, die an Bäumen durch die Schwere großer Schneemassen verursacht werden. Durch S. werden die Bäume am Schaft, im Wipfel, an den Ästen oder Zweigen einzeln oder in Horsten und größern Massen gebrochen (Schaftbruch, Wipfelbruch, Astbruch, Zweigbruch, Einzelbruch, Nesterbruch, Massenbruch). Der Schneedruck bewirkt kein Zerbrechen, sondern ein Niederbiegen und Umlegen von schwächern Stämmen. Gefährdet sind namentlich Kiefer und Fichte. Gebirgslagen zwischen 400 und 700 m, Ost- und Nordosthänge sind ihm am meisten ausgesetzt. Naß fallender Schnee mit folgendem Frost, abermaligem starken Schneefall und hinzutretendem Wind bewirken in Nadelholzrevieren oft bedeutende Waldverwüstungen. In Gemeinschaft mit S. und Schneedruck und ähnlich in den Wirkungen treten häufig Reif- (Duft-) und Eisanhang auf. Duftbruch kommt hauptsächlich in der Höhenzone von 6001000 m und besonders in Örtlichkeiten vor, die dem Zuströmen von Nebelmassen ausgesetzt sind (nördliche Vorterrasse der Schneeeifel, Nordrand des Brockengebirges, Nordwestabdachung des Erzgebirges etc.). Der Schaden verursachende Duftanhang bildet sich meist bei hohem Luftdruck, beim Herumgehen des Windes aus Süden oder W. nach N. oder O. und sinkender Luftwärme. Eisbruch ist in verheerender Gestalt vereinzelt in Deutschland beobachtet worden (1858 in der Pfalz, 1875 am Nordharz, im Erzgebirge, 1879 in Westdeutschland und Ostfrankreich) und tritt ein, wenn zwei Luftschichten von erheblichem Wärmeunterschied vorhanden sind. Die obere ist warm, die untere zeigt Temperaturen unter Null. An der Grenze beider bildet sich Regen, die Tropfen fallen durch die kalte Schicht, überkälten sich in dieser und gefrieren beim Ausschlagen. Dauert der Regen in dieser Weise lange Zeit an, so werden die Bäume über die Grenze der Tragfähigkeit hinaus belastet und brechen zusammen.
 
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Schneedämme, s. Meyers Schneeschutzanlagen.
 
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Schneedohle, s. Meyers Rabe, S. 537.

 

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