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Schnabeltier bis Schnalzlaute (Bd. 6, Sp. 913 bis 914)
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Artikelverweis Schnabeltier (Ornithorhynchus Blumenb.), Gattung der Kloakentiere, charakteristisch durch den platten, von nackter, horniger Haut überzogenen Schnabel, der an die Schnabelbildung der Entenvögel erinnert und am Grund einen vorspringenden Hautsaum besitzt. Der Schwanz ist abgeplattet; die Beine sind sehr kurz, die fünf Zehen durch eine Schwimmhaut verbunden, die an den Vorderfüßen noch frei über die stumpfen und kleinen Nägel hinausragt. Die Nägel auf den fünf Zehen der nach rückwärts gerichteten Hinterfüße stellen gekrümmte, spitze Krallen dar. Bei den Männchen steht etwas über den Zehen der Hinterfüße ein beweglicher Sporn, den man früher für giftig hielt. O. anatinus Shaw., O. paradoxus Blumenb. (s. Tafel Meyers »Kloakentiere«, Fig. 4) ist 46 cm lang, mit 14 cm langem Schwanz. Der Pelz ist rot- oder schwarzbraun, unterseits gelbbraun, an den Seiten, am Hinterbauch und Vorderhals roströtlich, der Schnabel grauschwarz mit hellern Punkten, vorn blaßrot, unten heller. Das S. lebt in Australien und Tasmania bis Queensland in langen, selbstgegrabenen Röhren, die in einen Kessel münden (vgl. die Tafel), an ruhigen, beschatteten Flußufern und stehenden Gewässern, sucht seine Nahrung, kleine Insekten und Weichtiere, durch entenartiges

[Bd. 6, Sp. 914]


Gründeln im Schlamme zwischen Wurzeln und Blättern der Wasserpflanzen und bewahrt sie zunächst in den Backentaschen auf, um sie später zu verzehren, schwimmt und taucht auch vortrefflich. Das Weibchen legt Eier mit derber, pergamentähnlicher Schale, die im Nest bebrütet werden. Die sehr kleinen Jungen gehen an die zitzenlose Brustdrüse und wachsen hier in einem Brutbeutel, der später wieder verschwindet, schnell heran. Die Australier essen das Fleisch des Schnabeltiers trotz seines widerlichen Fischgeruches.
 
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Schnabelwaid, Flecken im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Pegnitz, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Nürnberg-Eger und S.-Bayreuth, 450 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Schloß, Forstamt, Eisensteinbergbau und (1905) 550 Einw
 
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Schnabelwal, s. Meyers Finnfische.
 
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Schnack (v. niederd. snakken, schwatzen), Gerede, Geschwätz; Schnake, lustige Erzählung; Possenreißer. Davon auch Schnickschnack mit gleicher Bedeutung.
 
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Schnaderhüpfeln (Schnadahüpfeln), bei den Alpenbewohnern in Bayern, Tirol und Steiermark improvisierte epigrammartige Gedichte, die immer aus Einer (vierzeiligen) Strophe bestehen und nach einer bestimmten, doch mannigfach modifizierten Melodie gesungen werden, wobei eine Person oder Partei die eine Strophe singt und eine andre Person oder Partei darauf antwortet. Sammlungen von S. aus den Alpen gaben L. v. Hörmann (3. Aufl., Innsbr. 1894), Greinz (Leipz. 188990,2 Hefte) und Gundlach (in Reclams Universal-Bibliothek) heraus. Auch in den Volksliedersammlungen von Tschischka und Schottky (Niederösterreich), Süß (Salzburg), Pogatschnigg und Herrmann (Kärnten), E. Werle (»Almrausch«, Graz 1884) finden sich zahlreiche S. In die Kunstpoesie fanden die S. besonders durch Franz v. Kobell, A. Baumann, K. Stieler und Rosegger Eingang. Vgl. F. Hofmanns Abhandlung über die S. in Frommans »Deutschen Mundarten« (Bd. 4, Nürnb. 1857); Grasberger, Die Naturgeschichte des Schnaderhüpfels (Leipz. 1896); Pommer in der »Zeitschrift des Deutschen und Österr. Alpenvereins« für 1896.
 
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Schnaitheim, Dorf im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Heidenheim, an der Brenz und der Staatsbahnlinie Aalen-Ulm, 496 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein altes Schloß, eine Zigarrenfabrik, Steinbrüche und (1905) 3943 Einw. Dabei die Höhle Birkelstein.
 
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Schnake, s. Meyers Nattern; s. auch Meyers Schnack.
 
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Schnaken, soviel wie Mücken.
 
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Schnalle (Tasche, Nuß), das weibliche Glied der vierfüßigen Raubtiere.
 
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Schnalser Tal, nördliches Seitental des Vintschgaues in Tirol, 30 km lang, wird vom Schnalser Bach durchflossen und enthält die Dörfer Alt- und Neu-Ratteis (941 m), bis wohin aus dem Vintschgau eine Straße führt, Katharinaberg (1241 m), mit hochgelegener Kirche, Karthaus (1323 m) mit ehemaligem Kartäuserkloster, wo das wilde Pfossental mündet, und Unserfrau (1497 m), zusammen mit (1900) 1058 Einw. Von der obersten Häusergruppe des Tales, Kurzras (2011 m), Übergang über das vergletscherte Hochjoch (2885 m) nach Vent im Ötztal. Der Schnalser Bach mündet mit einer malerischen Schlucht 2 km westlich von Naturns in die Etsch. Oberhalb der Mündung liegt die Burg Juval (913 m) aus dem 16. Jahrh., mit Fresken und schöner Aussicht.
 
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Schnalzlaute (engl. Clicks), ihrer Entstehung nach Sauglaute, die bei geschlossenem Kehlkopf hervorgebracht werden. Während bei zivilisierten Völkern die S. nur beim Anrufen der Pferde, bei geräuschvollem Essen oder Küssen, dem sogen. Schmatzen, bei Äußerungen der Ungeduld u. dgl. gehört werden, bilden sie in einigen südafrikanischen Sprachen einen regelmäßigen Bestandteil der Sprache. Die Kaffern besitzen drei verschiedene S., die Hottentotten vier, die Buschmänner mindestens sechs, die auch mehrfach im nämlichen Wort vorkommen können und in wenigen Wörtern ganz fehlen. Die Mundstellung bei Hervorbringung der S. ist die nämliche wie bei der Aussprache des t, k, p, nur wird die hinter der Zunge oder den Lippen eingesperrte Luft eingesogen, anstatt ausgestoßen. Von den Buschmännern gingen sie auf die Hottentotten über; von ihnen haben die Kaffern drei Arten von Schnalzlauten entlehnt. Vereinzelt finden sich S. auch in Sprachen andrer Weltteile, z. B. in nordamerikanischen Indianersprachen, in Guatemala und bei den Negrito der melanesischen Inseln.

 

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