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Schnabeldelphin bis Schnabelschuhe (Bd. 6, Sp. 913)
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Artikelverweis Schnabeldelphin (Platanista), s. Meyers Delphine, S. 619.
 
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Schnäbele, franz. Polizeikommissar in Pagny a. d. Mosel, aus dem Elsaß gebürtig, betrieb von seinem an der deutschen Grenze gelegenen Posten Spionage in Elsaß-Lothringen. Es wurde daher 1887 ein Verhaftungsbefehl vom Reichsgericht gegen S. erlassen. Als er 20. April 1887 auf Einladung des deutschen Polizeikommissars Gautsch in Metz sich zu einer amtlichen Besprechung nach Novéant begeben wollte, wurde er auf deutschem Gebiet auf Grund jenes Haftbefehls festgenommen. Obwohl S. seine Spionage eingestand, ward er dennoch 30. April von der deutschen Reichsregierung freigelassen, weil sie annahm, daß die amtliche Einladung ihm zugleich freies Geleit zugesichert habe. In Frankreich wollte der Kriegsminister Boulanger den Fall S. benutzen, um Deutschland den Krieg zu erklären, was aber von der Mehrheit der Minister abgelehnt wurde.
 
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Schnabelfisch, der eigentliche Delphin, s. Meyers Delphine, S. 619.
 
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Schnabelfisch (Mormyrus L.), Gattung der Edelfische aus der Familie der Schnabelfische (Mormyridae), mit 51 Arten, von denen 11 im Nil leben. Der Nilaal (M. oxyrhynchus Geoffr.), 1 m lang, mit kegelförmiger, verlängerter und leicht abwärts gebogener Schnauze, besitzt zu beiden Seiten des Schwanzes ein aus Platten aufgebautes elektrisches Organ, mit dem er schwache Schläge auszuteilen vermag. Der Fisch wurde von den alten Ägyptern verehrt und häufig abgebildet; er durfte nicht gegessen werden, weil er einer der drei war, die ein Glied vom Körper des Osiris verzehrt hatten. Der Nilkarpfen (M. cyprinoides L.), 1 m lang, mit stumpfer, mäßig langer Schnauze, im Nil und in Westafrika, besitzt ebenfalls elektrische Organe, mit denen er aber keine Schläge auszuteilen vermag.
 
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Schnabelfliegen, s. Meyers Skorpionfliegen.
 
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Schnabelflöte (Flûte à bec, Flûte douce), s. Meyers Flöte.
 
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Schnabelhasel, s. Meyers Haselstrauch, S. 859.
 
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Schnabelkerfe, s. Meyers Halbflügler.
 
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Schnabelkopffries, s. Meyers Fries, S. 147.
 
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Schnabelnuß, s. Meyers Haselstrauch, S. 859.
 
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Schnabelschuhe sollen ihre Entstehung (um 1089) dem Grafen Fulko von Anjou oder Angers zu danken haben, der seiner übelgeformten Füße wegen auf diesen Einfall geraten sei und allerdings schon vorn lang zugespitzte Schuhe trug. Doch ist es wahrscheinlicher, daß sie bei den Polen zuerst in Anwendung kamen, worauf ihr frühester englischer Name, Cracowes (von Krakau), vielleicht hinweist. Sie wurden zuerst im 12. und bis gegen das Ende des 13. Jahrh. getragen, kamen dann eine Zeitlang aus der Mode und tauchten im 14. Jahrh. in Frankreich unter dem Namen Poulaines (Schiffsschnäbel) wieder auf. Sie hatten, auch von den Frauen getragen, bei den vornehmen Ständen bis zu 2 Fuß lange Spitzen, die (um 1360) mit einer Kette oder Agraffe am Bein befestigt (Fig. 1), in Deutschland auch wohl vorn mit einem Glöckchen versehen wurden (Fig. 2). So erhielten sie sich trotz aller Verbote bis gegen das Ende des 15. Jahrh., wo an ihre Stelle die Meyers Entenschnäbel (s. d.) und später die ganz stumpfen Meyers Bärenklauen (s. d.) oder Ochsenmäuler traten. Zu jenen Schnabelschuhen gesellten sich in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. bei beiden Geschlechtern besondere Unterschuhe oder Trippen, die aus Holz mit einem Überzug von Leder, genau nach der Form der Sohle, zur Unterstützung der Schnäbel langspitzig gestaltet und zu ihrer Befestigung mit Spannriemen versehen waren (Fig. 3 u. 4).

 

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