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Schn bis Schnabelfliegen (Bd. 6, Sp. 912 bis 913)
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Artikelverweis Schn., bei Tiernamen Abkürzung für Johann Gottlob Schneider (s. d. 1).
 
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Schnaase, Karl, Kunstschriftsteller, geb. 7. Sept. 1798 in Danzig, gest. 20. Mai 1875 in Wiesbaden, studierte in Heidelberg und Berlin die Rechte, war 181925 in Königsberg und Danzig als Jurist tätig und begann auf einer Reise nach Italien sich Kunststudien zu widmen. 1826 ward er Assessor in Königsberg, 1829 Rat beim Oberlandesgericht in Marienwerder, dann Prokurator am Landgericht in Düsseldorf, wo er an dem neuerwachenden Kunstleben lebhaftesten Anteil nahm. 1848 ward er als Obertribunalsrat nach Berlin berufen, legte diese Stelle aber 1857 nieder, um nur seinen Studien zu leben. 1858 gründete er mit Grüneisen und Schnorr von Carolsfeld das »Christliche Kunstblatt«, verweilte 1865 und 1866 in Rom und siedelte 1867 nach Wiesbaden über. Neben seinen »Niederländischen Briefen« (Stuttg. 1834), in denen er zum erstenmal von seiner philosophisch-historischen Kunstanschauung Zeugnis gab, sowie vielen kleinern Schriften und Aufsätzen weist ihm insbes. sein Hauptwerk, die »Geschichte der bildenden Künste« (Düsseld. 184364, 7 Bde.; 2. Aufl. 186579, 8 Bde.), eine epochemachende Bedeutung in der Entwickelung der modernen Kunstwissenschaft zu. S. hat zuerst gezeigt, wie die Kunst eines Volkes aus der allgemeinen Beschaffenheit des Klimas, des Bodens, der Sitte und Gewohnheit sich entwickelt, und damit eine Grundlage für die geschichtliche Darstellung der allgemeinen Kunstentwickelung geschaffen. Seine Marmorbüste wurde in der Säulenhalle des Neuen Museums zu Berlin aufgestellt. Vgl. Lübke, Karl S. (Stuttg. 1879).
 
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Schnabel (Rostrum), bei den Vögeln die Kiefer, die an Stelle der Zähne mit einer hornigen Scheide bekleidet sind. Seine knöcherne Grundlage wird vom Ober-, Zwischen- und Unterkiefer gebildet; die Einlenkung am Schädel ist derart, daß beim Öffnen des Schnabels der Unterschnabel gesenkt und der Oberschnabel ein wenig gehoben wird. Seine Form wird zum großen Teil von der Nahrung des Vogels bedingt, ist äußerst mannigfaltig und wird von den Zoologen zur Klassifizierung der Vögel benutzt (soz. B. Zahnschnäbler; s. Abbildung auf Tafel Meyers »Körperteile der Vögel«). Auch bei Schnabeltieren und Schildkröten kommt ein S. vor; schnabelartige Bildungen sind ferner bei den Tintenschnecken ausgeprägt und häufig wegen ihrer Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis in Versteinerungen die einzigen Spuren der im übrigen zugrunde gegangenen Tiere. Der S. vieler Insekten (Schnabelkerfe: Wanzen, Zikaden, Blattläuse etc.) bildet ein Rohr, das aus Ober- und Unterlippe hervorgeht und im Innern die zu Stechborsten umgewandelten Kieferpaare birgt. Ähnlich verhält es sich mit dem S. mancher Schmarotzerkrebse. Im weitern Sinne bezeichnet man als S. (Rostrum) schnabelartige Vorsprünge, z. B. bei Krebsen der sogen. Stirnschnabel oder Stirnstachel, die aber nicht in Beziehung zum Munde stehen.
 
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Schnabel, im Maschinenwesen, s. Meyers Kran, S. 567.
 
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Schnabel, Fisch, s. Meyers Nase, S. 430.
 
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Schnabel, Johann Gottfried, Schriftsteller, dessen Lebensumstände im einzelnen unbekannt sind, machte in seiner Jugend Reisen und Feldzüge in der Umgebung des Prinzen Eugen mit, scheint später in

[Bd. 6, Sp. 913]


Diensten eines der jüngern Grafen Stolberg-Stolberg gestanden zu haben und ward 1731 gräflich Stolbergscher Hofagent in Stolberg am Harz, gab hier 1731 bis 1738 eine Zeitung: »Stolbergische Sammlung neuer und merkwürdiger Weltgeschichte«, heraus und veröffentlichte unter dem Namen Gisander: »Lebens-, Helden- und Todesgeschichte des berühmtesten Feldherrn Eugenii Francisci von Savoyen« (Stolb. 1737) und sein Hauptwerk, den Roman: »Wunderliche Fata einiger Seefahrer, vornehmlich Alberti Julii, eines gebornen Sachsen, und seiner auf der Insel Felsenburg zustande gebrachten Kolonien« (Nordh. 173142 u. ö., 4 Tle.; Neudruck von Ulrich, 1. Teil, Berl. 1902; bearbeitet hrsg. von Tieck, Bresl. 1827, 4 Bde.), der, wenigstens in seinem 1. Teil, weit über die Masse der Robinsonaden hervorragt und neben vielem abenteuerlichen einen wahrhaft poetischen Kern enthält. Vgl. Ad. Stern, Der Dichter der »Insel Felsenburg« (in Riehls »Historischem Taschenbuch für 1880«); Kippenberg, Robinson in Deutschland bis zur Insel Felsenburg, 17311743 (Hannov. 1892).
 
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Schnabeldelphin (Platanista), s. Meyers Delphine, S. 619.
 
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Schnäbele, franz. Polizeikommissar in Pagny a. d. Mosel, aus dem Elsaß gebürtig, betrieb von seinem an der deutschen Grenze gelegenen Posten Spionage in Elsaß-Lothringen. Es wurde daher 1887 ein Verhaftungsbefehl vom Reichsgericht gegen S. erlassen. Als er 20. April 1887 auf Einladung des deutschen Polizeikommissars Gautsch in Metz sich zu einer amtlichen Besprechung nach Novéant begeben wollte, wurde er auf deutschem Gebiet auf Grund jenes Haftbefehls festgenommen. Obwohl S. seine Spionage eingestand, ward er dennoch 30. April von der deutschen Reichsregierung freigelassen, weil sie annahm, daß die amtliche Einladung ihm zugleich freies Geleit zugesichert habe. In Frankreich wollte der Kriegsminister Boulanger den Fall S. benutzen, um Deutschland den Krieg zu erklären, was aber von der Mehrheit der Minister abgelehnt wurde.
 
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Schnabelfisch, der eigentliche Delphin, s. Meyers Delphine, S. 619.
 
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Schnabelfisch (Mormyrus L.), Gattung der Edelfische aus der Familie der Schnabelfische (Mormyridae), mit 51 Arten, von denen 11 im Nil leben. Der Nilaal (M. oxyrhynchus Geoffr.), 1 m lang, mit kegelförmiger, verlängerter und leicht abwärts gebogener Schnauze, besitzt zu beiden Seiten des Schwanzes ein aus Platten aufgebautes elektrisches Organ, mit dem er schwache Schläge auszuteilen vermag. Der Fisch wurde von den alten Ägyptern verehrt und häufig abgebildet; er durfte nicht gegessen werden, weil er einer der drei war, die ein Glied vom Körper des Osiris verzehrt hatten. Der Nilkarpfen (M. cyprinoides L.), 1 m lang, mit stumpfer, mäßig langer Schnauze, im Nil und in Westafrika, besitzt ebenfalls elektrische Organe, mit denen er aber keine Schläge auszuteilen vermag.
 
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Schnabelfliegen, s. Meyers Skorpionfliegen.

 

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