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Schmutt bis Schnabel (Bd. 6, Sp. 912)
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Artikelverweis Schmutt, seemännisch sowie wie seiner Regen.
 
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Schmutzbänder, soviel wie Meyers Schmutzstreifen (s. d.).
 
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Schmutzer, 1) Johann Matthias, Kupferstecher, geb. 5. April 1733 in Wien, gest. daselbst 2. Dez. 1811, lernte dort bei M. Donner und in Paris bei Wille, kehrte 1766 nach Wien zurück und bildete zahlreiche Schüler. Seine Hauptblätter sind Stiche nach Rubens.
   2) Ferdinand, Maler und Radierer, geb. 21. Mai 1870 in Wien, besuchte die dortige Akademie unter William Unger und bildete sich dann während eines zweijährigen Aufenthalts in Holland weiter. Nachdem er zuerst mit Bildern aus dem dortigen Leben hervorgetreten war, bevorzugte er mehr und mehr die Malerradierung, in der er es bald zu bedeutenden Erfolgen brachte. Unter seinen Werken auf diesem Gebiete befinden sich holländische Interieurs, Landschaften mit Staffage und besonders vortreffliche Bildnisse, wie die Paul Heyses, Rudolf v. Alts, Karl Goldmarks. Er hat auch einige Platten allergrößten Formats (Dame mit Pferd, Joachim-Quartett, Bildnis Luegers) radiert. 1905 erhielt er die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung und 1906 wurde er Mitglied der Berliner Akademie. Er lebt in Wien.
 
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Schmutzflechte (Borkenflechte, Rupia, Rhypia), Hautausschlag, der mit der Bildung von Blasen auf der geröteten Haut beginnt. Der Inhalt der Blasen wird eiterig, oft auch blutig und vertrocknet nach einiger Zeit zu einem Schorf. Meist ist die S. eine Teilerscheinung und Symptom der konstitutionellen Syphilis. Die nicht syphilitische S. kommt am häufigsten bei herabgekommenen Individuen vor, gewöhnlich an den Extremitäten, wo die einzelnen Blasen und Borken isoliert stehen. Nach Entfernung der Borken hat man eine von der Oberhaut entblößte Stelle oder auch ein tiefes, zuweilen brandiges Geschwür vor sich, das, sich selbst überlassen, sich bald wieder mit einer Borke bedeckt. Während die einfache S. gewöhnlich mit Hinterlassung einer flachen, oft pigmentierten Narbe heilt, kann die brandige S. durch Erschöpfung zum Tode führen. Bei der Behandlung der S. ist die Besserung der Körperkonstitution, der Ernährung etc. die Hauptsache, außerdem örtliche Bäder, Höllenstein und andre Reizmittel. Die syphilitische S. erfordert eine antisyphilitische Behandlung.
 
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Schmutzgruben, schon in vorgeschichtlicher Zeit ausgebeutete Feuersteingruben (etwa 254) unweit Brandon, an der Grenze von Norfolk und Suffolk, von etwa 518 m Durchmesser und 1213 m Tiefe, die am Grund in oft ineinander mündende Gänge ausliefen. An der Ostseite der Gruben befindet sich ein Hügel aus der der ersten Vertiefung entnommenen Kreide. Als Werkzeuge fand man zugespitzte Hirschgeweihe. Ähnliche Feuersteinwerke befinden sich in Belgien unweit Spienne.
 
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Schmutzmauke, s. Meyers Mauke.
 
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Schmutzstreifen (Schmutzbänder), s. Meyers Gletscher, S. 28, 1. Spalte.
 
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Schmutztitel (franz. Faux titre), in gedruckten Büchern das erste Blatt, das nur den Haupttitel des Buches enthält und zum Schutze des eigentlichen Titelblattes dient.
 
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Schn., bei Tiernamen Abkürzung für Johann Gottlob Schneider (s. d. 1).
 
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Schnaase, Karl, Kunstschriftsteller, geb. 7. Sept. 1798 in Danzig, gest. 20. Mai 1875 in Wiesbaden, studierte in Heidelberg und Berlin die Rechte, war 181925 in Königsberg und Danzig als Jurist tätig und begann auf einer Reise nach Italien sich Kunststudien zu widmen. 1826 ward er Assessor in Königsberg, 1829 Rat beim Oberlandesgericht in Marienwerder, dann Prokurator am Landgericht in Düsseldorf, wo er an dem neuerwachenden Kunstleben lebhaftesten Anteil nahm. 1848 ward er als Obertribunalsrat nach Berlin berufen, legte diese Stelle aber 1857 nieder, um nur seinen Studien zu leben. 1858 gründete er mit Grüneisen und Schnorr von Carolsfeld das »Christliche Kunstblatt«, verweilte 1865 und 1866 in Rom und siedelte 1867 nach Wiesbaden über. Neben seinen »Niederländischen Briefen« (Stuttg. 1834), in denen er zum erstenmal von seiner philosophisch-historischen Kunstanschauung Zeugnis gab, sowie vielen kleinern Schriften und Aufsätzen weist ihm insbes. sein Hauptwerk, die »Geschichte der bildenden Künste« (Düsseld. 184364, 7 Bde.; 2. Aufl. 186579, 8 Bde.), eine epochemachende Bedeutung in der Entwickelung der modernen Kunstwissenschaft zu. S. hat zuerst gezeigt, wie die Kunst eines Volkes aus der allgemeinen Beschaffenheit des Klimas, des Bodens, der Sitte und Gewohnheit sich entwickelt, und damit eine Grundlage für die geschichtliche Darstellung der allgemeinen Kunstentwickelung geschaffen. Seine Marmorbüste wurde in der Säulenhalle des Neuen Museums zu Berlin aufgestellt. Vgl. Lübke, Karl S. (Stuttg. 1879).
 
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Schnabel (Rostrum), bei den Vögeln die Kiefer, die an Stelle der Zähne mit einer hornigen Scheide bekleidet sind. Seine knöcherne Grundlage wird vom Ober-, Zwischen- und Unterkiefer gebildet; die Einlenkung am Schädel ist derart, daß beim Öffnen des Schnabels der Unterschnabel gesenkt und der Oberschnabel ein wenig gehoben wird. Seine Form wird zum großen Teil von der Nahrung des Vogels bedingt, ist äußerst mannigfaltig und wird von den Zoologen zur Klassifizierung der Vögel benutzt (soz. B. Zahnschnäbler; s. Abbildung auf Tafel Meyers »Körperteile der Vögel«). Auch bei Schnabeltieren und Schildkröten kommt ein S. vor; schnabelartige Bildungen sind ferner bei den Tintenschnecken ausgeprägt und häufig wegen ihrer Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis in Versteinerungen die einzigen Spuren der im übrigen zugrunde gegangenen Tiere. Der S. vieler Insekten (Schnabelkerfe: Wanzen, Zikaden, Blattläuse etc.) bildet ein Rohr, das aus Ober- und Unterlippe hervorgeht und im Innern die zu Stechborsten umgewandelten Kieferpaare birgt. Ähnlich verhält es sich mit dem S. mancher Schmarotzerkrebse. Im weitern Sinne bezeichnet man als S. (Rostrum) schnabelartige Vorsprünge, z. B. bei Krebsen der sogen. Stirnschnabel oder Stirnstachel, die aber nicht in Beziehung zum Munde stehen.

 

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