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Schmuckmalve bis Schmutzflechte (Bd. 6, Sp. 911 bis 912)
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Artikelverweis Schmuckmalve, s. Abutilon.
 
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Schmuckmaterialien, im Bauwesen, s. Meyers Baumaterialien.
 
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Schmucksachen, s. Meyers Schmuck.
 
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Schmucktanne, soviel wie Araucaria.
 
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Schmuckvogel (Schnurrenvogel, Zier-, Samtvogel, Manakin, Pipra L.), Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Königswürger (Tyrannidae), Vögel mit kurzem Schnabel, hohen, dünnen Beinen, kurzen Zehen, mäßig langen Flügeln und kurzem, abgestumpftem oder keilförmig zugespitztem Schwanz. Das Gefieder ist beim Männchen schwarz. an einzelnen Stellen des Leibes aber sehr lebhaft gefärbt. Sie leben paarweise in Wäldern nach Art unsrer Meisen; ihr Gesang ist unbedeutend, das kunstlose Nest enthält zwei längliche, blasse, feingetüpfelte Eier. Von den 60 Arten in Mittel- und Südamerika besitzt der Mönchsschmuckvogel (P. manacus Edw.) eine knackende, dann knarrende und zuletzt tief brummende Stimme; er bläst die Kehlgegend auf, wobei das lange Kehlgefieder bartartig hervortritt.
 
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Schmuden (Shmuden), die Bewohner von Samogitien (s. d.).
 
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Schmuggelhandel (Schleichhandel, Paschhandel, Pascherei, Einschwärzung), die verbotswidrige Einführung von Waren (Konterbande) in ein fremdes Staatsgebiet mit Hinterziehung des darauf gelegten Zolles. Die Handelshäuser des Auslandes, die solche Waren versenden, laufen hierbei keine Gefahr, da sie den Gesetzen ihres Landes nicht zuwiderhandeln. Die Abnehmer eingeschmuggelter Waren laufen ebenfalls im Verhältnis wenig oder gar keiner Gefahr, da sie sich gar nicht darum zu kümmern haben, wie und wann die Ware in das Land gebracht wurde. Die Gefahr trifft vielmehr hauptsächlich diejenigen, die sich zum Überschmuggeln der Waren hergeben (Schmuggler); sie trifft die Strafe für Meyers Konterbande (s. d.). Der S. verkürzt die Einnahme des Staates und vereitelt seine Abgabengesetze. Je höher die Zölle sind, mit denen die Ein- und Ausfuhr belastet sind, je drückendere Formalitäten die Zollgesetze vorschreiben, um so größer wird der Reiz zur Ausübung dieses gemeinschädlichen, besonders auf die Bewohner der Grenzdistrikte demoralisierend einwirkenden Gewerbes. Zur Bekämpfung des Schmuggelhandels bestehen zwischen den Grenzstaaten meistens besondere

[Bd. 6, Sp. 912]


Konventionen. So ist z. B. in dem deutsch-österreichischen Handels- und Zollvertrag vom 6. Dez. 1891 ausdrücklich stipuliert, daß den Aufsichtsbeamten des einen Staates die Verfolgung von Schleichhändlern in das Gebiet des andern Staates gestattet sein, und daß denselben dabei durch Steuer-, Zoll- und Polizeibeamte sowie durch die Ortsvorstände alle erforderliche Auskunft und Beihilfe zuteil werden soll. Vgl. das Deutsch-Österreichische Zollkartell vom 6. Dez. 1891, § 58,12,26, sowie das deutsche Gesetz, betr. die Ausführung desselben, vom 9. Juni 1895.
 
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Schmutt, seemännisch sowie wie seiner Regen.
 
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Schmutzbänder, soviel wie Meyers Schmutzstreifen (s. d.).
 
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Schmutzer, 1) Johann Matthias, Kupferstecher, geb. 5. April 1733 in Wien, gest. daselbst 2. Dez. 1811, lernte dort bei M. Donner und in Paris bei Wille, kehrte 1766 nach Wien zurück und bildete zahlreiche Schüler. Seine Hauptblätter sind Stiche nach Rubens.
   2) Ferdinand, Maler und Radierer, geb. 21. Mai 1870 in Wien, besuchte die dortige Akademie unter William Unger und bildete sich dann während eines zweijährigen Aufenthalts in Holland weiter. Nachdem er zuerst mit Bildern aus dem dortigen Leben hervorgetreten war, bevorzugte er mehr und mehr die Malerradierung, in der er es bald zu bedeutenden Erfolgen brachte. Unter seinen Werken auf diesem Gebiete befinden sich holländische Interieurs, Landschaften mit Staffage und besonders vortreffliche Bildnisse, wie die Paul Heyses, Rudolf v. Alts, Karl Goldmarks. Er hat auch einige Platten allergrößten Formats (Dame mit Pferd, Joachim-Quartett, Bildnis Luegers) radiert. 1905 erhielt er die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung und 1906 wurde er Mitglied der Berliner Akademie. Er lebt in Wien.
 
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Schmutzflechte (Borkenflechte, Rupia, Rhypia), Hautausschlag, der mit der Bildung von Blasen auf der geröteten Haut beginnt. Der Inhalt der Blasen wird eiterig, oft auch blutig und vertrocknet nach einiger Zeit zu einem Schorf. Meist ist die S. eine Teilerscheinung und Symptom der konstitutionellen Syphilis. Die nicht syphilitische S. kommt am häufigsten bei herabgekommenen Individuen vor, gewöhnlich an den Extremitäten, wo die einzelnen Blasen und Borken isoliert stehen. Nach Entfernung der Borken hat man eine von der Oberhaut entblößte Stelle oder auch ein tiefes, zuweilen brandiges Geschwür vor sich, das, sich selbst überlassen, sich bald wieder mit einer Borke bedeckt. Während die einfache S. gewöhnlich mit Hinterlassung einer flachen, oft pigmentierten Narbe heilt, kann die brandige S. durch Erschöpfung zum Tode führen. Bei der Behandlung der S. ist die Besserung der Körperkonstitution, der Ernährung etc. die Hauptsache, außerdem örtliche Bäder, Höllenstein und andre Reizmittel. Die syphilitische S. erfordert eine antisyphilitische Behandlung.

 

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