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Schmitzen bis Schmoren (Bd. 6, Sp. 909)
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Artikelverweis Schmitzen, schwache Erz- oder Kohlentrümchen.
 
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Schmock, nach einer Figur in Gustav Freytags »Journalisten« ein käuflicher, skrupelloser Journalist.
 
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Schmoden, Verbrennen von Bodenüberzug und Holzabfall beim Meyers Hackwaldbetriebe (s. d.).
 
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Schmöker (Schmäucher, v. holländ. smoken, »rauchen«), altes vergilbtes (durchräuchertes) Buch.
 
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Schmolck (Schmolke), Benjamin, evang. Kirchenliederdichter, geb. 21. Dez. 1672 in Brauchitschdorf bei Liegnitz, gest. 12. Febr. 1737 in Schweidnitz, studierte in Leipzig, ward 1702 Diakonus in Schweidnitz und 1714 Oberprediger daselbst. S. stand auf dem Boden eines gesunden Pietismus. Er verfiel als Dichter oft ins Spielende; doch sind manche seiner 1183 Lieder (gesammelt, Tübing. 174044, 2 Bde.; Auswahl mit Lebensbeschreibung von Grote, 2. Aufl., Leipz. 1860), z. B. »Was Gott tut, das ist wohlgetan etc.« und »Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben etc.«, mit Recht in die neuen Gesangbücher übergegangen. Seine Erbauungsbücher werden heute noch herausgegeben. Vgl. Hoffmann von Fallersleben, Bartholomäus Ringwaldt und Benjamin S. (Bresl. 1833); Kobe, Benjamin S. der schlesische Liederdichter (Stuttg. 1907).
 
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Schmoller, Gustav, Nationalökonom, geb. 24. Juni 1838 in Heilbronn, studierte in Tübingen Staatswissenschaften, war dann einige Zeit am Statistischen Bureau in Stuttgart beschäftigt, wurde 1864 außerordentlicher, 1865 ordentlicher Professor der Staatswissenschaften in Halle, 1872 in Straßburg, 1882 in Berlin. 1884 wurde er zum Mitglied des preußischen Staatsrats, 1887 zum Historiographen für brandenburgische Geschichte, 1899 als Vertreter der Universität Berlin zum Mitglied des preußischen Herrenhauses ernannt. Seine in den »Preußischen Jahrbüchern«, Hildebrands »Jahrbüchern für Nationalökonomie«, dem »Jahrbuch für Gesetzgebung etc.«, der »Zeitschrift für preußische Geschichte und Landeskunde« veröffentlichten Aufsätze sind zum großen Teil der Geschichte des preußischen Verwaltungsrechts und der Arbeiterfrage, namentlich der ländlichen, gewidmet. Selbständig erschienen: »Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert« (Halle 1869) und »Über einige Grundfragen des Rechts und der Volkswirtschaft« (Jena 1875), ersteres ein Vorläufer, letzteres der schärfste Ausdruck der von dem Verein für Sozialpolitik eingeschlagenen Richtung, an dessen Begründung sich S. lebhaft beteiligt hat, und dessen Vorsitzender er seit 1890 ist; ferner: »Straßburgs Blüte und die volkswirtschaftliche Revolution im 13. Jahrhundert« (Straßb. 1875); »Straßburg zur Zeit der Zunftkämpfe« (das. 1875); »Die Straßburger Tucher- und Weberzunft, Urkunden und Darstellung nebst Regesten und Glossar« (das. 1878); »Zur Literaturgeschichte der Staats- und Sozialwissenschaften« (Leipz. 1888) und »Zur Sozial- und Gewerbepolitik der Gegenwart«, Reden und Aufsätze (das. 1890); »Umrisse und Untersuchungen zur Verfassungs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte, besonders des preußischen Staates im 17. und 18. Jahrhundert« (das. 1898); »Über einige Grundfragen der Sozialpolitik und der Volkswirtschaftslehre« (das. 1898, 2. Aufl. 1904); »Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre« (1. Teil, das. 1900; 6. Aufl. 1901; 2. Teil, das. 1904). Seit 1881 gibt er das »Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich«, seit 1878 Monographien (zum Teil von seinen Schülern herrührend) unter dem Titel: »Staats- und sozialwissenschaftliche Forschungen« (bis 1906: 125 Hefte) heraus. Auf seine und Sybels Veranlassung beschloß die Berliner Akademie der Wissenschaften 1887 die Herausgabe der »Acta Borussica, Denkmäler der preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert« (Berl. 1892 ff.), an denen S. selbst hervorragenden Anteil nimmt. Vgl. Stam per, Gustav S. (Bresl. 1901).
 
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Schmollis (auch Smollis, angeblich von sis mollis, »sei mir freundlich« [?] oder vom altniederdeutschen smullen-schmausen, zechen), Trinkgruß bei Studentenkommersen; S. trinken (schmollieren), soviel wie Brüderschaft trinken, sich auf Du- und -Du stellen.
 
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Schmölln, Stadt im sachsen-altenburg. Ostkreis, an der Sprotte und der sächsischen Staatsbahnlinie Gößnitz-Gera, 210 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I., eine Realschule, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Wollspinnerei, 15 Knopffabriken, Schuh-, Holzpantoffel-, Kartonnagen-, Zigarren-, Dosen-, Bürsten-, Malz-, Stoffwäsche-, Posamenten-, Maschinen-, Uhrgehäuse-, Jalousien-, Drahtstift- u. Holzrosettenfabrikation, Bierbrauerei und (1905) 11,030 meist evang. Einwohner. In der Nähe der Weihberg mit Aussichtsturm. Vgl. Höhn, Geschichtliche Entwickelung des gewerblichen Lebens der Stadt S. (Schmölln 1892).
 
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Schmöllnitz (Schmölnitz, magyar. Szomolnok), Bergstadt und Großgemeinde im ungar. Komitat Zips, im engen Tal der Göllnitz, an der Zweigbahn Margitfalu-S. der Kaschau-Oderberger Bahn, mit Bergamt, Probieramt und Hüttenwerken, Tabakfabrik und (1901) 2555 meist deutschen und magyarischen (römisch-kath.) Einwohnern (s. Meyers Gründner). Der ehemals blühende Bergbau auf Kupfer hat fast ganz aufgehört; die jetzt bestehende Schmöllnitzer Bergbau-Aktiengesellschaft produziert bloß Eisenkies, Eisen- und Kupfervitriol in größern Mengen. Im August 1905 brannte fast die ganze Stadt ab. Nördlich liegt die Schmöllnitzhütte (Szomolnokhuta), mit Bergbau auf Schwefel, Schwefelkies und Schmölnitzerrot und 1149 meist deutschen (römisch-kath.) Einwohnern.
 
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Schmone esre (hebr., »achtzehn«), das neben dem Meyers Sch'ma (s. d.) bekannte Hauptgebet des täglichen jüdischen Gottesdienstes am Morgen, Nachmittag und Abend, das aus 18 Benediktionen besteht. Der Name S. ist auch auf die ähnlichen, meist nur 7 Benediktionen enthaltenden Gebete der Sabbate und Festtage, an denen, wie bei der Neumondfeier, noch eine Gesetz- (Mussaf-, s. d.) S. hinzukommt, übernommen worden.
 
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Schmoren, in der Kochkunst, s. Meyers Dämpfen.

 

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