Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schmeißer bis Schmelzfarben (Bd. 6, Sp. 885 bis 887)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schmeißer, Karl, Bergmann, geb. 16. Okt. 1855 in Siegen, studierte in Bonn und Berlin, wurde 1883 Bergassessor, war bis 1889 bei der Staatseisenbahnverwaltung beschäftigt, wurde 1890 Bergrat und ging 1893 nach Südafrika behufs Berichterstattung über den Goldbergbau und über die deutsche Ausfuhr nach Südafrika, wo er die Kapkolonie und das ganze Transvaal bereiste. 1895 ging S. zum Studium des Goldbergbaues nach Australien. Seit 1897 war er als Oberbergrat Mitglied des Oberbergamts in Klausthal, 1899 wurde er für den Bezirk Ilfeld-Zellerfeld in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich der freikonservativen Partei anschloß, 1900 übernahm er die Leitung der königlichen Geologischen Landesanstalt und der Bergakademie in Berlin, und 1906 ging er als Berghauptmann nach Breslau. S. schrieb: »Über Vorkommen und Gewinnung der nutzbaren Mineralien in der südafrikanischen Republik unter besonderer Berücksichtigung des Goldbergbaus« (u. Aufl., Berl. 1895); »Die Goldfelder Australasiens« (mit

[Bd. 6, Sp. 886]


Vogelsang, Berl. 1897; engl., Lond. 1898); »Die Goldlagerstätten und der gegenwärtige Stand des Goldbergbaues in Australasien« (Berl. 1897).
 
Artikelverweis 
Schmeißfliege, s. Meyers Fliegen, S. 692.
 
Artikelverweis 
Schmeks (magyar. Tátrafüred), klimatischer Kurort und Sommerfrische im ungar. Komitat Zips, am Südabhang der Schlagendorfer Spitze (Tátra), 1014 m ü. M., in wildromantischer Gegend inmitten von Fichtenwaldungen, mit vier Säuerlingen, kalter Schwefelquelle und Kaltwasserheilanstalt. In nächster Nähe der klimatische Kurort Neuschmeks (Uj- Tátrafüred), 1004 m ü. M., mit Wintersanatorium und Kaltwasserheilanstalt, und 4 km südöstlich Unterschmeks (Alsó-Tátrafüred), 940 m ü. M., 1882 begründet, mit Kaltwasserheilanstalt, Moorbädern und fünf alkalischen Eisensäuerlingen. Nächste Eisenbahnstation ist Poprád-Felka an der Kaschau-Oderberger Bahn, von wo bis Tátra-Lomnicz eine Nebenbahn führt. Vgl. »Tátrafüred-S., klimatischer Kurort« (Kaschau 1887) und Literatur zu »Tátra«.
 
Artikelverweis 
Schmele, soviel wie Schmiele, s. Meyers Aira.
 
Artikelverweis 
Schmeller, Joseph Andreas, bedeutender Germanist, geb. 6. Aug. 1785 zu Tirschenreuth in der Oberpfalz, gest. 27. Juli 1852, besuchte eine Zeitlang das Lyzeum in München, ward 1806 Lehrer in Madrid und gründete 1808 eine Privatanstalt in Basel. Nach den Befreiungskriegen, an denen er als bayrischer Freiwilliger teilnahm, widmete er sich vorzugsweise dem Studium der bayrischen Mundarten und veröffentlichte die Ergebnisse in den Schriften: »Die Mundarten Bayerns, grammatikalisch dargestellt« (Münch. 1821) und »Bayrisches Wörterbuch, mit urkundlichen Belegen« (Stuttg. 182736, 4 Bde.; 2. Aufl. von Fromman, 186877). Diese ausgezeichneten Arbeiten legten durch ihre strenge Methode den Grund zu wissenschaftlichen Forschungen über die deutschen Dialekte überhaupt. S. wurde 1827 Professor am Kadettenhaus in München, 1828 außerordentlicher Professor der ältern deutschen Literatur an der Universität daselbst, 1840 zugleich Unterbibliothekar an der Staatsbibliothek und 1846 ordentlicher Professor. Außer den genannten Hauptwerken veröffentlichte er die von ihm »Hêliand« betitelte altsächsische Evangelienharmonie (Stuttg. 1830); die althochdeutsche Übersetzung der sonst dem Tatian, von ihm aber dem Ammonius zugeschriebenen »Evangelienharmonie« (Wien 1841); das althochdeutsche Gedicht vom Weltuntergang (»Muspilli«, Münch. 1832); »Lateinische Gedichte des 10. und 11. Jahrhunderts« (mit Jakob Grimm, Götting. 1838); »St. Ulrichs Leben« (Münch. 1844); »Des böhmischen Herrn Leo von Rozmital Ritter-, Hof- und Pilgerfahrt« (Stuttg., Liter. Verein, 1844); »Carmina burana« (das. 1847; 2. Aufl., Bresl. 1883) und die »Jagd« des Hadamar von Laber (Stuttg. 1850). Noch sind zu nennen sein Werk »München unter der Vierherzogregierung 1397 bis 1403« (Münch. 1833) und die Abhandlung »Über die sogen. Cimbern der VII und XIII Kommunen auf den Venedischen Alpen und ihre Sprache« (das. 1838). Sein nachgelassenes »Cimbrisches Wörterbuch« wurde von Bergmann (Wien 1855), ein Drama: »Die Ephesier«, von Nicklas (Münch. 1885) herausgegeben. Vgl. J. A. Nicklas, Schmellers Leben und Wirken (Münch. 1885).
 
Artikelverweis 
Schmeltz, Johannes Dietrich Eduard, Ethnograph, geb. 17. Mai 1839 in Hamburg, bildete sich durch Selbststudium zum naturwissenschaftlichen Sammler und Ethnographen heran, wurde 1863 Kustos und Leiter des Godeffroyschen Museums für Natur- und Völkerkunde Australiens und der Südseeinseln in Hamburg und 1882 Konservator am ethnographischen Reichsmuseum in Leiden, 1897 Direktor desselben. Er veröffentlichte außer einer Anzahl kleinerer Aufsätze zoologischen und ethnologischen Inhalts 1881 einen beschreibenden Katalog der ethnographischen Abteilung des Museums Godeffroy und gab in Gemeinschaft mit F. S. A. Clercq »Ethnographische Beschrijving van de West-en Noordkust van Nederlandsch Nieuw-Guinea« (Leiden 1893) heraus. 1888 begründete er das »Internationale Archiv für Ethnographie« (Leiden, bis jetzt 18 Bde.), in dem er auch eine Reihe eigner Arbeiten niederlegte.
 
Artikelverweis 
Schmelz, weicher Glanz einer Farbe; auch soviel wie Schmalte oder Email; kurze Stückchen farbiger, dünner Glasröhren, die wie Perlen zu Stickerei und Verzierungen verwendet werden.
 
Artikelverweis 
Schmelz (Email) der Zähne, s. Meyers Zähne.
 
Artikelverweis 
Schmelz, Dorf, s. Meyers Königlich Schmelz.
 
Artikelverweis 
Schmelzen, der Übergang eines Körpers aus dem festen in den flüssigen Zustand durch die Wirkung der Wärme. Die Temperatur, bei der ein Körper schmilzt, heißt der Schmelzpunkt. Er ist identisch mit dem Erstarrungspunkt, der Temperatur, bei der beim Abkühlen Wiedererstarrung der Schmelze eintritt. Manche Substanzen haben mehrfache Schmelz-, bez. Erstarrungspunkte, indem sie in verschiedenen Modifikationen (Polymorphie) erstarren können. Aus stark erhitzten und rasch gekühlten S. kristallisieren im allgemeinen zunächst labile Modifikationen. Nach der Lage des Schmelzpunktes unterscheidet man leichtflüssige Körper, die bei mäßig hohen, und schwerflüssige, die erst bei sehr hohen Temperaturen schmelzen. Der Schmelzpunkt eines Körpers wird oft durch gewisse Beimischungen beeinflußt, und manche Metallegierungen schmelzen bei niederer Temperatur als ihre Bestandteile (Schnellot, Rosesches Metall, Woods Metall). Schmelzpunkte einiger Körper:

Alle Körper sind bei genügend hoher Erhitzung schmelzbar, falls sie nicht, wie z. B. das Holz, schon vorher durch die Hitze chemisch zersetzt werden oder wie Kohle sublimieren. Erhitzt man Körper bis zum S., so bleibt die Temperatur konstant von dem Augenblick an, wo die Schmelzung beginnt, solange noch ein Teil des Körpers starr ist. Schnee von -6° erwärmt sich im warmen Zimmer auf 0° und beginnt dann zu schmelzen. Die Temperatur bleibt konstant, bis der Schnee völlig verschwunden ist, und beginnt dann erst zu steigen. Alle während des Schmelzvorganges zugeführte Wärme wird dazu verbraucht, den Schnee von 0° in Wasser von 0° zu verwandeln. Diese Wärmemenge nennt man die Schmelzwärme (Flüssigkeitswärme) des Körpers oder auch, weil sie sich gleichsam mit dem Körper verbunden oder in der entstandenen Flüssigkeit versteckt zu haben scheint, die gebundene oder latente Wärme. 1 kg trockener Schnee von 0° gibt mit 1 kg Wasser von 80°2 kg Wasser von 0°. Demnach wird alle Wärme, die 1 kg Wasser abgibt, indem es von 80° auf 0° erkaltet, dazu verwendet, 1 kg Schnee von 0° in 1 kg Wasser von. ebenfalls 0° zu verwandeln, oder, mit andern Worten,

[Bd. 6, Sp. 887]


zur bloßen Schmelzung von 1 kg Eis wird ebensoviel Wärme verbraucht, wie nötig ist, um 1 kg Wasser von 0° auf 80° zu erwärmen. Die Wärmemenge, die erforderlich ist, um 1 kg Wasser um 1° zu erwärmen, ist die Wärmeeinheit (Kalorie). Die Schmelzwärme des Eises beträgt demnach 80 Wärmeeinheiten, die des Bleies 5,32, des Kadmiums 13,66, des Kaliums 0,61, des Natriums 0,73, des Silbers 21, des Zinns 14,25. Stellt man ein Glas Wasser, in das ein Thermometer eingesenkt ist, bei starker Kälte ins Freie, so sinkt das Thermometer bis 0°; nun beginnt die Eisbildung, und das Thermometer bleibt unverändert auf 0° stehen, bis das Wasser vollständig erstarrt ist; erst dann findet weitere Abkühlung statt. Obgleich also dem Gefäß fortwährend Wärme entzogen wird, sinkt doch während der Dauer des Erstarrens die Temperatur nicht, weil beim Festwerden des Wassers sich Wärme entwickelt, die, indem sie in jedem Augenblick die nach außen abgegebene Wärmemenge ersetzt, die Temperatur 0° aufrecht erhält; indem nämlich die zwischen den Wasserteilchen tätigen Anziehungskräfte diese wieder in die feste Modifikation zurückverwandeln, leisten sie eine Arbeit, die derjenigen, die beim S. zur Überwindung dieser Kräfte aufgewendet werden mußte, genau gleich ist und nun als Wärme, d. h. als lebhaftere Schwingungsbewegung der kleinsten Teilchen, sich offenbart. Beim Erstarren wird also die beim S. gebundene Wärmemenge wieder frei. Wasser von 0° gefriert, wenn man ihm Wärme entzieht, Eis von 0° schmilzt, wenn man ihm Wärme zuführt; die Erstarrungstemperatur (der Gefrierpunkt) fällt also mit dem Schmelzpunkt zusammen. Unter besondern Umständen aber, nämlich bei Vermeidung von Erschütterungen und bei Abschluß der Luft, können Flüssigkeiten bis weit unter den Schmelzpunkt abgekühlt werden, ohne zu erstarren; man sagt alsdann, die Flüssigkeit sei unterkühlt oder überschmolzen. Stellt man ein Glas Wasser, mit einer Ölschicht bedeckt und einem Thermometer darin, bei starkem Frost ins Freie, so kann man das Thermometer auf -8 bis -10° sinken sehen, ohne daß das Wasser gefriert; bei einer Erschütterung aber erstarrt die ganze Masse plötzlich, und das Thermometer steigt infolge der frei gewordenen Wärme auf 0°. Bei manchen Körpern, besonders Gläsern und Harzen, erstreckt sich die Unterkühlung bis zu völligem Festwerden (amorphe Erstarrung). Ein so entstandener amorpher Körper ist als Gemisch mehrerer Modifikationen (zunächst als Lösung der gewöhnlichen festen Modifikation in der flüssigen) zu betrachten. Er hat keinen scharfen Schmelzpunkt, sondern erweicht beim Erwärmen allmählich, indem sich das Mischungsverhältnis der Modifikationen stetig ändert, bis nur noch die flüssige übrig ist. Die meisten Körper dehnen sich beim S. aus, und zwar manche ganz plötzlich (Phosphor um 3,4 Proz.). Einige Körper aber, wie Eis und Wismut, nehmen im geschmolzenen Zustand einen geringern Raum ein als im starren; aus 1000 ccm Eis von 0° erhält man durch Schmelzung 910 ccm Wasser von 0°. Bei diesen letztern wird der Schmelzpunkt durch äußern Druck erniedrigt, bei jenen erhöht. Durch einen Druck von 17 Atmosphären wird der Schmelzpunkt des Eises um 0,129° erniedrigt. Es gibt auch zahlreiche Stoffe (z. B. Paraazoxyphenetol, Paraazoxybenzoesäureäthylester), die beim Kristallisieren nicht in festen, sondern in flüssigen Kristallen auftreten, so daß der Ausdruck »Erstarrungspunkt« nicht gerechtfertigt erscheint; ja auch die so entstandenen flüssig-kristallinischen Modifikationen erstarren bei fortgesetzter Abkühlung nicht immer direkt, sondern gehen zunächst in eine anders geartete flüssig-kristallinische Modifikation über (z. B. Cholesterylcaprinat, Paraacetoxyazobenzolakrylsäureester), weshalb diese Stoffe drei flüssige Zustände besitzen, auf die dann in der Regel noch mehrere feste Zustände folgen. Die früher allgemein angenommene Hypothese, das S. bestehe lediglich in einer Lockerung des Zusammenhanges der Moleküle, kann also nicht zutreffend sein, es muß vielmehr eine Änderung der Beschaffenheit der Moleküle angenommen werden, was übrigens auch aus andern Gründen folgt. Vgl. Nernst und Hefe, Siede- und Schmelzpunkt, ihre Theorie und praktische Verwertung (Braunschw. 1893); Tammann, Kristallisieren und S. (Leipz. 1903); O. Lehmann, Flüssige Kristalle (das. 1904) und Die scheinbar lebenden Kristalle (Eßlingen 1907).
 
Artikelverweis 
Schmelzfarben, leicht schmelzbare, farbige Gläser, die, in Pulverform und mit verdicktem Terpentin- oder Lavendelöl angerieben, zum Malen auf Porzellan oder Glas benutzt und durch Erhitzen bis zum Schmelzen befestigt werden. Statt des fertigen farbigen Glases benutzt man auch leicht schmelzbares, farbloses Glas und mischt dies mit dem färbenden Metalloxyd, so daß sich das farbige Glas erst beim Schmelzen bildet. Als färbende Substanz benutzt man zu Blau meist Kobaltoxyd und Thénards Blau, zu Gelb Antimonium diaphoreticum, zu Grün Chromoxyd und Kupferoxyd, zu Rot Eisenoxyd, zu Braun basisch schwefelsaures Eisenoxyd mit Mangan- oder Kobaltoxyd, zu Karminrot Cassius' Goldpurpur, der durch Chlorsilber rosenrot, durch Kobaltoxyd violett nuanciert wird, zu gewöhnlichem Karminrot auch Manganoxyd, zu Weiß Zinnoxyd, zu Schwarz Iridiumschwarz oder ein Gemisch von Kobalt-, Kupfer-, Eisenoxyd etc.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: