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Schmeckostern bis Schmeller (Bd. 6, Sp. 885 bis 886)
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Artikelverweis Schmeckostern, s. Meyers Ostergebräuche.
 
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Schmeckwerkzeuge (Geschmacksorgane), die Vorrichtungen zum Schmecken. Bei der Schwierigkeit der Verständigung über die Empfindung des Schmeckens sowie bei der anatomisch nicht scharf definierbaren Beschaffenheit der S. lassen sich diese bei niedern Tieren kaum und auch bei den meisten Wirbeltieren nur vermutungsweise erkennen. Man sucht sie immer in der Mundhöhle und faßt daher deren nervöse Apparate, soweit man keine andre Deutung für sie hat, als S. auf. Bei vielen Wirbeltieren hat die Zunge solche Organe in Form der sogen. Geschmacksknospen oder Schmeckbecher (s. Meyers Zunge). Aber auch die sogen. becherförmigen Organe in der äußern Haut oder in der Mundhöhle mancher Würmer und Weichtiere, Fische, Amphibien und Reptilien dürften hierher gehören.
 
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Schmeer, Schmeerbauch etc., s. Meyers Schmer...
 
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Schmehling, Elisabeth Gertrud, Sängerin, s. Meyers Mara.
 
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Schmeie, Fluß, s. Meyers Schmiech.
 
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Schmeißen, bei Raubvögeln: Kot auswerfen.
 
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Schmeißer, Karl, Bergmann, geb. 16. Okt. 1855 in Siegen, studierte in Bonn und Berlin, wurde 1883 Bergassessor, war bis 1889 bei der Staatseisenbahnverwaltung beschäftigt, wurde 1890 Bergrat und ging 1893 nach Südafrika behufs Berichterstattung über den Goldbergbau und über die deutsche Ausfuhr nach Südafrika, wo er die Kapkolonie und das ganze Transvaal bereiste. 1895 ging S. zum Studium des Goldbergbaues nach Australien. Seit 1897 war er als Oberbergrat Mitglied des Oberbergamts in Klausthal, 1899 wurde er für den Bezirk Ilfeld-Zellerfeld in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich der freikonservativen Partei anschloß, 1900 übernahm er die Leitung der königlichen Geologischen Landesanstalt und der Bergakademie in Berlin, und 1906 ging er als Berghauptmann nach Breslau. S. schrieb: »Über Vorkommen und Gewinnung der nutzbaren Mineralien in der südafrikanischen Republik unter besonderer Berücksichtigung des Goldbergbaus« (u. Aufl., Berl. 1895); »Die Goldfelder Australasiens« (mit

[Bd. 6, Sp. 886]


Vogelsang, Berl. 1897; engl., Lond. 1898); »Die Goldlagerstätten und der gegenwärtige Stand des Goldbergbaues in Australasien« (Berl. 1897).
 
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Schmeißfliege, s. Meyers Fliegen, S. 692.
 
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Schmeks (magyar. Tátrafüred), klimatischer Kurort und Sommerfrische im ungar. Komitat Zips, am Südabhang der Schlagendorfer Spitze (Tátra), 1014 m ü. M., in wildromantischer Gegend inmitten von Fichtenwaldungen, mit vier Säuerlingen, kalter Schwefelquelle und Kaltwasserheilanstalt. In nächster Nähe der klimatische Kurort Neuschmeks (Uj- Tátrafüred), 1004 m ü. M., mit Wintersanatorium und Kaltwasserheilanstalt, und 4 km südöstlich Unterschmeks (Alsó-Tátrafüred), 940 m ü. M., 1882 begründet, mit Kaltwasserheilanstalt, Moorbädern und fünf alkalischen Eisensäuerlingen. Nächste Eisenbahnstation ist Poprád-Felka an der Kaschau-Oderberger Bahn, von wo bis Tátra-Lomnicz eine Nebenbahn führt. Vgl. »Tátrafüred-S., klimatischer Kurort« (Kaschau 1887) und Literatur zu »Tátra«.
 
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Schmele, soviel wie Schmiele, s. Meyers Aira.
 
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Schmeller, Joseph Andreas, bedeutender Germanist, geb. 6. Aug. 1785 zu Tirschenreuth in der Oberpfalz, gest. 27. Juli 1852, besuchte eine Zeitlang das Lyzeum in München, ward 1806 Lehrer in Madrid und gründete 1808 eine Privatanstalt in Basel. Nach den Befreiungskriegen, an denen er als bayrischer Freiwilliger teilnahm, widmete er sich vorzugsweise dem Studium der bayrischen Mundarten und veröffentlichte die Ergebnisse in den Schriften: »Die Mundarten Bayerns, grammatikalisch dargestellt« (Münch. 1821) und »Bayrisches Wörterbuch, mit urkundlichen Belegen« (Stuttg. 182736, 4 Bde.; 2. Aufl. von Fromman, 186877). Diese ausgezeichneten Arbeiten legten durch ihre strenge Methode den Grund zu wissenschaftlichen Forschungen über die deutschen Dialekte überhaupt. S. wurde 1827 Professor am Kadettenhaus in München, 1828 außerordentlicher Professor der ältern deutschen Literatur an der Universität daselbst, 1840 zugleich Unterbibliothekar an der Staatsbibliothek und 1846 ordentlicher Professor. Außer den genannten Hauptwerken veröffentlichte er die von ihm »Hêliand« betitelte altsächsische Evangelienharmonie (Stuttg. 1830); die althochdeutsche Übersetzung der sonst dem Tatian, von ihm aber dem Ammonius zugeschriebenen »Evangelienharmonie« (Wien 1841); das althochdeutsche Gedicht vom Weltuntergang (»Muspilli«, Münch. 1832); »Lateinische Gedichte des 10. und 11. Jahrhunderts« (mit Jakob Grimm, Götting. 1838); »St. Ulrichs Leben« (Münch. 1844); »Des böhmischen Herrn Leo von Rozmital Ritter-, Hof- und Pilgerfahrt« (Stuttg., Liter. Verein, 1844); »Carmina burana« (das. 1847; 2. Aufl., Bresl. 1883) und die »Jagd« des Hadamar von Laber (Stuttg. 1850). Noch sind zu nennen sein Werk »München unter der Vierherzogregierung 1397 bis 1403« (Münch. 1833) und die Abhandlung »Über die sogen. Cimbern der VII und XIII Kommunen auf den Venedischen Alpen und ihre Sprache« (das. 1838). Sein nachgelassenes »Cimbrisches Wörterbuch« wurde von Bergmann (Wien 1855), ein Drama: »Die Ephesier«, von Nicklas (Münch. 1885) herausgegeben. Vgl. J. A. Nicklas, Schmellers Leben und Wirken (Münch. 1885).

 

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