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Schmalz bis Schmargendorf (Bd. 6, Sp. 882)
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Artikelverweis Schmalz, weiches Tierfett, besonders von Schweinen. Schweineschmalz wird aus den in der Nähe der Rippen und Nieren liegenden dicken Fettschichten durch Zerschneiden und Erhitzen im Dampfbad oder über freiem Feuer, dann unter Zusatz von etwas Wasser, gewonnen. Es ist farblos, körnig, vom spez. Gew. 0,861 bei 100°, schmilzt bei 4045°, löst sich in Äther, Benzol etc. und besteht aus Olein, Palmitin und Stearin. Im großen wird S. in Ungarn, Serbien, namentlich aber in Cincinnati und Chicago gewonnen. Hier verarbeitet man einen großen Teil der Schweine bis auf die Schinken nur auf Fett, indem man alle übrigen Teile auspreßt, das abfließende Fett aber zum Teil erstarren läßt, das feste Fett, das zur Herstellung von Seife dient, abscheidet, das flüssig gebliebene Fett aber durch wiederholtes Auskochen mit Wasser und Schütteln mit Ton bleicht. Das amerikanische S. stammt also nicht, wie das bei uns gewonnene, nur aus dem Nierenfett und ist daher weicher, oleinreicher, worauf indes auch die Art der Mästung Einfluß ausübt. Um seinen Schmelzpunkt zu erhöhen, wird etwas Pflanzenwachs zugesetzt. S. wird sehr viel mit andern Fetten verfälscht; ein schmalzähnliches Fett erhält man z. B. aus Preßtalg, dem Abfallprodukt der Margarinfabriken, das mit so viel Baumwollsamenöl zusammen geschmolzen wird, daß es Schmalzkonsistenz erhält. Aus solchen und ähnlichen Fabrikaten, zum Teil mit etwas S., besteht ein großer Teil des amerikanischen Schmalzes, von dem wohl über 50 Proz. mit Baumwollsamenöl verfälscht ist. Auch das Speisefett ist eine derartige Mischung. Durch Pressen kann S. in einen flüssigen Teil (Specköl, Schmalzöl, Lard-oil) und in starres Fett (Solarstearin) geschieden werden. S. auch soviel wie Schmelzbutter. Pflanzenschmalz, soviel wie Kokosbutter.
 
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Schmalzbirnen, s. Meyers Birnbaum, S. 899, 10).
 
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Schmalzblume, soviel wie Caltha.
 
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Schmalzkäse, s. Meyers Kunstkäse.
 
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Schmalzler, eine Sorte Schnupftabak
 
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Schmalzöl, s. Meyers Rüböl, Meyers Schmalz, Schmiermittel.
 
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Schmankerl, Gebäck, s. Meyers Rameln.
 
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Schmant (Schmand, tschech. smetana), im nordöstlichen Deutschland soviel wie Milchrahm; in der Bohrtechnik der Bohrschlamm, s. Meyers Tiefbohrer; auch basisch schwefelsaures Eisenoxyd, das sich aus Eisenvitriol- und Alaunmutterlaugen abscheidet.
 
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Schmantlöffel, Röhre aus Eisenblech mit Ventil an einem Ende, dient zum Herausnehmen des Bohrschlammes (des Schmants) aus dem Bohrloch.
 
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Schmarda, Ludwig Karl, Zoolog, geb. 23. Aug. 1819 in Olmütz, studierte seit 1835 in Wien, wurde 1843 Assistent an der Josephsakademie daselbst, 1847 Lehrer in Graz, 1850 Professor an der Universität daselbst und 1852 Professor der Zoologie in Prag. 185357 machte er mit Franz v. Fridau eine Reise um die Welt. Inzwischen wegen seiner Beteiligung an den Ereignissen von 1848 seiner Professur enthoben, privatisierte er in Steiermark, in Paris und Berlin, bis er 1862 die Professur der Zoologie in Wien erhielt. 186365 untersuchte er die Fischereiverhältnisse an den österreichischen und 1868 an den französischen Küsten. Er trat 1883 in Ruhestand und bereiste 1884, 1886 und 1887 die westlichen Mittelmeerländer. Er schrieb: »Kleine Beiträge zur Naturgeschichte der Infusorien« (Wien 1846); »Andeutungen aus dem Seelenleben der Tiere« (das. 1846); »Grundzüge der Zoologie« (das. 1853); »Zur Naturgeschichte der Adria« (das. 1852); »Zur Naturgeschichte Ägyptens« (das. 1854); »Die geographische Verbreitung der Tiere« (das. 1853, 3 Bde.); »Neue wirbellose Tiere« (Leipz. 1859-ul); »Reise um die Erde« (Braunschw. 1861, 3 Bde.); »Zoologie« (Wien 1871 bis 1872, 2 Bde.; 2. Aufl. 187778).
 
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Schmargendorf, Dorf im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Teltow, am Grunewald, an der Berliner Ringbahn und einer elektrischen Straßenbahnlinie, hat eine evang. Kirche, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I. und (1905) 5039 Einw. Vgl. Spatz, Aus der Geschichte Schmargendorfs (Berl. 1902).

[Bd. 6, Sp. 883]


 

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