Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schmalspießer bis Schmalzkäse (Bd. 6, Sp. 882)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schmalspießer, s. Meyers Geweih, S. 780 u. 781.
 
Artikelverweis 
Schmalspurbahnen, Eisenbahnen mit geringerer Spurweite als die Normalspur (1,435 m), s. Meyers Kleinbahnen.
 
Artikelverweis 
Schmalte (Smalte, Kobaltglas, blaue Farbe, Blaufarbenglas, Kobaltblau), ein intensiv blaues, wesentlich aus kieselsaurem Kali und kieselsaurem Kobaltoxydul bestehendes Glas, das gemahlen als blaue Farbe benutzt wird. Man bereitet S. in den Blaufarbenwerken, indem man Kobalterze (Speiskobalt, Glanzkobalt) röstet, um das Kobalt möglichst in Oxydul überzuführen, ohne die Schwefel- und Arsenverbindungen der übrigen in den Erzen enthaltenen Metalle (Nickel, Eisen, Kupfer, Wismut, Silber etc.) zu zersetzen. Die gerösteten Erze schmelzt man mit Pottasche und Quarzpulver, wobei jene Schwefelverbindungen sich als Speise abscheiden und ein blaues Glas entsteht, das in kaltes Wasser ausgeschöpft, gemahlen und geschlämmt wird. Streublau (Streusand, Blau, B) ist gröberes, eckiges, Couleur (C) mittelfeines und Eschel (E) das feinste Pulver. Die Intensität der Farbe wächst mit dem Kobaltgehalt, und von der Reinheit der Erze hängt die Reinheit der Nuance ab. Die kobaltreichste S. heißt Königsblau (Kaiserblau), die dunkelste Azurblau. S. ist sehr beständig, wird aber durch Säuren zersetzt und gibt beim Schlämmen kohlensaures und kieselsaures (auch arsensaures) Kali an das Wasser ab. Infolge des Gehalts an diesen Salzen ist sie etwas hygroskopisch und ballt sich; auch erhält sie dadurch eine sattere Farbe und die Fähigkeit, länger in Wasser suspendiert zu bleiben. S. eignet sich besonders zur Wassermalerei auf Mauerwerk; sie wird auch in der Porzellanmanufaktur und Töpferei benutzt, ist sonst aber durch das Ultramarin fast vollständig verdrängt worden. Durch Kobalt blau gefärbte Gläser wurden schon von den alten Ägyptern dargestellt. Eine bewußte Verwendung der Kobalterze zum Blaufärben von Glas soll indes erst im 16. Jahrh. von Schürer ausgeführt worden sein. 1571 gründete Preußler das erste Blaufarbenwerk zwischen Platten und Eibenstock. Auch soviel wie Schmelz und Email.
 
Artikelverweis 
Schmalte, grüne, durch Chromoxyd intensiv gefärbtes, nach Art der Schmalte bereitetes Glas, das gepulvert als Farbe benutzt wird.
 
Artikelverweis 
Schmaltier, ein noch unbeschlagenes weibliches Stück Rot-, Dam- oder Elchwild vom Januar bis zur nächsten Brunst (beim Rehwild: Schmalreh), in einigen Gegenden die Kälber schon vom November ab.
 
Artikelverweis 
Schmalwassergrund, s. Meyers Tambach.
 
Artikelverweis 
Schmalz, Pflanze, s. Camelina.
 
Artikelverweis 
Schmalz, weiches Tierfett, besonders von Schweinen. Schweineschmalz wird aus den in der Nähe der Rippen und Nieren liegenden dicken Fettschichten durch Zerschneiden und Erhitzen im Dampfbad oder über freiem Feuer, dann unter Zusatz von etwas Wasser, gewonnen. Es ist farblos, körnig, vom spez. Gew. 0,861 bei 100°, schmilzt bei 4045°, löst sich in Äther, Benzol etc. und besteht aus Olein, Palmitin und Stearin. Im großen wird S. in Ungarn, Serbien, namentlich aber in Cincinnati und Chicago gewonnen. Hier verarbeitet man einen großen Teil der Schweine bis auf die Schinken nur auf Fett, indem man alle übrigen Teile auspreßt, das abfließende Fett aber zum Teil erstarren läßt, das feste Fett, das zur Herstellung von Seife dient, abscheidet, das flüssig gebliebene Fett aber durch wiederholtes Auskochen mit Wasser und Schütteln mit Ton bleicht. Das amerikanische S. stammt also nicht, wie das bei uns gewonnene, nur aus dem Nierenfett und ist daher weicher, oleinreicher, worauf indes auch die Art der Mästung Einfluß ausübt. Um seinen Schmelzpunkt zu erhöhen, wird etwas Pflanzenwachs zugesetzt. S. wird sehr viel mit andern Fetten verfälscht; ein schmalzähnliches Fett erhält man z. B. aus Preßtalg, dem Abfallprodukt der Margarinfabriken, das mit so viel Baumwollsamenöl zusammen geschmolzen wird, daß es Schmalzkonsistenz erhält. Aus solchen und ähnlichen Fabrikaten, zum Teil mit etwas S., besteht ein großer Teil des amerikanischen Schmalzes, von dem wohl über 50 Proz. mit Baumwollsamenöl verfälscht ist. Auch das Speisefett ist eine derartige Mischung. Durch Pressen kann S. in einen flüssigen Teil (Specköl, Schmalzöl, Lard-oil) und in starres Fett (Solarstearin) geschieden werden. S. auch soviel wie Schmelzbutter. Pflanzenschmalz, soviel wie Kokosbutter.
 
Artikelverweis 
Schmalzbirnen, s. Meyers Birnbaum, S. 899, 10).
 
Artikelverweis 
Schmalzblume, soviel wie Caltha.
 
Artikelverweis 
Schmalzkäse, s. Meyers Kunstkäse.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: