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Schmähung von Staatseinrichtungen bis Schmalkaldischer Krieg (Bd. 6, Sp. 880 bis 881)
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Artikelverweis Schmähung von Staatseinrichtungen, die öffentliche wissentliche Behauptung oder Verbreitung von erdichteten oder entstellten Tatsachen, um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen (auch Verleumdung des Staatswillens genannt), wird nach § 131 des Strafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. oder mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft.

[Bd. 6, Sp. 881]



 
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Schmalbock, s. Meyers Reh und Meyers Bockkäfer.
 
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Schmälen (Schrecken), der kurze, bellende Laut, der vom Rot- und Dam-, besonders vom Rehwild ausgestoßen wird, wenn es etwas Verdächtiges gewahrt.
 
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Schmalmacher, s. Meyers Bettelwesen, S. 775.
 
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Schmalgesichtigkeit, s. Dolichoprosopie und Tafel Meyers »Schädel des Menschen«, S. IV.
 
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Schmaljungfer, s. Meyers Wasserjungfern.
 
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Schmalkalden, Kreisstadt im preuß. Regbez. Kassel, in einer Exklave am Südwestabhang des Thüringer Waldes, an der Schmalkalde (zur Werra), Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Zella St. Blasii-Wernshausen und S.-Kleinschmalkalden, 296 m ü. M., hat doppelte Ringmauern, 3 Vorstädte, 4 evang. Kirchen (darunter die 14371509 erbaute gotische Stadtkirche mit berühmter Orgel und dem Lutherstübchen mit Bibliothek), eine kath. Kirche, ein Schloß (Wilhelmsburg) mit sehenswerter Kapelle u. den Sammlungen des Vereins für hennebergische Geschichtsforschung, ein Rathaus von 1419, einen Lutherbrunnen (mit Büste) und (1905) 9529 meist evang. Einwohner. Die Industrie ist bedeutend. Es finden sich dort 3 Hochöfen, zahlreiche Fabriken für Herstellung von Kleineisenwaren, Eisengießerei, Fabrikation von Maschinen, Spielwaren, Schußwaffen, Leder, Blasebälgen, Seife, Lichten, Fässern etc., Bierbrauerei und Schwerspatmühlen. S. hat eine Oberrealschule, eine Fachschule für Kleineisen- und Stahlwarenindustrie, Landkrankenhaus, Solbad mit Inhalationshalle, Amtsgericht, 2 Oberförstereien und ein Bergamt. Die Stadt wird als Sommerfrische besucht. In der Nähe wichtige Eisenerzgruben und Hüttenwerke. Die ansehnlichen Staatswaldungen des (bis 1866 kurhessischen) Kreises gingen 1866 durch Schenkung in den Besitz des Herzogs von Sachsen-Koburg-Gotha über. S., zuerst 874 erwähnt, kam in der Mitte des 13. Jahrh. an die Grafen von Henneberg, 1291 an Brandenburg, fiel 1320 an Henneberg und 1360 zur Hälfte an Hessen. Seit 1335 Stadt, wurde S. berühmt durch den im Februar 1531 (nicht 31. Dez. 1530) hier geschlossenen Meyers Schmalkaldischen Bund (s. d.), und im Februar 1537 fand hier die Unterzeichnung der Meyers Schmalkaldischen Artikel (s. d.) statt. Seit 1583 ganz hessisch, kam S. 1627 pfandweise an Hessen-Darmstadt und wurde 1646 von Hessen-Kassel wiedererobert. S. ist Geburts- und Sterbeort K. Wilhelms, des Komponisten der »Wacht am Rhein«, dessen Denkmal (Germania) auf dem Marktplatz steht. Vgl. Geisthirt, Historia Schmalcaldica, 10751734 (in der »Zeitschrift des Vereins für Hennebergische Geschichte«, Schmalk. 188186); »Geschichtskalender der Herrschaft S.« (ebenda 1893); Wagner, Geschichte der Stadt und Herrschaft S. (Marb. 1849); Wilisch, S. und seine Umgebungen (Schmalk. 1884); Frankenstein, Bevölkerung und Hausindustrie im Kreise S. (Tübing. 1887).
 
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Schmalkalder Mohrenkopf, s. Meyers Tauben.
 
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Schmalkaldische Artikel, die von Luther im Dezember 1536 in Wittenberg aufgesetzte Bekenntnisschrift, die als Grundlage der Verhandlungen auf dem von Papst Paul III. nach Mantua ausgeschriebenen, aber von den protestantischen Ständen auf einem Konvent zu Schmalkalden im Februar 1537 abgelehnten Konzil dienen sollte. Es ist darin der Gegensatz gegen das Papsttum sehr scharf ausgesprochen, aber nicht minder schroff auch die lutherische Abendmahlslehre bekannt. Luthers Autograph wird in der Heidelberger Bibliothek aufbewahrt (in Autotypie hrsg. von Zangemeister, Heidelb. 1883). Als Anhang der Schmalkaldischen Artikel findet sich in den Sammlungen der symbolischen Bücher die auf jenem Konvent von Melanchthon verfaßte Abhandlung von dem Primat des Papstes und der Jurisdiktion der Bischöfe. Vgl. Meurer, Der Tag zu Schmalkalden und die Schmalkaldischen Artikel (Leipz. 1837); Plitt, De autoritate articulorum Smalcaldicorum symbolica (Erlang. 1862); Thieme, Luthers Testament wider Rom (Leipz. 1900) und die Lutherbiographien.
 
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Schmalkaldischer Bund, der Ende Februar 1531 in Schmalkalden von neun protestantischen Fürsten und Grafen aus den Häusern Sachsen, Braunschweig, Hessen, Anhalt und Mansfeld sowie elf Reichsstädten zur gemeinschaftlichen Verteidigung ihres Glaubens und ihrer politischen Selbständigkeit gegen den Kaiser und die katholischen Stände verabredete und 4. April 1531 förmlich abgeschlossene Bund. Seine Häupter waren Kurfürst Johann, dann Johann Friedrich von Sachsen und der Landgraf Philipp von Hessen. Die Verbündeten verfolgten in der religiösen Frage fortan eine gemeinsame Politik und hielten im Februar 1537 eine Bundesversammlung in Schmalkalden, auf der die Meyers Schmalkaldischen Artikel (s. d.) verfaßt wurden. Ihre Weigerung, das Trienter Konzil zu beschicken, führte 1546 den Schmalkaldischen Krieg herbei, der, von den Verbündeten in Süddeutschland lau geführt, infolge des Verrats des Herzogs Moritz (s. Meyers Moritz 3) von Sachsen mit der Auflösung des an der Donau aufgestellten Heeres der Schmalkaldener (Dezember 1546), der Unterwerfung erst der süddeutschen Verbündeten und, nach dem Siege der Kaiserlichen bei Mühlberg (24. April 1547), mit der Gefangennahme des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen und der Auflösung des Bundes endete. Moritz erhielt zum Lohn die sächsische Kur und den größten Teil des Ernestinischen Sachsen. Durch das Augsburger Interim suchte Karl V. den kirchlichen Wirren in Deutschland ein Ende zu machen, aber der Abfall des Kurfürsten Moritz 1552 führte zum Passauer Vertrag und der Rettung des Protestantismus. Vgl. G. Voigt, Die Geschichtschreibung über den Schmalkaldischen Krieg (Leipz. 1874); Viglius van Zwichem, Tagebuch des Schmalkaldischen Donaukriegs (hrsg. von v. Druffel, Münch. 1877); O. Winckelmann, Der Schmalkaldische Bund 15301532 und der Nürnberger Religionsfriede (Straßb. 1892); Riezler, Die bayerische Politik im Schmalkaldischen Kriege (Münch. 1895); Christmann, Melanchthons Haltung im Schmalkaldischen Kriege (Berl. 1902); Hasenclever, Die Politik der Schmalkaldener vor Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges (Berl. 1901), Die Politik Kaiser Karls V. und Landgraf Philipps von Hessen vor Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges (Marburg 1903) und Die kurpfälzische Politik in den Zeiten des Schmalkaldischen Krieges (Heidelb. 1905).
 
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Schmalkaldischer Krieg, s. Meyers Schmalkaldischer Bund.

 

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