Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schlußsatz bis Schlutow (Bd. 6, Sp. 880)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schlußsatz, s. Meyers Schluß.
 
Artikelverweis 
Schlußscheibe, s. Meyers Eisenbahnsignale, S. 536.
 
Artikelverweis 
Schlußschein, s. Meyers Schlußnote.
 
Artikelverweis 
Schlußstein, der in dem Scheitel eines Gewölbbogens oder Gewölbes befindliche, zuletzt eingesetzte Wölbstein, durch den die beiden Schenkel des Bogens vereinigt werden, das Gewölbe geschlossen wird und die Konstruktion Trag-, bez. Standfähigkeit erhält. Beim Spitzbogen pflegt der S. fortzufallen oder in zwei zerlegt zu werden, indem eine Fuge im Bogenscheitel liegt; im Backsteinbau ist dies Regel. Bei Gewölben tritt an Stelle des Schlußsteines manchmal, z. B. wenn in Kirchen Glocken durch das Gewölbe ausgezogen werden sollen, ein Schlußring. Vgl. Bogen und Gewölbe.
 
Artikelverweis 
Schlußtermin, der nach der deutschen Konkursordnung (§ 162) zur Vornahme der Meyers Schlußverteilung (s. d.), insbes. zur Abnahme der Schlußrechnung des Konkursverwalters, zur Beschlußfassung über nicht verwertbare Massegegenstände und zur Geltendmachung etwaiger Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis, vom Konkursgericht nach vorgängiger öffentlicher Bekanntmachung abzuhaltende Termin, auf den dann (nach § 163) die Aufhebung des Konkursverfahrens folgt. Die österreichische Konkursverwaltung kennt einen solchen S. nicht, gibt aber für die Einwendungen gegen den Entwurf der Schlußverteilung den Gläubigern (§ 177) eine angemessene Frist.
 
Artikelverweis 
Schlußtritt entsteht, wenn der Hirsch mit dem Hinterlauf genau in den Abdruck des Vorderlaufs tritt.
 
Artikelverweis 
Schlußverteilung, im Konkurs die nach vorgängiger Abschlagsverteilung erfolgte Verteilung der Restmasse durch den Verwalter in einem besondern Meyers Schlußtermin (s. d.). Sie erfolgt nach der deutschen Konkursordnung (§ 161), wenn die Masse vollständig verwertet ist, und unterliegt der Genehmigung des Gerichts. Nach der österreichischen Konkursordnung (§ 187) erfolgt die S., wenn das bekannte Massevermögen vollständig verwertet und über die streitigen Forderungen insoweit entschieden ist. daß die Verwendung der Sicherstellungsbeträge feststeht. Vgl. noch Verteilungsverfahren.
 
Artikelverweis 
Schlußvorträge, s. Meyers Plädieren.
 
Artikelverweis 
Schlußzettel, s. Meyers Schlußnote.
 
Artikelverweis 
Schlüter, Andreas, Bildhauer und Architekt, geb. 20. Mai 1664 in Hamburg, gest. im Mai 1714 in St. Petersburg, kam mit seinem Vater, einem Bildhauer, früh nach Danzig und ging von da nach Warschau, wo er als Bildhauer tätig war, bis er 1694 als Hofbildhauer nach Berlin berufen wurde, wo er auch Lehrer und 1695 einer der Direktoren der Akademie wurde. Hier entwickelte sich auch unter dem Einfluß des niederländischen Barockstils seine Begabung für die Architektur. 1698, nach einer Reise nach Italien, auf der er auch die Schöpfungen des italienischen Barockstils kennen lernte, begann er den Neubau des Königschlosses in Berlin, den er, seit 1699 als Schloßbaudirektor, bis 1706 leitete, wo er wegen mangelhafter Fundamentierung des sogen. Münzturmes in Ungnade fiel. Angeblich war er auch später noch an dem Bau des Schlosses tätig, das durch ihn zu der glänzendsten Schöpfung des Barockstils in Deutschland wurde (s. Tafel Meyers »Architektur XII«, Fig. 3), und ging dann 1713 nach St. Petersburg, wo er für Peter d. Gr. als Architekt tätig war. Von seinen in Berlin ausgeführten Bildhauerarbeiten sind das Denkmal des Großen Kurfürsten (1700 von Jacobi gegossen, s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst XII«, Fig. 2) und die 21 Masken sterbender Krieger im Hofe des Zeughauses (Fig. 1 u. 3), das ihm auch den äußern Trophäenschmuck verdankt, seine Meisterwerke. Außerdem sind zu nennen die Bronzestatue des Kurfürsten Friedrich III. zu Königsberg, die Grabmäler König Friedrichs I. und seiner Gemahlin für die Gruft in Berlin, die Marmorkanzel in der Marienkirche und das Männlichsche Grabmal in der Nikolaikirche daselbst (s. Tafel Meyers »Grabmäler«, Fig. 14). Er hat auch zahlreiche Entwürfe für die prächtige Innendekoration des Berliner Stadtschlosses (Gruppen der vier Weltteile), für Goldschmiede etc. ausgeführt und Das Kamekesche Gartenhaus (Loge Royal York) und andre, später zerstörte palastartige Wohnhäuser in Berlin erbaut. 1897 wurde sein von Wiese geschaffenes Standbild der Vorhalle des Alten Museums zu Berlin enthüllt. Vgl. v. Klöden, Andreas S. (Berl. 1855); Adler, A. Schlüters Leben und Werke (das. 1862); Dohme in »Kunst und Künstler«, Heft 36 (Leipz. 1876) und Das königliche Schloß in Berlin (das. 1876); Gurlitt, Andreas S. (Berl. 1891); P. Seidel, Andreas S. als Bildhauer (das. 1901); Wallé, Schlüters Wirken in Petersburg (das. 1901).
 
Artikelverweis 
Schlutow, Albert, deutscher Industrieller, geb. 15. Jan. 1838 in Stettin, trat in das väterliche Bankgeschäft, wurde frühzeitig dessen Hauptinhaber, nahm lebhaft am öffentlichen Leben teil, wurde 1878 nationalliberales Reichstagsmitglied, schied aber 1880 als Freihändler aus der Partei aus und half die liberale Vereinigung gründen, zog sich jedoch, in der innern Politik mit den Fraktionsgenossen nicht übereinstimmend, 1884 vom politischen Leben zurück. In Stettin Stadtrat und Vorsteher der Kaufmannschaft sowie Geheimer Kommerzienrat geworden, förderte S. als Präsident des Aufsichtsrats der Stettiner Maschinen- und Schiffbauanstalt Vulkan dieses Unternehmen und wurde 1897 aus Anlaß des Stapellaufs des größten Seedampfers, Wilhelm der Große, den der Bremer Lloyd hatte bauen lassen, Mitglied des Herrenhauses.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: