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Schlüsselpunkt bis Schlußnotensteuer (Bd. 6, Sp. 879 bis 880)
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Artikelverweis Schlüsselpunkt, wichtiger Punkt in einer Gefechtsstellung, von dessen Wegnahme oder Behauptung der Ausgang des Gefechts abhängt.
 
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Schlüsselrecht, s. Meyers Schlüsselgewalt.
 
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Schlüsselroman (franz. Roman à clef), Roman, in dem Personen des wirklichen Lebens unter fremden oder doch durch eine Veränderung unkenntlich gemachten Namen auftreten. Schlüssel (clef) heißt der (zuweilen als Anhang oder selbständig abgedruckte) Nachweis, welche wirklichen Personen unter den Namen der Dichtung gemeint sind. Die Sitte ist durch den berühmten Schäferroman des Sannazaro, die »Arcadia« (1495), in die Mode gekommen. Aus der deutschen Literatur gehört dahin der Meyers »Theuerdank« (s. d.) u. a., aus der französischen die Rahmenerzählung des »Heptameron«, die »Astrée« des d'Urfé, die Romane der Scudéry, aus neuerer Zeit die »Scènes de la vie de Bohème« von Meyers Murger (s. d.). Vgl. Drujon, Les livres a clef (Par. 188588, 2 Bde.).
 
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Schlüsselschild, s. Meyers Schloß, S. 873.
 
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Schlüsselsoldat, familiäre Bezeichnung für päpstlicher Soldat; vgl. Kirchenstaat, S. 54, und Schweizer (Schweizergarde).
 
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Schlüsselüberreichung, sinnbildliche Handlung, durch die der Baumeister nach Fertigstellung eines Gebäudes dieses dem Bauherrn übergibt. Früher auch bei privaten Profanbauten gebräuchlich, pflegt die S. jetzt nur noch bei öffentlichen Gebäuden, insbes. bei Kirchen, stattzufinden und der Weihe des Hauses voranzugehen. Bei Beteiligung der Vertreter mehrerer, unter Umständen einander übergeordneter Behörden etc. geht der Schlüssel feierlich von Hand zu Hand, bis als der letzte der künftige Nutznießer des Gebäudes die Öffnung des Hauses vornimmt. Ein verwandter Brauch ist die S. durch den Besiegten an den Eroberer bei Einnahme einer Stadt.
 
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Schlüsselwahrsagung, s. Meyers Siebwahrsagung.
 
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Schlußlaterne, s. Meyers Eisenbahnsignale, S. 536.
 
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Schlußleiste, s. Meyers Kopfleiste.
 
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Schlußnote (Schlußschein, Schlußzettel, franz. Bordereau), die von dem Mäkler den Kontrahenten ausgefertigte Beurkundung eines durch ihn vermittelten Geschäfts, namentlich über den Verkauf von Staatspapieren u. sonstigen Effekten, Wechseln u. dgl., über Abschluß von Versicherungen etc. Amtlich bestellte Handelsmäkler sind nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (§ 94) und ebenso nach dem österreichischen Gesetz, betreffend die Handelsmäkler, vom 4. April 1875 verpflichtet, ohne Verzug nach Abschluß des Geschäfts jeder Partei eine von dem Mäkler unterzeichnete S. zuzustellen, welche die Namen der Kontrahenten, die Zeit des Abschlusses, die Bezeichnung des Gegenstandes und die Bedingungen des Geschäfts, insbes. bei Verkäufen von Waren die Gattung und Menge derselben sowie den Preis und die Zeit der Lieferung enthalten muß. Bei Geschäften, die nicht sofort erfüllt werden sollen, muß die S. überdies noch den Parteien zur Mitunterschrift zugestellt und jeder Partei das von der andern unterschriebene Exemplar ausgehändigt werden, ohne daß jedoch die Gültigkeit des Geschäfts von der Unterschrift oder von der Aushändigung und Annahme der S. abhängig wäre. Der Mäkler hat nur der andern Partei ohne Verzug Anzeige davon zu machen, wenn die Annahme oder Unterschrift der S. verweigert wird. Nach französischem Handelsrecht wird dagegen für die Beweiskraft der Schlußzettel stets die Unterschrift der Kontrahenten erfordert, während nach dem deutschen Handelsgesetzbuch der Abschluß des Geschäfts von der Aushändigung der S. unabhängig und die Würdigung ihrer Beweiskraft dem richterlichen Ermessen überlassen ist. Für Anschaffungs- und Kaufgeschäfte über Waren, die börsenmäßig gehandelt werden, ist durch das deutsche Reichsstempelgesetz vom 27. April 1894 mit den hierzu ergangenen Abänderungen vom 14. Juni 1900 (s. Meyers Börsensteuer) der Schlußnotenzwang eingeführt worden, d. h. der zur Entrichtung der Abgabe zunächst Verpflichtete hat über das abgabepflichtige Geschäft eine S. auszustellen, die den Namen und Wohnort des Vermittlers und der Kontrahenten, den Gegenstand und die Bedingungen des Geschäfts, insbes. den Preis sowie die Zeit der Lieferung, ergeben muß. Die Unterschrift des Ausstellers ist nicht erforderlich. Die S. ist doppelt auf einem vorher gestempelten oder mit den erforderlichen Stempelmarken zu versehenden Formular auszustellen, von dem je eine Hälfte für jeden der beiden Kontrahenten bestimmt ist. Vgl. auch Börse, S. 243, und Faktur.

[Bd. 6, Sp. 880]



 
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Schlußnotensteuer, s. Meyers Börsensteuer.

 

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