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Schlüsseldame bis Schlüsselschild (Bd. 6, Sp. 879)
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Artikelverweis Schlüsseldame, eine Hofwürde, ähnlich der Würde der Palastdame (s. Meyers Dame), dieser jedoch im Range nachstehend.
 
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Schlüsselfeld, Stadt im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Höchstadt, an der Staatsbahnlinie Strullendorf-S., hat eine kath. Kirche, ein Forstamt, Bierbrauerei, Obstbau und (1905) 700 Einw.
 
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Schlüsselfiedel, ein im 15.17. Jahrh. gebräuchliches Streichinstrument, dessen Saiten nicht durch Greifen mit den Fingern, sondern, wie bei der Drehleier, durch eine Klaviatur verkürzt wurden.
 
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Schlüsselgeld, s. Meyers Herdgeld.
 
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Schlüsselgewalt (Amt der Schlüssel), die auf Matth. 16, 19 und 18, 18 (bez. Joh. 20, 23) gestützte Machtbefugnis der Kirche, gültig für Himmel und Erde zu binden und zu lösen, also Sünden (s. Meyers Beichte) und Sündenstrafen (s. Meyers Ablaß) nachzulassen oder zu behalten. Als Symbol dieser Macht führen die Päpste den Schlüssel in ihrem Wappen, und die kirchliche Kunst stellt seit alters den Apostel Petrus mit dem »Schlüssel des Himmelreichs« in der Hand dar. Die Bischöfe und Priester besitzen die S. übrigens nur kraft der ihnen vom Papst übertragenen Vollmacht. Im juristischen Sinn heißt S. (Schlüsselrecht) die Vollmacht der Ehefrau zur Vertretung des Mannes in allen die Führung des Haushalts betreffenden Rechtsgeschäften. Die Schlüssel haben von jeher bei den Deutschen als Symbol hausfraulicher Machtbefugnis gegolten und ihre Übergabe an die Ehefrau durch den Ehemann war der symbolische Akt, durch den er seine Frau mit der Leitung und Verwaltung des Hauswesens betraute, wie umgekehrt die Abnahme der Schlüssel als Symbol für die Verstoßung der Ehefrau, für die Scheidung, galt. Nach dem bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich (§ 1357) ist die Frau berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen, und gelten solche von der Frau vorgenommene Rechtsgeschäfte als im Namen des Mannes vorgenommen, wenn sich nicht aus den Umständen ein andres ergibt. Der Mann kann dies Recht der Frau ausschließen und beschränken; jedoch ist eine solche Verfügung gegenüber Dritten nur wirksam, wenn sie ins Güterrechtsregister eingetragen ist, und kann, falls sie sich als ein Mißbrauch des eheherrlichen Rechtes darstellt, vom Vormundschaftsgericht aufgehoben werden. Vgl. v. Ziegenhierd, Die S. der Ehefrau (Leipz. 1906).
 
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Schlüsseljungfrauen, s. Meyers Schwestern, drei.
 
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Schlüsselmajor, früher der mit dem Schließen und Öffnen der Tore einer Festung beauftragte Unteroffizier.
 
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Schlüsselpunkt, wichtiger Punkt in einer Gefechtsstellung, von dessen Wegnahme oder Behauptung der Ausgang des Gefechts abhängt.
 
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Schlüsselrecht, s. Meyers Schlüsselgewalt.
 
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Schlüsselroman (franz. Roman à clef), Roman, in dem Personen des wirklichen Lebens unter fremden oder doch durch eine Veränderung unkenntlich gemachten Namen auftreten. Schlüssel (clef) heißt der (zuweilen als Anhang oder selbständig abgedruckte) Nachweis, welche wirklichen Personen unter den Namen der Dichtung gemeint sind. Die Sitte ist durch den berühmten Schäferroman des Sannazaro, die »Arcadia« (1495), in die Mode gekommen. Aus der deutschen Literatur gehört dahin der Meyers »Theuerdank« (s. d.) u. a., aus der französischen die Rahmenerzählung des »Heptameron«, die »Astrée« des d'Urfé, die Romane der Scudéry, aus neuerer Zeit die »Scènes de la vie de Bohème« von Meyers Murger (s. d.). Vgl. Drujon, Les livres a clef (Par. 188588, 2 Bde.).
 
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Schlüsselschild, s. Meyers Schloß, S. 873.

 

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