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Schlüsselblume bis Schlüsselrecht (Bd. 6, Sp. 878 bis 879)
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Artikelverweis Schlüsselblume, Pflanzengattung, s. Meyers Primula.
 
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Schlüsselburg, Kreisstadt und Festung im russ. Gouv. St. Petersburg. Die Festung, die bis Oktober 1905 als Staatsgefängnis für schwere politische Verbrecher diente, liegt auf einer Insel in der Newa, die Stadt aber auf dem linken Ufer der Newa, 64 km von St. Petersburg, wo der Fluß den Ladogasee verläßt. Bei S. münden die Ladogakanäle (s. Ladogasee), so daß der gesamte Warenverkehr zwischen St. Petersburg und der Wolga und Dwina über S. geht. Das zieht im Sommer große Arbeitermengen in die Stadt, die außer einer Kattunfabrik sonst keinerlei Industrie und Handel hat. Mit St. Petersburg und den Orten am Ladoga- und Onagasee besteht regelmäßige Dampferverbindung. S. hatte 1897: 5285 Einw. S. wurde 1323 von den Nowgorodern im Kriege gegen die Schweden erbaut. König Magnus von Schweden eroberte es 1348 und nannte es Nöteborg. Seit dem 15. Jahrh. war es der Zankapfel zwischen Schweden und Rußland, bis es 1661 schwedisch wurde. Endlich eroberte Peter d. Gr. die Stadt 12. Okt. 1702 und taufte sie in S. um. In S. ward der unglückliche Iwan VI. 175664 in Hast gehalten und endlich ermordet.

[Bd. 6, Sp. 879]



 
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Schlüsseldame, eine Hofwürde, ähnlich der Würde der Palastdame (s. Meyers Dame), dieser jedoch im Range nachstehend.
 
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Schlüsselfeld, Stadt im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Höchstadt, an der Staatsbahnlinie Strullendorf-S., hat eine kath. Kirche, ein Forstamt, Bierbrauerei, Obstbau und (1905) 700 Einw.
 
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Schlüsselfiedel, ein im 15.17. Jahrh. gebräuchliches Streichinstrument, dessen Saiten nicht durch Greifen mit den Fingern, sondern, wie bei der Drehleier, durch eine Klaviatur verkürzt wurden.
 
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Schlüsselgeld, s. Meyers Herdgeld.
 
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Schlüsselgewalt (Amt der Schlüssel), die auf Matth. 16, 19 und 18, 18 (bez. Joh. 20, 23) gestützte Machtbefugnis der Kirche, gültig für Himmel und Erde zu binden und zu lösen, also Sünden (s. Meyers Beichte) und Sündenstrafen (s. Meyers Ablaß) nachzulassen oder zu behalten. Als Symbol dieser Macht führen die Päpste den Schlüssel in ihrem Wappen, und die kirchliche Kunst stellt seit alters den Apostel Petrus mit dem »Schlüssel des Himmelreichs« in der Hand dar. Die Bischöfe und Priester besitzen die S. übrigens nur kraft der ihnen vom Papst übertragenen Vollmacht. Im juristischen Sinn heißt S. (Schlüsselrecht) die Vollmacht der Ehefrau zur Vertretung des Mannes in allen die Führung des Haushalts betreffenden Rechtsgeschäften. Die Schlüssel haben von jeher bei den Deutschen als Symbol hausfraulicher Machtbefugnis gegolten und ihre Übergabe an die Ehefrau durch den Ehemann war der symbolische Akt, durch den er seine Frau mit der Leitung und Verwaltung des Hauswesens betraute, wie umgekehrt die Abnahme der Schlüssel als Symbol für die Verstoßung der Ehefrau, für die Scheidung, galt. Nach dem bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich (§ 1357) ist die Frau berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen, und gelten solche von der Frau vorgenommene Rechtsgeschäfte als im Namen des Mannes vorgenommen, wenn sich nicht aus den Umständen ein andres ergibt. Der Mann kann dies Recht der Frau ausschließen und beschränken; jedoch ist eine solche Verfügung gegenüber Dritten nur wirksam, wenn sie ins Güterrechtsregister eingetragen ist, und kann, falls sie sich als ein Mißbrauch des eheherrlichen Rechtes darstellt, vom Vormundschaftsgericht aufgehoben werden. Vgl. v. Ziegenhierd, Die S. der Ehefrau (Leipz. 1906).
 
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Schlüsseljungfrauen, s. Meyers Schwestern, drei.
 
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Schlüsselmajor, früher der mit dem Schließen und Öffnen der Tore einer Festung beauftragte Unteroffizier.
 
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Schlüsselpunkt, wichtiger Punkt in einer Gefechtsstellung, von dessen Wegnahme oder Behauptung der Ausgang des Gefechts abhängt.
 
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Schlüsselrecht, s. Meyers Schlüsselgewalt.

 

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