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Schlotheim bis Schluchsen (Bd. 6, Sp. 875 bis 876)
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Artikelverweis Schlotheim, Ernst Friedrich, Freiherr von, Geolog und Paläontolog, geb. 2. April 1764 zu Almenhausen in Schwarzburg-Sondershausen, gest. 28. März 1832 in Gotha, trat 1793 in Gotha ins Kammerkollegium ein und wurde 1822 Oberaufseher des Museums, 1828 Oberhofmarschall. Er schrieb: »Die Petrefaktenkunde auf ihrem jetzigen Standpunkte etc.« (Gotha 1820; Nachträge 182223, 2 Tle.).
 
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Schlotstange, s. Meyers Stake.
 
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Schlotte, s. Physalis.
 
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Schlotte, Abfallrohr eines Abtritts.
 
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Schlotten, unterirdische Höhlungen, durch Auslaugung (Erosion) leicht löslichen Gesteinsmaterials, namentlich des Gipfes, des Kalkes oder Steinsalzes, entstanden. Erlangen die S. größere Dimensionen, so kann die Decke einstürzen und ein Meyers Erdfall (s. d.) sich bilden.
 
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Schlottenzwiebel, s. Meyers Lauch, S. 236.
 
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Schlotteräpfel, s. Meyers Apfelbaum, S. 612, 2. Spalte.
 
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Schlottergelenk, ein Gelenk von krankhaft großer Beweglichkeit, die es durch Gelenkentzündung mit Dehnung der Gelenkkapsel und Gelenkbänder erlangt hat.
 
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Schlözer, 1) August Ludwig von, deutscher Publizist und Geschichtsforscher, geb. 5. Juli 1735 in Gaggstedt bei Kirchberg an der Jagst, wo sein Vater Prediger war, gest. 9. Sept. 1809 in Göttingen, studierte seit 1751 in Göttingen und Wittenberg Theologie, lebte 175559 in Stockholm und Upsala und dann wieder in Göttingen. Literarischer Gehilfe (1761) des russischen Reichshistoriographen Müller geworden, erlernte S. in St. Petersburg Russisch, studierte die russische Geschichte und ward bald Adjunkt bei der Akademie und dann ordentlicher Professor für alte russische Geschichte. 1769 als Professor der Politik nach Göttingen zurückgekehrt, entfaltete er eine nur durch zwei wissenschaftliche Reisen nach Frankreich (177374) und Italien (178182) unterbrochene erfolgreiche Tätigkeit. 1804 trat er, durch den Kaiser von Rußland geadelt, in den Ruhestand. Seine Vorträge über Statistik, Politik und Geschichte gehörten zu den besuchtesten der Universität. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: »Versuch einer allgemeinen Geschichte des Handels und der Schiffahrt« (schwed., Stockh. 1758; deutsch, Rost. 1761); »Allgemeine nordische Geschichte« (Halle 1772, 2 Bde.) und die »Übersetzungen des russischen Chronisten Nestor bis zum Jahr 980« (Götting. 180209, 2 Bde.). Von großem Einfluß auf die Entwickelung der öffentlichen Meinung und der Publizistik in Deutschland waren sein »Briefwechsel«, meist historischen und politischen Inhalts (Götting. 177682, 10 Bde.), seine »Staatsanzeigen« (das. 178393, 18 Bde.), die 1793 verboten wurden, und seine »Vorbereitung zur Weltgeschichte für Kinder« (3. Aufl., das. 1790), deren freisinnige Ansichten den Verfasser in manchen Streit verwickelten. Vgl. Schlözers Biographie von seinem Sohn Christian (Leipz. 1828, 2 Bde.); Zermelo, August Ludwig S. (Berl. 1875); Wesendonck, Die Begründung der neuern deutschen Geschichtschreibung durch Gatterer und S. (Leipz. 1876). Schlözers Tochter Dorothea, verehelichte Bürgermeister Rodde in Lübeck, geb. 1770, gest. 12. Juni 1825 auf einer Reise in Avignon, bearbeitete unter anderm die russische Münzgeschichte und erhielt 1787 die Doktorwürde. Vgl. Reuter, Dorothea S. (Götting. 1887). Sein Sohn Christian von S., geb. 1. Dez. 1774, gest. 1831 in Lübeck, Professor an der Universität in Moskau, dann außerordentlicher Professor in Bonn, machte sich durch die »Anfangsgründe der Staatswirtschaft« (russ. u. deutsch, Riga 180406, 2 Bde.) und durch die Biographie seines Vaters bekannt.
   2) Kurd von, Geschichtschreiber und Diplomat, geb. 5. Jan. 1822 in Lübeck, gest. 13. Mai 1894 in Berlin, Sohn des jüngsten Sohnes des vorigen, des russischen Generalkonsuls Karl von S., studierte in Göttingen, Bonn und Berlin Orientalia und Geschichte, trat 1850 in den preußischen Staatsdienst, wurde 1857 Legationssekretär in St. Petersburg, 1863 Legationsrat in Rom, 1867 Ministerresident des Norddeutschen Bundes in Mexiko, 1871 Gesandter des Deutschen Reiches in Washington und beendete, 1882 bis 1892 preußischer Gesandter beim päpstlichen Stuhl in Rom, den Kulturkampf. Er schrieb: »Les premiers habitants de la Russie« (Par. 1846); »Choiseul und seine Zeit« (Berl. 1848, 2. Aufl. 1857); »Livland und die Anfänge deutschen Lebens im baltischen Norden« (das. 1850); »Die Hansa und der Deutsche Ritterorden in den Ostseeländern« (das. 1851); »Verfall und Untergang der Hansa und des deutschen Ordens in den Ostseeländern« (das. 1853); »Die Familie von Meyern« (das. 1855); »General von Chasot. Zur Geschichte Friedrichs d. Gr. und seiner Zeit« (das. 1856, 2. Aufl. 1878); »Friedrich d. Gr. und Katharina II.« (das. 1859).
 
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Schluchsee, Dorf und Luftkurort im bad. Kreis Waldshut, Amt St. Blasien, im südlichen Schwarzwald

[Bd. 6, Sp. 876]


in wilder Gegend am 5 km langen, 1 km breiten, von der Schwarza durchflossenen gleichnamigen See, 952 m ü. M., hat eine kath. Kirche, Holzstofffabrikation, Sägemühlen und (1905) 576 Einw. Dazu der Weiler Aule mit Glasfabrik.
 
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Schluchsen (Schlucken, Singultus), plötzliche unwillkürliche Zusammenziehung des Zwerchfellmuskels, wobei die Luft mit lautem gluckenden Geräusch von außen durch die Stimmritze in die Luftröhre eindringt. Dieser klonische, d. h. rhythmisch wiederkehrende Zwerchfellkrampf entsteht nicht selten infolge des Genusses sehr kalter Getränke oder auch ohne erkennbare Ursachen, kann aber auch durch Krankheiten benachbarter Organe, besonders des Magens und des Darmes, sowie durch Bauchfellentzündung hervorgerufen werden, endlich tritt S. auch als selbständige und hartnäckige Neurose oder als Begleitungserscheinung der Hysterie auf.

 

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