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Schlosserschulen bis Schlotte (Bd. 6, Sp. 874 bis 875)
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Artikelverweis Schlosserschulen, Unterrichtsanstalten für Schlosser, zum Teil Innungsschulen, die den gewöhnlichen Handwerkerschulen gleichen. Die 1894 in Roßwein (Sachsen) eröffnete Schlosserschule für Gehilfen wird vom Verbande der Schlosserinnungen Deutschlands, der sächsischen Regierung und der Stadt Roßwein unterhalten. Sie nimmt mindestens 17jährige Leute nach dreijähriger praktischer Tätigkeit auf, der Kursus umfaßt drei Semester, auch wird wöchentlich in 16 Stunden praktischer Unterricht erteilt. Schulgeld 100 bis 125 Mk. Ferner gibt es Schlosserinnungsschulen in Düsseldorf, Frankfurt a. O., Stettin und Magdeburg. Meisterkurse für Schlosser werden in Köln, Hannover und Posen fast alljährlich veranstaltet. Kunstschlosser werden in den preußischen Kunstgewerbeschulen ausgebildet, in Österreich in Königgrätz.
 
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Schloßgardekompanie, preuß. Truppe aus halbinvaliden Unteroffizieren der Infanterie, die 12 Jahre gedient und möglichst mit Auszeichnung an Feldzügen teilgenommen haben. Die Kompanie besteht aus 1 Hauptmann, 7 Feldwebeln und 62 Vizefeldwebeln. Sie steht unter Führung eines Flügeladjutanten und

[Bd. 6, Sp. 875]


ist zur Beaufsichtigung königlicher Schlösser und Gärten und zum Wachtdienst bei feierlichen Gelegenheiten bestimmt, wobei sie die alten Grenadiermützen trägt. Die 25 Jahre gedienten Unteroffiziere erhalten einen Degen mit Krone, daher Krongardisten genannt. Die S. in Preußen wurde 30. März 1829 als Gardeunteroffizierkompanie gegründet und führt den Namen S. seit 3. Okt. 1861. Sie steht in Berlin, Potsdam und Kassel. In Württemberg (Stuttgart) wurde eine S. 1872 errichtet.
 
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Schloßhauptmann, in Preußen und einzelnen norddeutschen Staaten eine ältere, verdienten Kammerherren verliehene Hofcharge. Obwohl der S. für ein bestimmtes Schloß des betreffenden Herrscherhauses ernannt wird, hat er doch für dasselbe keinerlei Dienstleistungen zu übernehmen, da es sich nur um ein Ehrenamt handelt, das den Inhabern keinerlei Pflichten auferlegt, sondern für sie nur eine Erhöhung ihres Hofranges bedeutet.
 
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Schlot, ein Abzugsrohr, der Meyers Schornstein (s. d.).
 
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Schlot, ein Eruptionskanal von rundlichem oder elliptischem Querschnitt; seine trichter- oder schüsselförmige Erweiterung an der Erdoberfläche heißt Maar.
 
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Schlöth, Lukas Ferdinand, schweizer. Bildhauer, geb. 25. Jan. 1818 in Basel, gest. 2. Aug. 1891 in Thal bei St. Gallen, bildete sich in Basel, München und Rom. Seine erste Marmorstatue, eine Psyche, erwarb das Museum seiner Vaterstadt. Seine Hauptwerke sind das Winkelrieddenkmal in Stans (1865 vollendet) und das St. Jakobsdenkmal bei Basel zum Andenken an den Kampf der Eidgenossen 26. Aug. 1444 gegen die Franzosen (1872, eine Helvetia als Siegesgöttin mit vier sterbenden Kriegern am Sockel). Für die Universität Basel führte er zehn Marmorbüsten von Koryphäen der Wissenschaft aus.
 
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Schlotheim, Stadt in der schwarzburg-rudolstädt. Unterherrschaft, Landratsamt Frankenhausen, an der Notter und der Eisenbahn Mühlhausen-Ebeleben, hat eine evang. Kirche, ein Schloß, Amtsgericht, Seilerwaren-, Preßtuch- u. Treibriemenfabrikation u. (1905) 2894 Einw. S. wird schon 1325 als Stadt erwähnt.
 
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Schlotheim, Ernst Friedrich, Freiherr von, Geolog und Paläontolog, geb. 2. April 1764 zu Almenhausen in Schwarzburg-Sondershausen, gest. 28. März 1832 in Gotha, trat 1793 in Gotha ins Kammerkollegium ein und wurde 1822 Oberaufseher des Museums, 1828 Oberhofmarschall. Er schrieb: »Die Petrefaktenkunde auf ihrem jetzigen Standpunkte etc.« (Gotha 1820; Nachträge 182223, 2 Tle.).
 
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Schlotstange, s. Meyers Stake.
 
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Schlotte, s. Physalis.
 
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Schlotte, Abfallrohr eines Abtritts.

 

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