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Schließungsstrom bis Schlingerbremse, gyroskopische (Bd. 6, Sp. 868 bis 869)
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Artikelverweis Schließungsstrom, s. Meyers Elektrische Induktion, S. 622.
 
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Schließzellen, s. Meyers Durchlüftungsgewebe und Meyers Hautgewebe.
 
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Schlik (auch Schlick), böhmische, reichbegüterte Adelsfamilie bürgerlichen Ursprungs. Die älteste Geschichte der S. ist unsicher und durch spätere Urkundenfälschungen entstellt. Wahrscheinlich gehen sie zurück auf die im Gebiete von Plauen und Ölsnitz (im Königreich Sachsen) ansässigen »Slicher«, von denen sich ein Zweig nach Adorf und Wunsiedel, ein andrer nach Eger zog. Hier erscheint 1394 ein Heinrich S. als bescheidener Bürger. Seiner Ehe mit Konstanze (aus Eger?), deren Abstammung von den italienischen Grafen von Collalto wohl in das Reich der Fabel gehört, entstammten fünf Söhne, von denen der zweite, Kaspar, die Größe des Hauses begründete, während sich vom dritten, Matthias, die weitere Linie ableitet.
   1) Kaspar, geb. um 1400, gest. 1449, deutscher Reichskanzler, kam 1415 in die Kanzlei Siegmunds, wurde 1418 unter die Familiaren aufgenommen, aber erst 1427 Protonotar. Spätestens 1432 ward er Vizekanzler, begleitete 143133 den Kaiser nach Italien, wurde dort Kanzler und 31. Mai 1433 mit zwei Brüdern in den Freiherrenstand erhoben. Auch in den nächsten Jahren des Kaisers steter Berater, erntete er reiche Belohnungen und hohe Ehren; König Albrecht II. übertrug ihm ebenfalls pfandweise Herrschaften etc. Eine allgemein anerkannte politische Rolle spielte S. noch unter Friedrich III., unterhandelte 1445 mit König Wladislaw II. von Polen und Ungarn, mit den ungarischen Magnaten über das ungarische Thronrecht des Ladislaus Posthumus, später mit dem burgundischen Hof über dynastische Heiratspläne und stand 1447 an der Spitze einer Gesandtschaft nach Mailand. Doch 1448 fiel er in Ungnade. Vgl. A. Pennrich, Die Urkundenfälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (Gotha 1901); M. Dvořák, Die Fälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (»Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung«, Bd. 22, Innsbr. 1901).
   2) Stephan, Graf von, geb. 24. Dez. 1487, eröffnete die reichen Silberminen in Joachimsthal und ließ 1517 zuerst Joachimstaler, auch Schlikentaler genannt, prägen; er fiel 1526 in der Schlacht bei Mohács.
   3) Franz, Graf von S. zu Bassano und Weißkirchen, österreich. General, geb. 23. Mai 1789 in Prag, gest. 17. März 1862 in Wien, widmete sich dem Studium der Rechte, trat beim Ausbruch des Krieges 1809 als Leutnant in ein Kürassierregiment ein, war 1813 Ordonnanzoffizier des Kaisers Franz, erhielt bei Wachau eine gefährliche Kopfwunde, die ihm ein Auge kostete. In den folgenden Friedensjahren rückte er zum Feldmarschalleutnant und Inhaber eines Husarenregiments vor. Nach der Wiener Märzrevolution von 1848 wurde er Kommandant von Krakau, Ende November aber zum Befehlshaber eines Korps von 8000 Mann ernannt, mit dem er sich in hervorragender Weise an der Pazifikation Ungarns beteiligte. Danach ward er Kommandant des 2. Armeekorps und kommandierender General in Mähren. Seit Juni 1854 Oberbefehlshaber der vierten, in Galizien stehenden Armee, ging er mit ihr 1859 nach Italien, wurde dort nach der Schlacht von Magenta an Stelle Gyulays Kommandant der zweiten österreichischen Armee und focht bei Solferino an der Spitze des rechten Flügels. Nach dem Frieden von Villafranca nahm er seinen Abschied. Vgl. Kocžicžka, Die Winterkampagne des Graf Schlikschen Armeekorps 18481849 (Olmütz 1850).
 
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Schlingbaum, s. Meyers Viburnum.
 
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Schlingbeschwerden (Dysphagie), die Folge sehr mannigfaltiger Krankheitszustände der Rachengebilde und des Schlundkopfes, auch der Speiseröhre bis zum Magenmund hinab. Am häufigsten werden S. veranlaßt durch die entzündliche Anschwellung der in der Rachenhöhle gelegenen Gebilde, besonders der Mandeln und des Gaumensegels mit dem Zäpfchen, sowie auch durch die Entzündung und Geschwürbildung im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre (bei Schwindsüchtigen). Alle Geschwülste und entzündlichen Zustände der Speiseröhre, wie solche z. B. durch Verschlingen zu heißer Speisen, ätzender Substanzen (Schwefelsäure, Ätzkalilauge etc.) erzeugt werden, sind mit S. verbunden. Zuweilen beruhen die S. auf einem Krampf der Rachenmuskeln, z. B. bei der Hundswut. Auch Lähmung der Muskulatur des Rachens (s. Meyers Schlingen) ist notwendigerweise mit Unvermögen zum Schlingen verbunden. Die Bedeutung der S. ist nach den Ursachen sehr verschieden. S., die auf entzündlichen Zuständen der Rachengebilde und der Speiseröhre beruhen, hören mit dem Ablauf der Entzündung von selbst auf, während die auf narbiger Verengerung, auf krebsiger Entartung der Speiseröhre oder auf Lähmung des Schlundes beruhenden mit großen Beschwerden verbunden sind und wenig oder keine Hoffnung auf Heilung oder erhebliche Besserung geben. Ost sind die Kranken zum Hungertod verurteilt, wenn es nicht gelingt, durch Schlundröhren nährende Flüssigkeiten oder durch Einführung von Dauerkanülen feste Nahrungsmittel einzuführen. Verengerungen, die durch Hinabschlucken ätzender Flüssigkeiten, z. B. von Schwefelsäure, entstanden sind, lassen durch Einlegen von Schlundsonden allmähliche Erweiterung der Speiseröhre (z. B. durch Einführung allmählich größer werdender eiförmiger Elfenbeinkörper) Hoffnung auf Wiederherstellung.

[Bd. 6, Sp. 869]



 
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Schlinge, Pflanze, s. Meyers Viburnum.
 
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Schlingen (Schlucken), der Vorgang, durch die der Mundinhalt in den Magen befördert wird. Der Bissen oder Schluck gelangt zunächst auf die obere Fläche der Zunge. Diese drückt sich dann sukzessive von vorn nach hinten, d. h. zuerst mit der Spitze, dann mit dem Rücken, an den harten Gaumen an und schiebt auf diese Weise den Bissen in die Rachenhöhle. Hat der Bissen die Mundhöhle verlassen, so legen sich die beiden Schenkel des vordern Gaumenbogens aneinander und bilden einen Verschluß nach der Mundhöhle hin, das Gaumensegel wird nach oben gezogen und verhindert den Eintritt des Bissens in die Nasenhöhle; der Kehlkopf wird gehoben und sein Eingang durch den niedergedrückten Kehldeckel verschlossen. Bei Flüssigkeiten und sehr weichen Bissen genügt der in der Mundhöhle entwickelte Druck, um deren Inhalt gleich bis an den Mageneingang zu befördern. Festere Bissen nehmen noch die Muskeltätigkeit des Rachens und die Speiseröhre in Anspruch. Erst treten dabei die Schlundschnürer und dann von oben nach unten fortschreitend die Speiseröhrenmuskeln in Tätigkeit. Sobald diese peristaltische Bewegung den Magenmund erreicht hat, wird der Bissen durch ihn hindurch in den Magen gedrückt. Der Anfang der Schlingbewegungen erfolgt willkürlich, die Fortbewegung des Bissens durch Schlund und Speiseröhre ist reflektorisch und kann willkürlich nicht gehemmt werden. Wird beim S. durch Sprechen, Niesen, Lachen etc. der Verschluß des Kehlkopfes aufgehoben, so gelangt ein Teil des Bissens in den letztern (»in die falsche Kehle«), und als Folge dieses »Verschluckens« tritt reflektorischer Husten ein, durch den der gereizte Kehlkopf sich des Fremdkörpers zu entledigen sucht. Bei Gaumenlähmung nach Diphtherie oder bei gewissen Erkrankungen des verlängerten Markes (Bulbärparalyse) läuft beim Versuch zu schlucken die Flüssigkeit durch die Nase ab. Sind die Schließmuskeln des Kehlkopfes gelähmt, z. B. bei Gehirnkrankheit oder nach Verletzung der betreffenden Nerven, so schließt sich weder der Kehlkopf noch reagiert er gegen in ihn hineingeratende Speiseteilchen, da mit der Muskellähmung auch Unempfindlichkeit seiner Wandung verbunden ist. Diese Teilchen geraten daher in die Lunge und erzeugen dort eine schnell tödlich endende Schluckpneumonie. S. auch Meyers Schlingbeschwerden. Vgl. Schreiber, Über den Schluckmechanismus (Berl. 1904).
 
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Schlingen, s. Meyers Dohnen und Meyers Vogelsang.
 
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Schlingenbretter, s. Meyers Vogelsang.
 
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Schlinger, Schlangengattung Python, s. Meyers Tigerschlangen.
 
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Schlingerbremse, gyroskopische, s. Meyers Schiffskreisel.

 

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