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Schließlein bis Schlik (Bd. 6, Sp. 867 bis 868)
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Artikelverweis Schließlein, s. Meyers Flachs, S. 647.
 
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Schließmann, Hans, Zeichner, geb. 6. Febr 1852 in Mainz, kam schon als fünfjähriger Knabe mit seinen Eltern nach Österreich und trat 1866 als Lehrling in die xylographische Anstalt von Waldheim in Wien ein, wo sich seine zeichnerische Begabung so schnell entwickelte, daß er bereits 1874 als Zeichner an Kliçs »Humoristischen Blättern«, an den »Neuen Fliegenden Blättern« und später am »Kikeriki« beschäftigt wurde. Seine Spezialität sind typische Einzelfiguren und Szenen aus dem Wiener Volksleben, die er meist mit wenigen Strichen, bisweilen nur in den Umrißlinien, aber stets sehr charakteristisch und ohne Übertreibung zum Grotesken wiedergibt. Er schöpft seine Motive zumeist aus den niedern Ständen, weiß aber auch die Schwächen und Modetorheiten der höhern Gesellschaftsklassen mit satirischem Griffel zu geißeln. 1881 wurde er als Zeichner für das Witzblatt »Wiener Luft« (Beilage zum »Figaro«) gewonnen, und daneben hat er auch Beiträge für die Münchener »Fliegenden Blätter«, die »Leipziger Illustrierte Zeitung«, »Über Land und Meer« u. a. geliefert. Sammlungen seiner Zeichnungen erschienen als »Schließmann-Album« (Wien 1890) und »Wiener Schattenbilder« (mit Text von Pötzl, das. 1892).

[Bd. 6, Sp. 868]



 
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Schließmohn, s. Papaver.
 
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Schließmundschnecke (Clausilia Drap.), Gattung der Lungenschnecken, Schnecken mit spindelförmiger, schlanker Schale, deren birnförmige Mündung durch mindestens zwei Lamellen verengert ist. Zwischen diesen befindet sich ein ovales, nach oben in einen langen gebogenen Stil endendes Schließplättchen, das die Schale verschließt, wenn sich das Tier zurückzieht. Man kennt etwa 600 Arten, die in Europa, Asien, Afrika und Südamerika an Felsen, alten Mauern und Baumstrünken leben. In Deutschland finden sich 25 Arten, eine der häufigsten, C. plicata Drap., wird 13 mm lang. C. laminata Küst., 17 mm lang, in ganz Europa mit Ausnahme Spaniens, s. Tafel Meyers »Schnecken II«, Fig. 9. Man kennt auch 20 fossile Arten vom Eocän an.
 
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Schließmuskel (Sphincter, Constrictor), kreisförmiger Muskel, der um eine natürliche Öffnung des Körpers liegt und sie durch seine Zusammenziehung schließt. Ein solcher findet sich bei dem Menschen am Mund, an den Augenlidern, an der Harnblase, am After etc. (s. Tafel Meyers »Muskeln des Menschen«, Fig. 1). Ihre nicht seltene Lähmung führt zu den größten Beschwerden.
 
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Schließnetz, Netz für wissenschaftliche Forschung, das sich in bestimmten Wassertiefen öffnet und schließt.
 
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Schließplatte (Schließstein), s. Meyers Buchdruckerkunst, S. 529.
 
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Schließungsbogen (Schließungsdraht), der die beiden Pole eines galvanischen Elements verbindende Draht.
 
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Schließungsstrom, s. Meyers Elektrische Induktion, S. 622.
 
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Schließzellen, s. Meyers Durchlüftungsgewebe und Meyers Hautgewebe.
 
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Schlik (auch Schlick), böhmische, reichbegüterte Adelsfamilie bürgerlichen Ursprungs. Die älteste Geschichte der S. ist unsicher und durch spätere Urkundenfälschungen entstellt. Wahrscheinlich gehen sie zurück auf die im Gebiete von Plauen und Ölsnitz (im Königreich Sachsen) ansässigen »Slicher«, von denen sich ein Zweig nach Adorf und Wunsiedel, ein andrer nach Eger zog. Hier erscheint 1394 ein Heinrich S. als bescheidener Bürger. Seiner Ehe mit Konstanze (aus Eger?), deren Abstammung von den italienischen Grafen von Collalto wohl in das Reich der Fabel gehört, entstammten fünf Söhne, von denen der zweite, Kaspar, die Größe des Hauses begründete, während sich vom dritten, Matthias, die weitere Linie ableitet.
   1) Kaspar, geb. um 1400, gest. 1449, deutscher Reichskanzler, kam 1415 in die Kanzlei Siegmunds, wurde 1418 unter die Familiaren aufgenommen, aber erst 1427 Protonotar. Spätestens 1432 ward er Vizekanzler, begleitete 143133 den Kaiser nach Italien, wurde dort Kanzler und 31. Mai 1433 mit zwei Brüdern in den Freiherrenstand erhoben. Auch in den nächsten Jahren des Kaisers steter Berater, erntete er reiche Belohnungen und hohe Ehren; König Albrecht II. übertrug ihm ebenfalls pfandweise Herrschaften etc. Eine allgemein anerkannte politische Rolle spielte S. noch unter Friedrich III., unterhandelte 1445 mit König Wladislaw II. von Polen und Ungarn, mit den ungarischen Magnaten über das ungarische Thronrecht des Ladislaus Posthumus, später mit dem burgundischen Hof über dynastische Heiratspläne und stand 1447 an der Spitze einer Gesandtschaft nach Mailand. Doch 1448 fiel er in Ungnade. Vgl. A. Pennrich, Die Urkundenfälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (Gotha 1901); M. Dvořák, Die Fälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (»Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung«, Bd. 22, Innsbr. 1901).
   2) Stephan, Graf von, geb. 24. Dez. 1487, eröffnete die reichen Silberminen in Joachimsthal und ließ 1517 zuerst Joachimstaler, auch Schlikentaler genannt, prägen; er fiel 1526 in der Schlacht bei Mohács.
   3) Franz, Graf von S. zu Bassano und Weißkirchen, österreich. General, geb. 23. Mai 1789 in Prag, gest. 17. März 1862 in Wien, widmete sich dem Studium der Rechte, trat beim Ausbruch des Krieges 1809 als Leutnant in ein Kürassierregiment ein, war 1813 Ordonnanzoffizier des Kaisers Franz, erhielt bei Wachau eine gefährliche Kopfwunde, die ihm ein Auge kostete. In den folgenden Friedensjahren rückte er zum Feldmarschalleutnant und Inhaber eines Husarenregiments vor. Nach der Wiener Märzrevolution von 1848 wurde er Kommandant von Krakau, Ende November aber zum Befehlshaber eines Korps von 8000 Mann ernannt, mit dem er sich in hervorragender Weise an der Pazifikation Ungarns beteiligte. Danach ward er Kommandant des 2. Armeekorps und kommandierender General in Mähren. Seit Juni 1854 Oberbefehlshaber der vierten, in Galizien stehenden Armee, ging er mit ihr 1859 nach Italien, wurde dort nach der Schlacht von Magenta an Stelle Gyulays Kommandant der zweiten österreichischen Armee und focht bei Solferino an der Spitze des rechten Flügels. Nach dem Frieden von Villafranca nahm er seinen Abschied. Vgl. Kocžicžka, Die Winterkampagne des Graf Schlikschen Armeekorps 18481849 (Olmütz 1850).

 

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