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Schleppdampfer bis Schleppmonopol (Bd. 6, Sp. 845)
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Artikelverweis Schleppdampfer (Schlepper, Remorqueur, Bugsierboot), ein Dampfschiff mit starker Maschine, das zum Schleppen dient; vgl. Dampfschiff, S. 462, und Tauerei.
 
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Schleppe, die gegen die Mitte des 14. Jahrh. in Frankreich und bald nachher auch in andern Ländern zur Mode gewordene Verlängerung der Damenkleider, die bald bis zu Ellenlänge heranwuchs und unter der prachtliebenden Isabella von Bayern, Gemahlin Karls VI., und am burgundischen Hof sich dermaßen steigerte, daß die Überfülle des Stoffes der Prunkkleider von Dienern oder Dienerinnen nachgetragen werden mußte (s. Tafel Meyers »Kostüme II«, Fig. 2, 4, 7 u. 9). Gegen das Ende des 15. Jahrh. wurde sie sehr gemäßigt, in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. als Folge der reif- und glockenförmigen Röcke bei den verschiedenen Völkern allmählich verdrängt und erschien nur ausnahmsweise und bei besondern festlichen Gelegenheiten von übergroßer Länge. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. kam sie wieder in vollem Umfang in die Mode, erschien auch wohl als eine über den Reifrock lang herabhängende Stoffmasse (s. Tafel Meyers »Kostüme III«, Fig. 8), erhielt sich dann in dieser Weise bis zum Verschwinden der Reifröcke und kam im 19. Jahrh., wenn auch in gemäßigter Weise, wieder an den Kleidern selber in die Mode. Königinnen und Fürstinnen tragen bei festlichen Gelegenheiten besonders lange Schleppen von kostbaren Stoffen, die an den Roben befestigt und von Pagen getragen werden (Courschleppen). In der Jägersprache, s. Meyers Geschleppe.
 
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Schleppe, im Schiffswesen, s. Meyers Schlippe.
 
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Schleppen (Bugsieren), mit einem Dampfer Lastkähne, Baggerprähme, Leichterfahrzeuge oder Segelschiffe an einem Hanf- oder Drahttau (Schlepptau) fortbewegen. In der Geologie: sich schleppen, soviel wie sich scharen, s. Meyers Gang, S. 315.
 
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Schlepper, in der Gauner- und Falschspielersprache Bezeichnung für den Helfershelfer, der die Opfer zum Spiel animiert und herbeiholt. S. auch Meyers Judas und Mangeur.
 
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Schlepper, soviel wie Schleppdampfer; vgl. auch Bergleute.
 
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Schleppharke, s. Meyers Heuerntemaschinen, S. 290.
 
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Schleppjagd, s. Meyers Geschleppe.
 
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Schleppkoppel, ein Meyers Leibriemen (s. d.) mit einem oder zwei Riemen, an denen das Seitengewehr frei hängend getragen wird.
 
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Schleppmodellversuchsstation, s. Meyers Hydrologische Versuchsanstalten.
 
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Schleppmonopol, die Berechtigung einer bestimmten Person, Vereinigung, Gemeinde oder eines Staates, daß alle Schleppdienste auf einer bestimmten Wasserstraße einzig durch sie geschehen. Ein staatliches S. besteht in gewisser Beziehung bereits auf dem Elbe-Travekanal und ist es für alle noch zu erbauenden Kanäle im westlichen Preußen durch das Wasserstraßengesetz vom 1. April 1905 vorgesehen. Für den Teltowkanal hat der Kreis Teltow das S., auf dem Kaiser Wilhelm-Kanal hat der Staat den Schleppdienst übernommen, jedoch dürfen ihn auch nichtstaatliche Dampfer versehen. Die Verstaatlichung des Schleppdienstes verdient den Vorzug, weil durch sie die größte Ordnung, Leistungsfähigkeit und vor allem auch Herabminderung der Erbauungs- und Unterhaltskosten der Kanäle sich ermöglichen läßt. Außerdem läßt sich eine Ausgleichung des Tarifs der Schienenwege mit den Wasserwegen ermöglichen, also eine vernünftige Tarifpolitik durchführen.

 

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