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Schleimsteine bis Schleiz (Bd. 6, Sp. 843)
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Artikelverweis Schleimsteine (Chondroïten), steinartige Bildungen aus verhärtetem Schleim mit Kalksalzen, Fett etc., die sich oft um einen als Kern zu betrachtenden Fremdkörper bilden, finden sich in den mit Schleimhaut ausgekleideten Höhlen, wie in der Nasenhöhle, den Bronchien, Mandeln, in den weiblichen Geschlechtsteilen etc.
 
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Schleimstoff, s. Meyers Schleim.
 
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Schleimsucht, s. Meyers Verschleimung.
 
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Schleimtiere, s. Meyers Bauchtiere.
 
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Schleimünde, s. Meyers Schlei (Meeresbucht).
 
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Schleimzellen, s. Meyers Hautdrüsen.
 
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Schleimzucker, s. Meyers Fruchtzucker.
 
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Schleinitz, 1) Alexander, Graf von, preuß. Staatsminister, geb. 29. Dez. 1807 in Blankenburg am Harz, gest. 19. Febr. 1885, trat 1828 in den preußischen Staatsdienst, ward 1835 Gesandtschaftsattaché, 1841 vortragender Rat im Ministerium des Auswärtigen, im Juli 1848 Minister des Auswärtigen im Ministerium Camphausen, gab aber diese Stellung nach wenigen Tagen wieder auf und vertrat hierauf Preußen am hannoverschen Hof. Im Mai 1849 leitete S. die Friedensverhandlungen mit Dänemark, übernahm im Juli 1849 im Ministerium Brandenburg wieder das Auswärtige, trat aber 26. Sept. 1850 zurück, lebte in Koblenz in nahem Verkehr mit dem Hofe des Prinzen von Preußen, nach dessen Regierungsantritt er von November 1858 bis Oktober 1861 wieder Minister des Auswärtigen und als solcher Bismarcks Vorgesetzter war. 186185 Minister des königlichen Hauses, ward er 1879 Graf. Vgl. »Fürst Bismarcks Briefwechsel mit dem Minister Freih. v. S. 18581861« (Stuttg. 1905); »Aus den Papieren der Familie von Schleinitz«, mit einer Vorbemerkung von F. v. Zobeltitz (Berl. 1905); »Geschichte des Schleinitzschen Geschlechts« (das. 1898).
   2) Georg Emil Gustav, Freiherr von, deutscher Admiral, geb. 17. Juni 1834 in Bromberg, trat 1849 in die preußische Marine, machte 1856 die Fahrt der Korvette Danzig nach Marokko und als Leutnant zur See die Expedition nach Ostasien (1860 bis 1862) mit, kämpfte 1864 auf der Arkona bei Jasmund gegen die Dänen, ward sodann Dezernent in der Admiralität, unternahm 186971 als Kommandant der Arkona eine Weltreise, befehligte, nachdem er 187173 wieder Dezernent in der Admiralität gewesen, 187476 die Korvette Gazelle auf einer wissenschaftlichen Reise nach der Südsee, ward sodann Vorstand des Hydrographischen Instituts, 1883 Konteradmiral, nahm 1886 als Vizeadmiral den Abschied und war bis 1888 im Dienst der Neuguinea-Kompanie Landeshauptmann von Neuguinea. Gegenwärtig lebt S. auf Haus Hohenborn bei Pyrmont.
 
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Schleißheim (Ober-S.), Dorf im bayr. Regbez. Oberbayern, Bezirksamt München, links von der Isar und an der Staatsbahnlinie München-Regensburg, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Kreisackerbauschule, ein Remontedepot, eine Militärmahlmühle, Fabrikation landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen, Bierbrauerei, (1905) 1170 Einw. und ist bekannt durch sein schönes Lustschloß. Dasselbe wurde 16841700 vom Kurfürsten Max Emanuel im Renaissancestil erbaut und hat eine Gemäldegalerie (namentlich Holländer und Oberdeutsche), die von Max Emanuels Vater Ferdinand Maria herrührt und vom König Maximilian Joseph vermehrt wurde. Dabei ein Schloßgarten im altfranzösischen Geschmack, durch König Ludwig I. neu hergestellt, mit dem Jagdschlößchen Lustheim. S. ist Sitz der Jagd- und Forstbehörde der königlichen Hofjagd und der Staatswaldungen. Vgl. Mayerhofer, Geschichte des Lustschlosses S. (Leipz. 1885); Ausleger, Innendekorationen des Lustschlosses S. (2. Aufl., Münch. 1894); Streiter, Die Schlösser zu S. und Nymphenburg (Berl. 1901).
 
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Schleitheim, Flecken und Bezirkshauptort im schweizer. Kanton Schaffhausen, 485 m ü. M., westlich vom Meyers Randen (s. d.), durch elektrische Straßenbahn Schaffhausen-S.-Oberwiesen mit der badischen Eisenbahn Waldshut-Immendingen verbunden, hat eine Realschule, Steinbrüche auf Gips, Kalk, Sandstein, Ziegelei, Holzhandel und (1900) 1891 meist prot. Einwohner. In der Nähe, an der Wutach, 2 mechanische Werkstätten, eine Leinenspinnerei und -Weberei etc.
 
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Schleiz, Haupt- und Residenzstadt des frühern Fürstentums Reuß-Schleiz, seit der Vereinigung der beiden Fürstentümer Reuß jüngere Linie (1848) die zweite Residenz des Landes, an der Wiesental und an der sächsischen Staatsbahnlinie S.-Schönberg, 442 m ü. M., hat ein fürstliches Residenzschloß, 3 evang. Kirchen (darunter die altertümliche Bergkirche mit der fürstlichen Gruft), Gymnasium, Schullehrerseminar, Taubstummenanstalt, Idiotenanstalt, ein Arbeitshaus, die fürstliche Kammer, ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Oberländischen Bezirk), einen fürstlichen Marstall, Fabrikation von Metall-, Holz- und Spielwaren, Gerberei, Bierbrauerei etc., besuchte Vieh- und Schweinemärkte und (1905) 5577

[Bd. 6, Sp. 844]


Einw. S. ist Geburtsort Böttgers, des Erfinders des Porzellans.

[Bd. 6, Sp. 845]



   Wappen von Schleiz.

[Bd. 6, Sp. 844]


In der Nähe das Lustschloß Heinrichsruhe und 4 km südwestlich Schloß Meyers Burgk (s. d.). An der Stelle des jetzigen Residenzschlosses in S. stand eine slawische Befestigung; der Ort, urkundlich zuerst 1273 als Slowitz erwähnt, erhielt 1359 städtische Rechte, hatte im Hussiten- und im Dreißigjährigen Krieg sehr viel zu leiden und brannte 1689, 1837 und 1850 größtenteils ab. Vom 13.16. Jahrh. bestand hier eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Am 9. Okt. 1806 siegten hier die Franzosen unter Davout über die Preußen unter Tauentzien. Vgl. Alberti, Geschichte des deutschen Hauses zu S. (Schleiz 1877); v. Strauch, Der erste Zusammenstoß im Kriege von 1806/07. Das Gefecht bei S. (das. 1906).

 

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