Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schleimhäute bis Schleimsäure (Bd. 6, Sp. 842 bis 843)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schleimhäute (Membranae mucosae), bei den Wirbeltieren samtartige, sehr gefäß- und nervenreiche, schleimabsondernde Häute, welche die nach außen sich öffnenden Höhlen und Kanäle des Körpers (Luftwege, Darmkanal, Geschlechtsgänge etc.) auskleiden. An den äußern Öffnungen dieser Höhlen geht die Schleimhaut allmählich in die äußere Haut über. Wie letztere, besteht auch die Schleimhaut aus zwei Schichten, der Oberhaut (Epithel) und der Schleimhaut im engern Sinn. Erstere ist nie verhornt wie die der äußern Haut; ihre Zellen sind häufig zylindrisch und mit Wimpern besetzt (Flimmerepithel). Letztere enthält Nerven und Gefäße und heftet sich durch lockeres Bindegewebe an ihre Unterlage an. An Drüsen sind die S. reich, teils sind es solche für bestimmte Zwecke (z. B. die Labdrüsen

[Bd. 6, Sp. 843]


des Magens), teils einfach Schleimdrüsen zur Absonderung des Schleims, der die Haut stets feucht erhält. Die S. sind häufig der Sitz von Krankheiten, besonders die äußern Einflüssen zugänglichern S., wie z. B. die der Luftwege, des Verdauungskanals. Das erste Symptom einer Reizung der S. ist eine verstärkte Absonderung (Katarrh). Seltener sind die S. der Sitz von Geschwüren, so besonders die Kehlkopf- und Rachenschleimhaut der Sitz syphilitischer, die Darmschleimhaut der Sitz tuberkulöser, typhöser und andrer Geschwüre. Sämtliche S., besonders aber die Rachenschleimhaut, können auch kruppöse und diphtheritische Affektion zeigen.
 
Artikelverweis 
Schleimige Gärung, s. Meyers Gummigärung.
 
Artikelverweis 
Schleimkankroïd, s. Cylindrom.
 
Artikelverweis 
Schleimkiemer, s. Meyers Inger.
 
Artikelverweis 
Schleimkörperchen, s. Meyers Schleim.
 
Artikelverweis 
Schleimling, Alge, s. Meyers Nostoc.
 
Artikelverweis 
Schleimnetz, Malpighisches, s. Meyers Haut, S. 902.
 
Artikelverweis 
Schleimpapel, s. Meyers Feigwarze.
 
Artikelverweis 
Schleimpilze, s. Myxomyzeten.
 
Artikelverweis 
Schleimpolypen, s. Meyers Polypen.
 
Artikelverweis 
Schleimsäure (Milchzuckersäure) C6H10O8 oder COOH.(CHOH)4. COOH entsteht meist neben Weinsäure oder Zuckersäure bei Oxydation von Galaktose, Dulcit, Gummi, Milchzucker etc. mit Salpetersäure. Sie bildet ein weißes, sandiges Kristallpulver, löst sich schwer in kaltem, leicht in kochendem Wasser, nicht in Alkohol, schmilzt bei 210° unter Zersetzung, gibt beim Kochen mit Wasser Laktonsäure C6H8O7, mit Salzsäure eine Furfurondikarbonsäure, mit Salpetersäure Traubensäure und Oxalsäure, mit schmelzendem Ätzkali Essigsäure und Oxalsäure. Sie bildet schwer oder nicht lösliche Salze.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: