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Schleimfieber bis Schleimkankroïd (Bd. 6, Sp. 842 bis 843)
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Artikelverweis Schleimfieber (Febris mucosa), ein mit Fieber verbundener Magenkatarrh.
 
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Schleimfisch (Seeschmetterling, Blennius ocellaris L., s. Tafel Meyers »Hochzeitskleider II«, Fig. 4), Stachelflosser aus der Familie der Schleimfische (Blenniidae), 15 cm lang, mit dickem, auf den Backen aufgetriebenem, vorn abgestutztem Kopf mit zwei häutigen Anhängseln, kräftigem Gebiß, über den ganzen Rücken sich ausdehnender Flosse, deren vordere Strahlen verlängert sind, und bis auf zwei Strahlen verkümmerten Bauchflossen. Der S. ist hellbraun, dunkler gezeichnet, auf der Rückenflosse mit dunkelbraunem Fleck in hellerm Hofe. Er baut wie der Stichling ein Nest und wechselt die Farben, sobald ein Weibchen sich dem Nest nähert. Er lebt im Mittelmeer und im Atlantischen Ozean bis England an den Küsten zwischen Seetang. Sein Fleisch ist geschmacklos. S. auch soviel wie Meyers Inger (s. d.).
 
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Schleimfluß, s. Meyers Blennorrhöe. S. der Bäume, eine an Baumwunden, bisweilen auch an scheinbar unverletzten Stämmen hervorquellende, schaumartige, gärende Masse, die von Pilzelementen und Bakterien erfüllt ist. Im weißen S. von Eichen, Birken, Weiden, Pappeln etc. tritt anfangs ein mycelbildender Askomyzet (Endomyces Magnusii) auf; später wird die Hauptmasse des gärenden Schaumes von den Sproßzellen der Eichenhefe (Saccharomyces Ludwigii) gebildet, die Alkoholgärung hervorrufen. Wesentliche Ursache des Schleimflusses ist eine in kugeligen Zooglöen auftretende Bakterienart (Leuconostoc Lagerheimii), die unter der Baumrinde sich ausbreitet und die Gewebe oft bis auf das Holz zerstört. Die besonders bei feuchter Witterung stark um sich greifende Krankheit beraubt die Baumstämme auf größere Strecken der Rinde, die gelockert und zerfasert wird; sie kehrt an einem infizierten Baum oft jahrelang wieder und kann zuletzt sein völliges Absterben herbeiführen. Durch den gärenden S. angelockte Insekten tragen zur Verschleppung der Krankheit bei. Der weiße Milchfluß zeigt sich als ein milchweißer, oft handhoher Schleimüberzug auf den Stümpfen frisch gefällter Birken oder Hainbuchen und wird von Endomyces vernalis bewohnt. Bisweilen ist der Schleim rosenrot gefärbt (Rotfluß) und enthält dann den unvollständig bekannten Rhodomyces dendrorhous. Im braunen S., der an lebenden Apfelbäumen, Roßkastanien, Birken, Pappeln, Ulmen u. a. bisweilen großen Schaden anrichtet und das Holz unter Buttersäurebildung zersetzt, wuchern zahlreiche Mikrokokken (Micrococcus dendroporthos) in Gesellschaft eines braungefärbten Fadenpilzes (Torula monilioides).
 
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Schleimgärung, soviel wie Meyers Gummigärung (s. d.).
 
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Schleimgeschwulst, s. Myxödem.
 
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Schleimgewebe, s. Meyers Gewebe (anatom.), S. 777.
 
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Schleimgewebsgeschwulst (griech. Myxoma), eine rein oder gemischt mit andern Geschwulstformen im Unterhautbindegewebe, seltener in drüsigen Organen etc. vorkommende Geschwulst. Sie besteht aus schleimiger Grundsubstanz von Gallertkonsistenz (daher auch Gallertgeschwulst), in der zahlreiche spindel- oder sternförmige, miteinander zusammenhängende Zellen neben runden Schleimkörperchen eingebettet liegen. Die S. ist nicht selten von einer Bösartigkeit, die den Sarkomen nicht nachsteht.
 
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Schleimharze, s. Meyers Gummiharze.
 
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Schleimhäute (Membranae mucosae), bei den Wirbeltieren samtartige, sehr gefäß- und nervenreiche, schleimabsondernde Häute, welche die nach außen sich öffnenden Höhlen und Kanäle des Körpers (Luftwege, Darmkanal, Geschlechtsgänge etc.) auskleiden. An den äußern Öffnungen dieser Höhlen geht die Schleimhaut allmählich in die äußere Haut über. Wie letztere, besteht auch die Schleimhaut aus zwei Schichten, der Oberhaut (Epithel) und der Schleimhaut im engern Sinn. Erstere ist nie verhornt wie die der äußern Haut; ihre Zellen sind häufig zylindrisch und mit Wimpern besetzt (Flimmerepithel). Letztere enthält Nerven und Gefäße und heftet sich durch lockeres Bindegewebe an ihre Unterlage an. An Drüsen sind die S. reich, teils sind es solche für bestimmte Zwecke (z. B. die Labdrüsen

[Bd. 6, Sp. 843]


des Magens), teils einfach Schleimdrüsen zur Absonderung des Schleims, der die Haut stets feucht erhält. Die S. sind häufig der Sitz von Krankheiten, besonders die äußern Einflüssen zugänglichern S., wie z. B. die der Luftwege, des Verdauungskanals. Das erste Symptom einer Reizung der S. ist eine verstärkte Absonderung (Katarrh). Seltener sind die S. der Sitz von Geschwüren, so besonders die Kehlkopf- und Rachenschleimhaut der Sitz syphilitischer, die Darmschleimhaut der Sitz tuberkulöser, typhöser und andrer Geschwüre. Sämtliche S., besonders aber die Rachenschleimhaut, können auch kruppöse und diphtheritische Affektion zeigen.
 
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Schleimige Gärung, s. Meyers Gummigärung.
 
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Schleimkankroïd, s. Cylindrom.

 

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