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Schleim bis Schleimgärung (Bd. 6, Sp. 842)
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Artikelverweis Schleim (Mucus), die dickflüssige, klebrige, farblose, in der Regel alkalisch reagierende Masse, die normalerweise als dünne Schicht die Oberfläche aller Schleimhäute überzieht und schlüpfrig erhält. Der S. enthält 46 Proz. feste Bestandteile, das übrige ist Wasser. Hauptbestandteil ist der Schleimstoff (Mucin), der dem S. die Klebrigkeit verleiht. S. enthält die mikroskopischen Schleimkörperchen, runde Zellen vom Aussehen der farblosen Blutkörperchen und der Eiterkörperchen. Im normalen S. sind sie relativ sparsam vorhanden; beim Katarrh der Scheimhäute nehmen sie aber so stark zu, daß sie dem S. ein gelbliches, eiterartiges Aussehen erteilen. Die Quelle der Schleimabsonderung sind in der Hauptsache die Schleimdrüsen, doch trägt auch die freie Schleimhautoberfläche dazu bei. Das Mucin ist das Produkt einer chemischen Umwandlung (Schleimmetamorphose), der die Zellen der Schleimdrüsen und gewisse Epithelzellen der Schleimhautoberfläche unterliegen. Dem S. ähnlich ist die Synovia der Gelenkhöhlen, der Schleimbeutel und der Sehnenscheiden.
 
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Schleimaal (Schleimfisch), s. Meyers Inger.
 
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Schleimalge (Schleimling), s. Meyers Nostoc.
 
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Schleimbehälter, s. Meyers Absonderung 3), S. 55.
 
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Schleimbeutel (Bursa mucosa s. synovialis), geschlossener Sack mit dünner fibröser Wand, voll eiweißartiger, schleimiger Flüssigkeit (synovia), dazu bestimmt, die Reibung beweglicher Teile an ihrer harten Unterlage zu vermindern. Durch eine Entzündung der S., Ansammlung und Verhärtung der Synovia entstehen gewisse Formen der Überbeine. Krankhaft werden S. gebildet, wo auf oberflächlich liegende Knochen wiederholt langer, starker Druck ausgeübt wird, z. B. bei Lastträgern auf der Schulter etc.
 
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Schleimbrechen, s. Meyers Erbrechen.
 
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Schleimdrüsen, Schleim absondernde Drüsen in der Oberhaut oder auch in den Schleimhäuten vieler Tiere.
 
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Schleimfieber (Febris mucosa), ein mit Fieber verbundener Magenkatarrh.
 
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Schleimfisch (Seeschmetterling, Blennius ocellaris L., s. Tafel Meyers »Hochzeitskleider II«, Fig. 4), Stachelflosser aus der Familie der Schleimfische (Blenniidae), 15 cm lang, mit dickem, auf den Backen aufgetriebenem, vorn abgestutztem Kopf mit zwei häutigen Anhängseln, kräftigem Gebiß, über den ganzen Rücken sich ausdehnender Flosse, deren vordere Strahlen verlängert sind, und bis auf zwei Strahlen verkümmerten Bauchflossen. Der S. ist hellbraun, dunkler gezeichnet, auf der Rückenflosse mit dunkelbraunem Fleck in hellerm Hofe. Er baut wie der Stichling ein Nest und wechselt die Farben, sobald ein Weibchen sich dem Nest nähert. Er lebt im Mittelmeer und im Atlantischen Ozean bis England an den Küsten zwischen Seetang. Sein Fleisch ist geschmacklos. S. auch soviel wie Meyers Inger (s. d.).
 
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Schleimfluß, s. Meyers Blennorrhöe. S. der Bäume, eine an Baumwunden, bisweilen auch an scheinbar unverletzten Stämmen hervorquellende, schaumartige, gärende Masse, die von Pilzelementen und Bakterien erfüllt ist. Im weißen S. von Eichen, Birken, Weiden, Pappeln etc. tritt anfangs ein mycelbildender Askomyzet (Endomyces Magnusii) auf; später wird die Hauptmasse des gärenden Schaumes von den Sproßzellen der Eichenhefe (Saccharomyces Ludwigii) gebildet, die Alkoholgärung hervorrufen. Wesentliche Ursache des Schleimflusses ist eine in kugeligen Zooglöen auftretende Bakterienart (Leuconostoc Lagerheimii), die unter der Baumrinde sich ausbreitet und die Gewebe oft bis auf das Holz zerstört. Die besonders bei feuchter Witterung stark um sich greifende Krankheit beraubt die Baumstämme auf größere Strecken der Rinde, die gelockert und zerfasert wird; sie kehrt an einem infizierten Baum oft jahrelang wieder und kann zuletzt sein völliges Absterben herbeiführen. Durch den gärenden S. angelockte Insekten tragen zur Verschleppung der Krankheit bei. Der weiße Milchfluß zeigt sich als ein milchweißer, oft handhoher Schleimüberzug auf den Stümpfen frisch gefällter Birken oder Hainbuchen und wird von Endomyces vernalis bewohnt. Bisweilen ist der Schleim rosenrot gefärbt (Rotfluß) und enthält dann den unvollständig bekannten Rhodomyces dendrorhous. Im braunen S., der an lebenden Apfelbäumen, Roßkastanien, Birken, Pappeln, Ulmen u. a. bisweilen großen Schaden anrichtet und das Holz unter Buttersäurebildung zersetzt, wuchern zahlreiche Mikrokokken (Micrococcus dendroporthos) in Gesellschaft eines braungefärbten Fadenpilzes (Torula monilioides).
 
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Schleimgärung, soviel wie Meyers Gummigärung (s. d.).

 

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