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Schlappgordinge bis Schlauche (Bd. 6, Sp. 831 bis 833)
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Artikelverweis Schlappgordinge (Karkedortje), Taue zum Aufholen des Unterlieks der Untersegel.
 
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Schlaraffe (ältere Formen Slûraffe, Schlauraffe, zusammengesetzt aus mittelhochdeutsch slûr = Faulenzerei, und Affe), gedankenloser Müßiggänger, ist ein seit dem 15. Jahrh. häufig nachweisbares Schimpfwort. Im Anschluß hieran bezeichnet Schlaraffenland ein fingiertes Land lächerlicher Vollkommenheit, in welchem dem Menschen ohne jede geistige oder körperliche Anstrengung alle materiellen Güter und Genüsse zuteil werden. Das Märchen vom Schlaraffenland, das seine Analoga unter fast allen Nationen hat, ist nichts andres als eine Parodie auf die Vorstellung von den paradiesischen Zuständen der

[Bd. 6, Sp. 832]


Urzeit. Den Beweis, daß die Volksphantasie in der Tat hier anknüpfte, liefern die Griechen. Dichter der altattischen Komödie (5. Jahrh. v. Chr.) geben eine ins Komische übertriebene Beschreibung von dem goldenen Zeitalter unter der Herrschaft des Kronos, die sich vielfach mit Zügen unsers Märchens berührt. Auch hier fließen Bäche mit Milch, Honig und Wein, Suppenströme führen gleich die Löffel mit sich, die Fische kommen ins Haus und braten sich selbst, gebratene Vögel und Backwerk fliegen den Leuten in den Mund. auf den Bäumen wachsen Bratwürste etc.; sogar das »Tischchen, deck' dich« fehlt nicht. Ähnliches erzählte man dann von dem Leben der Frommen nach dem Tode (vgl. Lukianos' Beschreibung der Insel der Seligen in den »Verae historiae«, II, 11 ff.) oder von fernen Ländern, besonders von Indien. Im Mittelalter war das Märchen bei den romanischen Völkern bereits vollständig entwickelt und einem eigens dazu erfundenen fabelhaften Lande zugewiesen, das lat. Cucania, ital. Cuccagna, franz. Coquaigne oder Cocagne etc. hieß, ein Name, der wahrscheinlich zum lat coquere (kochen) zu stellen ist. Besungen wurde dieses Land seit dem 13. Jahrh. in französischen, italienischen, englischen, niederländischen und spanischen Gedichten. Über die mit dem Land Cuccagna in engem Zusammenhang stehende neapolitanische Fastnachtsbelustigung gleichen Namens s. Meyers Cocagna. Von Frankreich her scheint sich das Märchen in Deutschland eingebürgert zu haben, wo sich die ersten Spuren kurz vor dem 16. Jahrh. finden, und während es seine Entstehung und bisherige Erhaltung nur der Freude am Komisch-Wunderbaren verdankte, gesellte sich hier die moralisierende Tendenz dazu, der Jugend zur Warnung und Ermahnung zu dienen. Bekannt ist der Schwank vom »Schlauraffenland« von Hans Sachs, weniger ein andrer Schwank von ihm: »Der Sturm des vollen Berges«, dessen Handlung ebenfalls im Schlauraffenland spielt. Für die große Beliebtheit des Gegenstandes sprechen zahlreiche Gedichte auf fliegenden Blättern des 16. und 17. Jahrh. und Anspielungen bei verschiedenen Schriftstellern. Unter den dramatischen Darstellungen des Schlaraffenlandes ist besonders die von Legrand (»Le roi de Cocagne«, 1718) hervorzuheben. Eine humoristischallegorische »Tabula Utopiae oder Schlauraffenland« veröffentlichte gegen Ende des 17. Jahrh. der österreichische General Schrebelin, die zu ihrer Zeit als eine ausgezeichnete Satire gegolten haben soll; vermutlich ist es dieselbe, die als komischer Anhang in den Homann-Hübnerschen Atlas aufgenommen worden ist. Vgl. Pöschel, Das Märchen vom Schlaraffenland (in den »Beiträgen zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur«, Bd. 5, Halle 1878).
 
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Schlaraffĭa, ein Verein zur Pflege von Kunst und Humor, dessen vornehmster Grundsatz die Freundschaft ist. Der ersten, 1859 in Prag gegründeten S. folgten gleichartige Gesellschaften in Berlin (1865) und Leipzig (1872), und nachdem diese Vereine 1876 in Leipzig gemeinsame Satzungen angenommen hatten, verbreiteten sie sich rasch über Deutschland. Österreich-Ungarn, die Schweiz, Holland, England und Nordamerika. Alle fünf Jahre findet ein »Konzil« statt, bestehend aus je einem Vertreter jedes Einzelvereins, das die Vereinsangelegenheiten regelt. Die äußern Formen der S. schließen sich den Bräuchen der Ritterzeit an, die in Trachten, Ritterschlägen etc. nachgeahmt werden. Neben ihren idealen Zwecken pflegt die S., die ihre Kraft in dem deutschen Gemütsleben findet, auch die Wohltätigkeit. Im Laufe des letzten Jahrzehnts sind an verschiedenen Orten besondere Vereinshäuser errichtet worden, so in Prag, Berlin, Leipzig, Würzburg. Die S., deren Symbol der Uhu ist, hat seit 1874 ihr eignes Vereinsorgan: »Der Schlaraffia Zeyttungen«, das in Leipzig erscheint.
 
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Schlatter, Adolf, evang. Theolog, geb. 16. Aug. 1852 in St. Gallen, wurde 1888 außerordentlicher Professor in Bern und ordentlicher Professor in Greifswald, 1893 in Berlin und 1898 in Tübingen. Er schrieb: »Der Glaube im Neuen Testament« (Leiden 1885; 3. Aufl., Kalw 1905); »Einleitung in die Bibel« (Kalw 1889, 3. Aufl. 1901); »Erläuterungen zum Neuen Testament« (das. 18861904, 9 Bde., zum Teil wiederholt aufgelegt); »Jason von Kyrene« (Münch. 1891); »Zur Topographie und Geschichte Palästinas« (Kalw 1893); »Israels Geschichte von Alexander d. Gr. bis Hadrian« (das. 1901, 2. Aufl. 1906). Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Arbeiten in den von ihm zuerst mit Cremer, dann mit Lütgert herausgegebenen »Beiträgen zur Förderung christlicher Theologie« (Gütersloh 1897 ff.).
 
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Schlaube, Flüßchen, s. Meyers Müllrose.
 
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Schlauch, röhrenförmiges Fabrikat aus Gewebe, Leder, Kautschuk. Bei der Feuerwehr benutzt man Saug- und Druckschläuche. Erstere werden aus Gummistoff hergestellt, auch mit Drahtspiralen oder Blechstreifen durchzogen und unten durch einen Seiher geschlossen. Außerdem fertigt man biegsame Saugichläuche aus Blechspiralen. Druckschläuche bestehen aus sehr dichtem Hanf- oder Flachsgewebe, seltener aus Leder, erstere werden auch mit Tanninlösung imprägniert oder innen mit Gummi überzogen. Man benutzt sie in Stücken (Knoten) von höchstens 1520 m Länge und verbindet diese nach Bedarf untereinander durch Verschraubungen, besser durch Kuppelungen nach dem System Grether-Witte (s. Abbildung). Die Wasserabgabe aus den Schläuchen erfolgt durch Strahlrohre, Kupferrohre mit engerm oder weiterm Mundstück oder Rohre aus stark gummiertem Leinengewebe und mit Drahtspiralen durchzogen.
 
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Schlauch, die Hauttasche längs des Bauches, in der bei Säugetieren die Rute eingeschlossen ist.
 
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Schlauch, Lorenz, Kardinal und ungar. Politiker, geb. 27. März 1824 in Neu-Arad, gest. 10. Juli 1902 in Großwardein, widmete sich dem Kirchenrecht, wirkte als Seminarprofessor in Temesvár, dann als Pfarrer in Merczidorf und Domherr in Temesvár. Er erregte Aufmerksamkeit, als in Ungarn 1868 die Bewegung wegen der katholischen Autonomie entstand. 1873 wurde er Bischof von Szatmár und einige Jahre später Präsident der heiligen Ladislausgesellschaft; seine hervorragenden Reden hier wie im Magnatenhause stempelten ihn zu einem der Führer der ungarischen Bischöfe. Er war auch einer der Begründer der in nationaler Beziehung für Ungarn wichtigen »Kulturvereine«. 1887 wurde er zum Bischof von Großwardein ernannt, 1893 zum Kardinal. Bunyitay veröffentlichte in 3 Bänden (189093) seine Reden kirchlichen und kirchenpolitischen Inhalts; ferner

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erschienen von ihm »Reden und Studien« (2. Aufl., Budapest 1899, 4 Bde.).
 
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Schlauchalgen, s. Meyers Algen (Grünalgen), S. 316.
 
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Schlauchblätter, s. Meyers Epiphyten, S. 870.
 
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Schlauche, in der Schweiz, soviel wie Meyers Klamm (s. d.).

 

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