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Schlagzither bis Schlammgrundel (Bd. 6, Sp. 826 bis 827)
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Artikelverweis Schlagzither, s. Meyers Zither.
 
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Schlamm, eine Mischung von pulverförmigen anorganischen und organischen Substanzen mit viel Wasser. Man unterscheidet Flußschlamm und Meeresschlamm. Beiderlei Arten wirken durch ihren Gehalt an Mineralstoffen und organischen Substanzen düngend und verbessern oft auch die physikalische Beschaffenheit des Bodens. So dient bei Wiesen der S., den das überstauende Wasser mit sich führt, als Dünger, und seit alten Zeiten ist die durch den S. des Nils und des Mississippi herbeigeführte Fruchtbarkeit bekannt; mehrfach wird S. in großem Maßstab als Dünger benutzt (Meerschlamm in der Normandie). Einen wichtigen Bestandteil des Meerschlammes bilden lebende Wesen (Plankton), von den die chlorophyllhaltigen organische Substanz erzeugen und den vorhandenen niedern Tieren als Nahrung dienen. Auch die Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere sinken in den Gewässern zu Boden und bilden einen S., der am Grunde der Seen und Meere weite Flächen bedeckt (Seekreide, Tiefseekreide, Globigerinenschlamm etc.). Mineralschlamm bildet sich oft bei Mineralquellen und besteht aus verwittertem Gesteinsmaterial, aus kohlensaurem Kalk und Eisenhydroxyd, die sich aus dem Mineralwasser abgeschieden haben, aus organischen Substanzen (Verwesungsresten von Pflanzen, die sich in dem S. angesiedelt hatten), durchtränkt mit dem Mineralwasser. In stillen Buchten an den Meeresküsten bilden sich ähnliche Ablagerungen, die wie die erstern in Form von Bädern (Schlammbäder, Seeschlammbäder) etwa bei denselben Leiden wie Moorbäder benutzt werden. Zur Bestimmung des in fließendem Wasser vorhandenen Schlammes hat Bouquet de la Grye ein Pelometer konstruiert.
 
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Schlammbeißer (Schlammpitzger), s. Meyers Schmerle.
 
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Schlammelevator, s. Meyers Strahlapparate.
 
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Schlämmen, Operation zur Trennung kleiner, ungleich schwerer, stoffgleicher oder stoffverschiedener Teilchen, besteht im allgemeinen darin, daß man das zu verarbeitende Material mit Wasser anrührt und die gebildete »Milch« nach längerer oder kürzerer Ruhe von den inzwischen zu Boden gefallenen schweren Stoffen abfließen läßt. Je länger man mit dem Ablassen der Milch wartete, um so feinere Teilchen setzen sich daraus ab. Handelt es sich um die Trennung stoffverschiedener Substanzen, so kommt auch deren spezifisches Gewicht in Betracht. In der Technik wendet man das S. besonders in der Tonwaren- und Farbenindustrie, in der Stärkefabrikation und bei der Aufbereitung an. Bei der Analyse von Ackererden, Tonen etc. schlämmt man die feinsten Teilchen durch einen von unten nach oben geführten Wasserstrom ab und benutzt hierzu besondere Schlämmapparate. S. heißt auch das Grundieren geputzter Wände mit Schlämmkreide.
 
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Schlammerde, s. Meyers Erden.
 
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Schlammfang, Behälter zum Auffangen von Sinkstoffen bei Ableitung von Abwässern etc. (vgl. Gully); auch ein Behälter zur Aufnahme von Produkten eines Schlämmprozesses.
 
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Schlammfisch, soviel wie Molchfisch; Schlammfische, s. Meyers Amien.
 
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Schlammfliege, s. Meyers Schwebfliegen.
 
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Schlammgesteine, soviel wie Tongesteine, pelitische Gesteine (s. Meyers Pelite).

[Bd. 6, Sp. 827]



 
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Schlammgrundel (Periophthalmus Bl.), Gattung der Stachelflosser aus der Familie der Grundeln (Gobiidae), gestreckt gebaute Fische mit sehr langen, beschuppten Brustflossen, verwachsenen Bauchflossen, vortretenden, nahe beieinander stehenden Augen, enger Kiemenöffnung und kegelförmigen Zähnen. Sie leben in Küstensümpfen und brackigen Gewässern in den Tropen der Alten Welt und verbringen einen großen Teil des Tages in feuchtem Schlamm, hüpfen in kurzen Sätzen vorwärts, klettern auch an Wurzeln in die Höhe und nähren sich von Krebsen und Insekten. Der Schlammhüpfer (P. Koelreuteri Bl.), 15 cm lang, hellbraun oder graugrünlich mit silbernen, braunen und blauen Flecken, lebt an der Küste Westafrikas.

 

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