Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schkiperia bis Schlachta (Bd. 6, Sp. 814 bis 815)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Schkiperia (Schkjiperia, von schkip, »Felsen«), Schkipetaren, einheimischer Name für Albanien, Albanesen.
 
Artikelverweis 
Schkodra, türk. Name für Skutari (s. d. 1).
 
Artikelverweis 
Schkölen, Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Landkreis Weißenfels, hat eine evang. Kirche, Leimlederfabrikation, Braunkohlengruben und (1905) 1722 meist evang. Einwohner.
 
Artikelverweis 
Schkumbi, wasserreicher Grenzfluß zwischen dem gegischen Nord- und dem toskischen Südalbanien, entspringt in den westlichen Randgebirgen des Ochridasees und durchbricht das albanesische Faltengebirgsland in tiefer, schroffwandiger, von O. nach W. gerichteter Engschlucht, die sich zur fruchtbaren, gut bebauten Ebene von Elbasan erweitert. Im Unterlauf durchfließt der S. die sumpfige, aber gut bebaute Küstenebene.
 
Artikelverweis 
Schl., bei Tiernamen Abkürzung für Ernst Fr. v. Meyers Schlotheim (s. d.) oder Herm. Schlegel (s. d. 6).
 
Artikelverweis 
Schlabberraum, s. Meyers Injektor.
 
Artikelverweis 
Schlabberrohr, s. Meyers Injektor.
 
Artikelverweis 
Schlabrendorf, 1) Ernst Wilhelm von, preuß. Staatsmann, geb. 4. Febr. 1719 aus einem märkischen Adelsgeschlecht, gest. 14. Dez. 1769, ward Vizepräsident der Kriegs- und Domänenkammer in Stettin, dann Wirklicher Geheimer Rat, Staats- und Kriegsminister und vollendete, seit 1755 dirigierender Minister von Schlesien, durch musterhafte Verwaltung das Werk der kriegerischen Eroberung trotz der Leiden des Siebenjährigen Krieges. Eine Dotation von 50,000 Tlr. erlaubte ihm den Ankauf der Herrschaft Kolzig im Kreis Grünberg.
   2) Gustav, Graf von, Sohn des vorigen, geb. 22. März 1750 in Stettin, gest. 22. Aug. 1824 in Paris, studierte in Halle und Frankfurt a. O., bereiste Deutschland, Frankreich und England und ließ sich nach dem Beginn der Revolution in Paris nieder. Als Freund der Girondisten 1793 in deren Fall verwickelt, entging er nur durch einen Zufall der Guillotine und ward durch Robespierres Sturz befreit. Napoleon I. ließ ihn, obwohl sich S. ungescheut und offen gegen ihn aussprach, als einen unschädlichen Sonderling unbelästigt, aber als er sich 1813 zu tätiger Teilnahme am Befreiungskrieg nach Preußen begeben wollte, verweigerte man ihm Pässe. Die letzten Jahre seines Lebens beschäftigte er sich vorzüglich mit Erfindung einer Sprachmaschine, die vollkommen die menschliche Stimme nachahmen sollte. Durch sein bereits 1785 errichtetes Testament gründete S. eine schlesische Schulstiftung, aus der mehrere Waisenhäuser und Seminare für Katholiken und Protestanten hervorgingen. Er hatte wesentlichen Anteil an der Schrift seines Freundes J. F. Reichardt: »Bonaparte und das französische Volk unter seinem Konsulat« (1804).
 
Artikelverweis 
Schlachcice (Szlachcice), s. Meyers Schlachtschitz.
 
Artikelverweis 
Schlacht (franz. bataille) der Entscheidungskampf zwischen Armeen oder Heeresmassen. Der militärische Zweck des Krieges ist die Vernichtung der feindlichen Widerstandskraft, die verkörpert wird durch die Streitkräfte und Streitmittel des Gegners. Am raschesten und nachhaltigsten wird dieser Zweck erreicht durch die S. mit daran anschließender Meyers Verfolgung (s. d.). So bildet die S. den naturgemäßen Abschluß der vorangegangenen strategischen Operationen, und Sieg oder Niederlage in ihr sind entscheidend für den Ausgang des Feldzugs oder doch eines Abschnittes desselben. Man unterscheidet heutzutage zwischen Begegnungsschlacht (früher »Rencontre«), wenn die ociderseitigen Hauptkräfte in der Hauptsache aus den Marschkolonnen heraus unmittelbar in die Kampfhandlung eintreten, und vorbedachter oder rangierter S. (geplanter S., bataille rangée), wenn die eine Partei wenigstens zu Beginn auf die Offensive verzichtet und damit dem angreifenden Gegner die Möglichkeit bietet, auch seinerseits schon die einleitenden Anordnungen planmäßig treffen zu können. Den Unterschied zwischen beiden Arten erläutert am besten ein Beispiel (vgl. Metz mit Karte der Schlachten um Metz): in der S. von Vionville-Mars la Tour 16. Aug. 1870, Begegnungsschlacht, gelang es zweieinhalb preußischen Armeekorps, die ganze Armee Bazaines aufzuhalten; in der S. von Gravelotte-St.-Privat 18. Aug. 1870, vorbedachte S., hatten acht deutsche Armeekorps Mühe, dieselbe französische Armee aus ihrer Stellung zu drängen. Bezüglich

[Bd. 6, Sp. 815]


Entwickelungsgang und Durchführung der S. lassen sich theoretisch unterscheiden: Einleitung, Durchführung und Entscheidung, an welch letztere sich die Verfolgung, bez. der Rückzug anschließt; s. auch die Artikel »Gefecht« und »Fechtart«, S. 370. Die schlachtenentscheidende Waffengattung ist in der Gegenwart die Infanterie (Hauptwaffe); Kavallerie und Artillerie sind im Verhältnis zu ihr Hilfswaffen, wenn auch naturgemäß die größte Kraftäußerung eines Heereskörpers sich nur ergibt aus dem verständnisvollen Zusammenwirken aller drei Waffengattungen unter Mitwirkung der sogen. Spezialwaffen (technische Truppen etc.). Die Eigenart des Infanteriekampfes, das stundenlange, blutige Ringen, das durch unvermeidliche Rückschläge auch beim siegreichen Angreifen eintretende Hin- und Herwogen des Kampfes verleiht der S. der Neuzeit ihr besonderes Gepräge. Je nach der Richtung, in welcher der Entscheidungskampf ausgefochten wird, spricht man von einer Frontal- (Parallel-) schlacht oder von einer Umfassungs- (Flügel-) schlacht; letztere, die sich aber bei den heute in Betracht kommenden großen Massen im allgemeinen schon aus den Anmarschrichtungen der Heeresteile ergeben muß, erleichtert die Durchführung und verspricht im Falle des Gelingens den größern Erfolg, der sich unter Umständen bis zur Einschließung des Feindes im freien Felde steigert (Sedan).
   Die Verhältnisse in bezug auf die Schlachtenleitung haben sich in den letzten 100 Jahren gegenüber früher bedeutend geändert und sind wesentlich schwieriger geworden. Solange verhältnismäßig kleine Heere sich gegenüberstanden, war die S. auch noch von einer Stelle aus zu leiten. Mit dem Anwachsen der Heere hat aber die Ausdehnung des für die Schlachtdurchführung benötigten Raumes derart zugenommen, daß trotz aller dem Melde- und Befehlswesen dienstbar gemachten Fortschritte der Verkehrstechnik die unmittelbare Einwirkung des obersten Befehlshabers auf den Verlauf der S. sich in der Hauptsache beschränkt auf die Schlachtenanlage, die Gruppierung der Streitkräfte im großen, die Bestimmung der von den nächsten Untereinheiten (Armeen, bez. Armeekorps) zu erreichenden Ziele und das Einsetzen der zu seiner Verfügung zurückgehaltenen Reserven an entscheidender Stelle. Galt das schon für die großen Schlachten des Deutsch-französischen Krieges 1870/71, so in noch erhöhtem Maße für die Schlachten im Russisch-japanischen Kriege 1904/05; beispielsweise hielt in der S. von Mukden, 26. Febr. bis 10. März 1905, die russische Armee am ersten Schlachttage mit zehn Armeekorps eine befestigte Stellung von 75 km Ausdehnung besetzt. Die größten Meister der Schlachtenleitung aus neuerer und neuester Zeit sind: Friedrich d. Gr., Napoleon I. und Moltke.
   Schlachtfeld ist der Kampfplatz, der Geländebereich, auf dem die S. durchgeführt wird; während in der Zeit der Lineartaktik (s. d.) die Ebene aufgesucht wurde, schlagen sich die heutigen Heere in jedem gangbaren Gelände (Weiteres vgl. Schlachtfeld). Unter Schlachtstellung versteht man den vom Verteidiger zur S. gewählten, vielfach ganz oder teilweise künstlich verstärkten Geländeabschnitt; unter Schlachtlinie meist die vorderste Linie der kämpfenden Truppen.
   Die Dauer der Schlachten ist mit Einführung und fortschreitender Verbesserung der Feuerwaffen länger geworden. Am kürzesten und zugleich blutigsten waren die ausschließlich mit Nahwaffen durchgeführten Kämpfe; hinsichtlich der Zeitdauer gilt das auch heute noch für den Reiterkampf. Mit Ingebrauchnahme von Feuer- (Fern-) waffen wuchs entsprechend der Vervollkommnung dieses Kampfmittels auch die Zeitdauer der Kampfdurchführung, da zunächst die Streitenden weiter auseinander bleiben, infolge der Geländeausnutzung und -Verstärkung (Ortschaften, Höhen, Waldungen etc.) sich zähe örtliche Kämpfe ergeben und ein allmählich wachsender Kräfteeinsatz erforderlich wird (Kämpfen aus der Tiefe). Dennoch aber werden in einem Krieg auf mitteleuropäischem Boden die Schlachten nicht jene Dauer haben, wie dies im Russisch-japanischen Kriege der Fall gewesen ist. Die Eigenart der beiden Gegner in der Mandschurei und die dortigen Gesamtverhältnisse machten den Krieg von vornherein mehr zu einem langwierigen Stellungs-, als zu einem rasche Entscheidung anstrebenden Bewegungskrieg; nur letzterer kann aber aus zwingenden innern Gründen in unsrer Zeit für die hochzivilisierten Völker und Heere Mitteleuropas in Betracht kommen. Auch ist nicht außer acht zu lassen, daß bei der Zeitberechnung offenbar nach andern Grundsätzen als bei uns verfahren wurde; wollte man dem Beispiel der Berichterstatter aus dem Ostasiatischen Kriege folgen, so müßte man als S. bei Orléans 1870 die Kämpfe vom 26. Nov. bis 5. Dez. 1870 zusammenfassen, während das deutsche Generalstabswerk über den Krieg 1870/71 unter der angegebenen Bezeichnung nur die Entscheidungskämpfe 3. und 4. Dez. 1870 versteht.
   Mit dem Wachsen der Zeitdauer der Schlachten geht Hand in Hand eine Minderung der Verluste in ihrer Gesamtheit, wenn man nur die Toten und Verwundeten, nicht aber auch die Gefangenen in Ansatz bringt. Diese, auf den ersten Blick befremdliche Tatsache steht in engem Zusammenhang mit der Verbesserung der Waffen, der zunehmenden Größe der Heere und den Fortschritten des Sanitätswesens. Freilich erleiden auch in der S. der Gegenwart einzelne Truppenteile Verluste, die an Vernichtung grenzen; aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Streiter sind die Verluste doch dauernd geringer geworden. Falsch wäre es jedoch, daraus die Folgerung zu ziehen, nunmehr den Erfolg unter ängstlichem Vermeiden von Verlusten erringen zu wollen. Zwischen ungesunder, weil das Wesen des Krieges völlig verkennender Verlustschen und unnützem Hinopfern der Truppe den richtigen Weg zu finden, ist Sache der Führer. Vgl. v. Clausewitz, Vom Kriege (5. Aufl., Berl. 1905); Meckel, Allgemeine Lehre von der Truppenführung im Felde (3. Aufl., das. 1890); v. Scherff, Von der Kriegführung (2. Aufl., das. 1883) und Die Lehre vom Kriege (1897); v. d. Goltz, Das Volk in Waffen (5. Aufl. 1899) und Krieg- und Heerführung (1901); v. Schlichting, Taktische und strategische Grundsätze der Gegenwart (189799, 3 Tle.); Balck, Taktik, Bd. 5 u. 6: Die Gefechtslehre (1903); »Studien zur Kriegsgeschichte und Taktik«, herausgegeben vom preußischen Großen Generalstab, 3. Teil: »Der Schlachterfolg, mit welchen Mitteln wurde er erstrebt?« (1903), sämtlich in Berlin erschienen; v. Horsetzky, Kriegsgeschichtliche Übersicht der wichtigsten Feldzüge in Europa seit 1792 (6. Aufl., Wien 1905; mit einem Atlas von 38 Karten); Sternegg, Schlachtenatlas des 19. Jahrhunderts (Iglau 18871907, über 200 Kartenseiten, dazu Textband); Harbottle, Dictionary of battles (Lond. 1904); King, Famous and decitive battles of the world (Philad. 1905, 2 Bde.).
 
Artikelverweis 
Schlachta, poln. Adelstand, s. Meyers Schlachtschitz.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: