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Schirmwirkung bis Schir we churschid (Bd. 6, Sp. 811 bis 812)
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Artikelverweis Schirmwirkung, der Schutz, den eine zur Erde abgeleitete leitende Platte gegen elektrische Influenz bietet, sowie der Schutz einer starken Eisenplatte gegen magnetische Influenz, z. B. beim Panzergalvanometer (s. Meyers Galvanometer, S. 306).
 
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Schirokko (ital. scirocco, fälschlich Sirokko), im Mittelmeer allgemein der Süd- oder Südostwind, dann speziell ein vorzugsweise in Italien wehender, ungewöhnlich warmer südlicher Wind. Im allgemeinen

[Bd. 6, Sp. 812]


ist der S. ein feuchter, schwüler, regenbringender Wind, wie er an der Ostseite eines barometrischen Minimums überhaupt auftritt. Der S. ist der charakteristische Wind der Regenzeit des Mittelmeergebiets, also des Winterhalbjahrs. Ein andrer S. in Sizilien und zum Teil in Süditalien (sowie der Leveche Spaniens) ist heiß, sehr trocken, heftig und staubführend. Die Luft ist dabei dunstig, der Himmel gelblich bis bleifarben, Menschen und Tiere leiden an Mattigkeit und Unlust zu jeder Tätigkeit. Kein Monat ist frei von ihm, und im Juli tritt er mit denselben charakteristischen Eigenschaften auf wie im Januar. Am häufigsten ist er im Frühling und kommt aus Südosten bis Südwesten. Regen bringt dieser S. nur ausnahmsweise. Zuweilen schlägt sich bei ihm ein seiner, rötlicher Staub nieder, der aus der Sahara und dem Sudân stammt (s. Meyers Staubregen).
 
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Schirren, Karl Christian Gerhard, deutscher Geschichtsforscher, geb. 20. Nov. 1826 in Riga, studierte in Dorpat, habilitierte sich 1856 daselbst und ward 1858 Professor der Geschichte, kämpfte seit 1863 im »Dorpater Tageblatt« für die deutschen Landesrechte gegen die Russifizierung, verlor 1869 wegen seiner »Livländischen Antwort« (Leipz. 1869) sein Amt, siedelte nach Deutschland über und ward 1874 Professor der neuern Geschichte in Kiel. 1907 trat er vom Lehramt zurück. Er schrieb außer seiner Dissertation über Jordanes und Kassiodor (Dorp. 1858): »Quellen zur Geschichte des Untergangs livländischer Selbständigkeit« (Reval 186181, 8 Bde.; »Neue Quellen«, das. 188386, Bd. 13); »Die Rezesse der livländischen Landtage 16811711« (Dorp. 1865); »Die Kapitulationen der livländischen Ritter- und Landschaft« (das. 1865); »Beiträge zur Kritik älterer holsteinischer Geschichtsquellen« (Kiel 1876) u. a.
 
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Schirrholz, s. Meyers Sattelholz.
 
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Schirrmacher, Friedrich Wilhelm, deutscher Geschichtsforscher, geb. 28. April 1824 in Danzig, gest. 19. Juni 1904 in Rostock, studierte in Berlin und Bonn, war 184954 Lehrer am Friedrichswerderschen Gymnasium in Berlin, danach Professor der Geschichte an der Ritterakademie in Liegnitz und seit 1866 an der Universität Rostock, seit 1896 auch Oberbibliothekar daselbst. Er schrieb: »Kaiser Friedrich II.« (Götting. 185965, 4 Bde.), »Die letzten Hohenstaufen« (das. 1871), »Albert von Possemünster, genannt der Böhme« (Weim. 1871), »Die Entstehung des Kurfürstenkollegiums« (Berl. 1873), »Johann Albrecht I., Herzog von Mecklenburg« (Wism. 1885, 2 Tle.), »Geschichte von Spanien 11081516« (als Bd. 47 des Werks von Lembke u. Schäfer, Gotha 18811902) und gab heraus: »Urkundenbuch der Stadt Liegnitz« (Liegn. 1866), »Beiträge zur Geschichte Mecklenburgs, vornehmlich im 13. Jahrhundert« (Rost. 187275, 2 Bde.), »Briefe und Akten zur Geschichte des Religionsgesprächs zu Marburg 1529 und des Reichstags zu Augsburg 1530« (Gotha 1876).
 
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Schirrmeister, die im Feldwebelsrang stehenden Unteroffiziere bei den Pionierbataillonen und Eisenbahntruppen, die mit der Verwaltung des Materials beauftragt sind.
 
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Schirting (engl. shirting, von shirt, »Hemd«), Hemdenkattun aus Baumwollengarn der Feinheitsnummern 1240, mäßig dicht gewebt.
 
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Schirwa (Schilwa, Kilwa), früher ein See auf der Grenze vom Britisch-Zentralafrika-Protektorat und Portugiesisch-Ostafrika, durchschnitten vom 15.° südl. Br. und 35.° 40' östl. L., 593 m ü. M., der 65 km lang, 30 km breit und 1640 qkm groß war. Er war rings umschlossen von den Luasibergen im O., den Milandschi- und Zombabergen und dem Tschikalaberge mit dem Somba (1565 m) im Süden; im N. trennte ein nur 49 m hoher Landrücken den S. von dem kleinen Tschiutasee. Der S. selbst empfing kleinere Zuflüsse, hatte aber keinen Abfluß. Sein Wasser war schwachsalzig, Krokodile und Nilpferde zahlreich. Seine Uferlandschaften erzeugten Getreide, Bataten, Zitronen, Orangen; eine Handelsstraße führte vom Schire über die Missionsstation Blantyre am Ostufer nach N. Der in ganz Afrika beobachteten intensiven Trockenperiode ist auch der S. zum Opfer gefallen. Schon seit 20 Jahren stark in Abnahme begriffen, ist der von Livingstone 1859 entdeckte S. seit 1903 verschwunden; nur kleinere Teiche sind übriggeblieben, die Inseln Mchisi und Tongwe landfest geworden. Vgl. die Berichte der Missionare in »Life and work in British Central Africa« (Lond. 1903).
 
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Schirwals, leichter Wollenstoff als Unterkleidung für die orientalischen Frauen.
 
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Schirwan (das Albania der Alten), früher russ. Provinz in Kaukasien, gebildet aus den 1813 von Persien zwischen Kaspischem Meer, Kur und Ausläufern des Kaukasus abgetretenen Gebieten, jetzt Hauptbestandteil des Gouv. Baku. S. Karte »Kaukasien«.
 
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Schir we churschid (pers., »Sonne und Löwe«), das Nationalwappen Persiens; auch Name des persischen Sonnen- und Löwenordens (s. Meyers Sonnenorden 2).

 

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