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Schipper bis Schire (Bd. 6, Sp. 810)
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Artikelverweis Schipper, Jakob, Anglist, geb. 19. Juli 1842 zu Friedrich Augusten-Groden in Oldenburg (Kirchspiel Middoge), studierte in Heidelberg und Berlin Theologie und Philosophie, darauf in Bonn neuere Philologie, verweilte 186869 in Paris, Rom und London, war darauf ein Jahr lang in Oxford als Mitarbeiter an der Neubearbeitung des angelsächsischen Wörterbuchs von J. Bosworth tätig und erhielt 1872 eine Professur für neuere Sprachen an der Universität Königsberg, von wo er 1877 als ordentlicher Professor der englischen Philologie nach Wien ging. Von seinen Veröffentlichungen nennen wir: »De versu Marlovii« (Bonn 1867); »Englische Alexiuslegenden« (1. Version, Straßb. 1877; 2. Version, Wien 1887); »Englische Metrik« (Bonn 188188, 3 Bde.); »William Dunbar, sein Leben und seine Gedichte« (Berl. 1884), gefolgt von einer kritischen Ausgabe der Gedichte (»The poems of Will. Dunbar«, Wien 18911894, 5 Tle.); »Zur Kritik der Shakespeare-Bacon-Frage« (das. 1889); »Grundriß der englischen Metrik« (das. 1895) und die Ausgabe von König Alfreds Beda-Übersetzung (Hamb. 189799). S. ist Herausgeber der »Wiener Beiträge zur englischen Philologie«, Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor von Edinburg.
 
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Schipperke, s. Meyers Hund, S. 647.
 
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Schippond (»Schiffpfund«), früheres niederländ. Großgewicht zu 3 Centenaars oder 20 Lijsponden = 148,227 kg, in Antwerpen = 141,047 kg.
 
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Schirakssteppe, Steppe im Kreis Signach des russisch-transkaukasischen Gouv. Tiflis, zwischen den Flüssen Alasan und Jora (durch letztern von der Karajassteppe getrennt), auf der die Bergvölker Daghestans im Winter ihre Schafherden weiden.
 
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Schir Ali, Emir von Afghanistan, geb. 1825, gest. 21. Febr. 1879 in Mazarascherif, gelangte nach dem Tod seines Vaters Dost Mohammed (9. Juni 1863) auf den Thron, den ihm vier Brüder streitig machten; erst 1869 gelang es ihm, diese zu besiegen. Von England, als dessen Freund er sich 1869 in dem Durdar von Umballa erklärt hatte, nahm S. vertragsmäßig Geld und Waffen an, suchte aber seine Untertanen während des russisch-türkischen Krieges im Februar 1877 zum Religionskrieg der Mohammedaner gegen Britisch-Indien zu führen, um früher afghanische Provinzen wiederzugewinnen, mußte den Plan jedoch wegen Ungehorsams afghanischer Stämme aufgeben und verlor die englische Unterstützung. Darauf empfing er 23. Juli 1878 eine russische Gesandtschaft unter General Stoljetow, verweigerte aber die Aufnahme einer englischen, worauf die englisch-indischen Truppen 21. Nov. 1878 die Grenze überschritten. Die Regierung seinem Sohn Jakub Chan übertragend, flüchtete er im Dezember mit der russischen Gesandtschaft nach Turkistan.
 
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Schiras, Pelzwerk, s. Meyers Lammfelle.
 
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Schirau, früherer Name des Rio Meyers Volta (s. d.).
 
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Schiraz (»Löwenbauch«), Hauptstadt der pers. Provinz Fars, in einem von kahlen Kalkbergen umschlossenen Tale 1580 m ü. M. an einer der Haupthandelsstraßen und Telegraphenlinien Persiens (Teheran-Ispahan-Buschir) gelegen, hat einen von Kerim Chan erbauten, befestigten, jetzt sehr verfallenen Palast, viele Moscheen, Schulen, Basare, Karawansereien und Bäder, Fabriken für Wollwaren (früher viel bedeutender), Seife, Töpfe und Gläser, Schmelzwaren, Rosenwasser etc. und gegen 30,000 Einw. Die Straßen der öfters von Erdbeben heimgesuchten Stadt sind schmutzig, eng und uneben, die Gebäude und Stadtmauern verfallen, die berühmten Gärten verwildert, die Schlösser der Umgegend vernachlässigt. S. ist der Geburtsort der Dichter Hafis und Saadi, deren Gräber sich in der Nähe, bez. in S. selbst befinden. 60 km nordöstlich liegen die Ruinen der alten Hauptstadt Persepolis und weiter die von Pasargadä. Die Umgegend ist berühmt durch Rosen und Wein, der im Orient sehr geschätzt wird, unserm Geschmack aber wenig entspricht. Die gewaltsam gesteigerte Einfuhr (1901 nach englischer Statistik angeblich 794,980 Pfd. Sterl.) bezieht sich namentlich auf Kattun, viel Tee, Zucker, Lichte, dann Indigo, Metalle, Drogen; die zurückgehende Ausfuhr (580,886 Pfd. Sterl.) vor allem auf Opium (fast 51/2 Mill. Mk.), Teppiche, Mandeln, Tabak, Gummi, Leder, Baumwolle, Felle etc. S. war nach dem Sturz der Sasaniden das Feld- und Hoflager der Kalifen in der Mitte des 7. Jahrh. und blühte besonders unter Dschengis-Chan und seinen Nachfolgern als Mittelpunkt des persischen Lebens und Sitz der Künste und Wissenschaften. Ende des 14. Jahrh. wurde es von Timur erobert und verlor schon damals viel von seiner Bedeutung. Am 25. Juni 1824 litt es durch ein Erdbeben sehr bedeutend, noch mehr aber 21. und 22. April und 1. und 3. Mai 1853, wobei gegen 10,000 Menschen umkamen.
 
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Schirbel, s. Meyers Scherbe.
 
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Schire, Teil des Hochlandes von Meyers Abessinien (s. d.) in Nordostafrika, zwischen dem Mareb und Takazzé, südwestlich von Aksuin, mit den Dembelabergen.
 
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Schire, linker Nebenfluß des Sambesi (s. d.), unter dem Namen Mopango aus dem Nyassasee bei Fort Johnston (Maponda) abfließend, trotz seiner Kürze sehr wichtig. Nach Durchfließen des sumpfigen Malombesees durchbricht er den Plateaurand in Katarakten (Murchisonfälle) und Stromschnellen zwischen Matope und Katunga, nimmt links bei Tschiromo den an den Milandschibergen entspringenden Meyers Ruo (s. d.) auf, wo der wildreiche Elefantensumpf liegt, entsendet von Pinda einen Arm, der durch die großen Morambalasümpfe nach Sena zum Sambesi zieht, aber nicht schiffbar ist, und mündet, 600 km lang und 200 m breit, bei Schamo in umfangreicher Sumpflandschaft. Außer auf der Strecke Matope-Katunga

[Bd. 6, Sp. 811]


ist er überall, während des Hochwassers von Dezember bis Mai auch für Dampfboote befahrbar.

 

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