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Schinus bis Schipperke (Bd. 6, Sp. 809 bis 810)
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Artikelverweis Schinus L., Gattung der Anakardiazeen, Sträucher oder Halbsträucher mit dünnen, dicht beblätterten Zweigen, einfachen oder unpaarig gefiederten Blättern, oft geflügelten Blattstielen, kleinen weißlichen Blüten in Rispen oder Scheintrauben und erbsengroßen, kugeligen Steinfrüchten. Etwa 12 Arten, hauptsächlich in Südamerika. S. Molle L. (Peruanischer Pfefferbaum, Molle, Aroeira), Strauch mit stark aromatischen, gefiederten Blättern, weißen Blüten und rötlichen Beeren, wächst in den Anden von Mexiko bis Chile, auch im südlichen Brasilien und in Uruguay, wird auch vielfach in subtropischen Ländern und im Mittelmeergebiet angepflanzt und bei uns als Kalthauspflanze kultiviert. In Mexiko züchtet man auf dem Strauch eine Schildlaus zur Gewinnung von Meyers Age (s. d.). Das aus der Rinde ausschwitzende Harz (amerikanischer Mastix) dient als Abführmittel, der Saft der Zweige zum Konservieren von Tauwerk, Rinde und Blätter werden arzneilich benutzt, die Blätter auch zum Gelbfärben, aus den Früchten wird Sirup, Essig und ein angenehmes Getränk bereitet.
 
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Schinz, Hans, Botaniker geb. 6. Dez. 1858 in Zürich, war zuerst Kaufmann, studierte dann Botanik in Zürich und Berlin, machte eine Reise in den Orient, beteiligte sich 1884 an einer von Lüderitz nach den neuerworbenen Gebieten in Südwestafrika ausgesandten Expedition und erforschte im Anschluß an diese selbständig 188587 das Nama-, Herero- und Amboland. Er habilitierte sich 1889 in Zürich und wurde 1892 außerordentlicher, 1895 ordentlicher Professor daselbst und Direktor des Botanischen Gartens. Er schrieb: »Untersuchungen über den Mechanismus des Aufspringens der Sporangien und Pollensäcke« (Zürich 1883); »Exploration dans le Sud-Ouest de l'Afrique« (Genf 1887); »Beiträge zur Kenntnis der Flora von Deutsch-Südwestafrika« (Berl. u. Zürich 188897); »Deutsch-Südwestafrika. Forschungsreisen« (Oldenb. 1891); »Zur Kenntnis der Pflanzenwelt der Delagoabai« (1899 u. 1903) u. a.; mit Durand: »Conspectus florae Africae« (zuerst Bd. 5, Brüssel 1895) und »Etudes sur la flore de l'Etat indépendant du Congo« (das. 1896): mit R. Keller: »Flora der Schweiz« (2. Aufl., Zürich 1905, 2 Tle.). Seit 1893 gibt er die »Mitteilungen des Botanischen Museums der Universität Zürich« heraus.
 
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Schinznach, Dorf und sehr besuchter Badeort im Bezirk Brugg des schweizer. Kantons Aargau, an der Eisenbahnlinie Aarau-Zürich und am Fuße des mit der Ruine Habsburg gekrönten Wülpelsbergs, 387 m (Bad 346 m) ü. M., mit (1900) 988 meist prot. Einwohnern. Die berühmte gipshaltige Schwefeltherme (33°) wurde 1658 am linken Ufer der Aare entdeckt, ging 1670 infolge einer Überschwemmung verloren und kam, als sie sich 1690 durch den von einem Flußinselchen aufsteigenden Dampf wieder zu erkennen gab, durch Abdämmung auf die rechte Seite. Vgl. Amsler, Bad S. (5. Aufl., Aarau 1871); v. Tymowsky, Der Schwefelkurort Bad S. (Brugg 1893); Lötscher, Schweizer Reise- u. Kuralmanach (14. Aufl., Zür. 1907).
 
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Schio (spr. ßkīo), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Vicenza, an den Eisenbahnlinien Vicenza-S., S.-Arsiero und S.-Torre, hat ein Gymnasium, bedeutende Schafwollspinnerei und -Weberei (insbes. der Unternehmung »Lanificio Rossi«), Marmorbrüche, Tonerdegruben und (1901) 8295 (als Gemeinde 13,494) Einw. Von S. führt westlich die Straße durch das schone Tal Vallarsa nach Rovereto.
 
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Schipkapaß, 1334 m hoher Übergang über den mittlern Balkan zwischen Bulgarien und Ostrumelien, nach dem bulgarischen Dorf Schipka (634 m ü. M.) an seinem steilern Südabfall benannt. Der mit einer leidlichen Fahrstraße versehene und leicht passierbare Paß ist einer der wichtigsten Balkanpässe, weil in ihm die Straße von der Donau her über Plewna und Sewiljewo mit den Straßen von Rustschuk über Tirnowa und von Schumen über Eski Dschumaja zusammenläuft und über Kazanlyk am Südfuße des Balkans ins Tundschatal führt. Im russisch-türkischen Krieg 1877 wurde der S. von den Russen, als sie Anfang August aus Rumelien vertrieben wurden

[Bd. 6, Sp. 810]


und sich auf die Nordseite des Balkans zurückzogen, rasch befestigt. Vom 21.26. Aug. versuchte Suleiman Pascha wiederholt, die russische Stellung zu erstürmen, wurde aber unter ungeheuren Verlusten von Radetzkij zurückgeschlagen. Ein zweiter Versuch (9.17. Sept.) mißlang ebenfalls; die Türken mußten sich auf die Beobachtung und gelegentliche Kanonade der russischen Stellung beschränken, bis die Russen Anfang Januar 1878 wieder angriffen, 9. Jan. die türkische Armee (32,000 Mann) umzingelten und gefangen nahmen. Am 28. Sept. 1902 wurden unter Anwesenheit des Fürsten Ferdinand und des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch auf dem S. eine Gedächtniskirche und ein Seminar eingeweiht. Vgl. Schröder, Der S. im Jahr 1877 (Berl. 1881).
 
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Schipofka, ein russischer moussierender Obstwein.
 
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Schippe, s. Meyers Schaufel.
 
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Schippen, eine Farbe in der französischen Karte, soviel wie Meyers Pik (s. d.).
 
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Schippenbeil, Stadt im preuß. Regbez. Königsberg, Kreis Friedland, an der Mündung der Guber in die Alle, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, eine Maschinenfabrik, ein großes Mühlwerk, zwei Dampfsägemühlen und (1905) 2369 Einw. S. wurde 1319 gegründet und 1351 zur Stadt erhoben. Vgl. Lieck, Die Stadt S. (Königsb. 1874).
 
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Schipper, Jakob, Anglist, geb. 19. Juli 1842 zu Friedrich Augusten-Groden in Oldenburg (Kirchspiel Middoge), studierte in Heidelberg und Berlin Theologie und Philosophie, darauf in Bonn neuere Philologie, verweilte 186869 in Paris, Rom und London, war darauf ein Jahr lang in Oxford als Mitarbeiter an der Neubearbeitung des angelsächsischen Wörterbuchs von J. Bosworth tätig und erhielt 1872 eine Professur für neuere Sprachen an der Universität Königsberg, von wo er 1877 als ordentlicher Professor der englischen Philologie nach Wien ging. Von seinen Veröffentlichungen nennen wir: »De versu Marlovii« (Bonn 1867); »Englische Alexiuslegenden« (1. Version, Straßb. 1877; 2. Version, Wien 1887); »Englische Metrik« (Bonn 188188, 3 Bde.); »William Dunbar, sein Leben und seine Gedichte« (Berl. 1884), gefolgt von einer kritischen Ausgabe der Gedichte (»The poems of Will. Dunbar«, Wien 18911894, 5 Tle.); »Zur Kritik der Shakespeare-Bacon-Frage« (das. 1889); »Grundriß der englischen Metrik« (das. 1895) und die Ausgabe von König Alfreds Beda-Übersetzung (Hamb. 189799). S. ist Herausgeber der »Wiener Beiträge zur englischen Philologie«, Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor von Edinburg.
 
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Schipperke, s. Meyers Hund, S. 647.

 

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