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Schinken bis Schio (Bd. 6, Sp. 809)
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Artikelverweis Schinken, die gepökelten und dann geräucherten Keulen u. Schultern (Vorderschinken) der Schweine. Die besten deutschen S. liefern Westfalen, Braunschweig, Mainz (in Frankreich allgemeine Bezeichnung für deutschen S.: jambon de Mayence), Thüringen, Holstein, Ostfriesland, Mecklenburg und Pommern. In Frankreich sind berühmt die S. von Bayonne, Mezin, Longwy; in Österreich die Prager S.; in England die S. von Smithfield, Westmoreland und Irland; in Italien die Bologneser und Florentiner. Mit Lachsschinken bezeichnet man das wenig gepökelte und leichtgeräucherte Rückenfleisch. Schinkenwurst ist zusammengerolltes, in Därme gestopftes, leichtgepökeltes und geräuchertes Kammfleisch.
 
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Schinkenmilz, s. Meyers Milzkrankheiten.
 
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Schinkenmuschel (Perna Brug.), Gattung der Vogelmuscheln (Aviculidae), Muscheln mit fast gleichklappigen, zusammengedrückten, unregelmäßig rundlichen oder vierseitigen, außen blätterigen Schalen und breitem. geradlinigem Schloßrand. Die 18 lebenden Arten finden sich in den wärmern Meeren, 30 fossile Arten von der Trias an. Die Husarentasche (P. ephippium Stol.), etwa 12 cm hoch, mit scharfrandiger, weißer bis violetter Schale, lebt im Indischen Ozean. P. obliqua Lam., 8 cm hoch, an der Westküste von Südamerika, wird gegessen.
 
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Schinnen (Pityriasis furfuracea capillitii), lose Schüppchen auf der Kopfhaut, aus dem eingetrockneten Talg der Talgdrüsen der Kopfhaut bestehend (s. Meyers Haarkrankheiten). Auch soviel wie Meyers Kleienflechte (s. d.).
 
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Schinopsis Engl. (Quebrachia Griseb.), Gattung der Anakardiazeen, Bäume mit in der Jugend weichhaarigen, später kahlen Zweigen, einfachen oder meist vielpaarig gefiederten Blättern, schmal geflügelten Blattstielen, kleinen, fast sitzenden oder gestielten Blüten in zusammengesetzten Rispen und länglichen, beilförmigen, geflügelten Früchten. Fünf Arten in Südamerika, die ein außerordentlich hartes. rötliches Kernholz (Quebracho colorado) besitzen. Besonders geschätzt ist das Holz von S. Balansae Engl. in Uferwäldern Paraguays und von S. Lorentzii Engl. in Argentinien (s. Tafel Meyers »Gerbmaterialien liefernde Pflanzen«, Fig. 6, und Text). Vgl. auch Quebracho.
 
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Schinsengwurzel (Ginsengwurzel), s. Meyers Panax.
 
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Schintoismus (Shintoismus), die Religion der Japaner, s. Meyers Japan, S. 177.
 
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Schinus L., Gattung der Anakardiazeen, Sträucher oder Halbsträucher mit dünnen, dicht beblätterten Zweigen, einfachen oder unpaarig gefiederten Blättern, oft geflügelten Blattstielen, kleinen weißlichen Blüten in Rispen oder Scheintrauben und erbsengroßen, kugeligen Steinfrüchten. Etwa 12 Arten, hauptsächlich in Südamerika. S. Molle L. (Peruanischer Pfefferbaum, Molle, Aroeira), Strauch mit stark aromatischen, gefiederten Blättern, weißen Blüten und rötlichen Beeren, wächst in den Anden von Mexiko bis Chile, auch im südlichen Brasilien und in Uruguay, wird auch vielfach in subtropischen Ländern und im Mittelmeergebiet angepflanzt und bei uns als Kalthauspflanze kultiviert. In Mexiko züchtet man auf dem Strauch eine Schildlaus zur Gewinnung von Meyers Age (s. d.). Das aus der Rinde ausschwitzende Harz (amerikanischer Mastix) dient als Abführmittel, der Saft der Zweige zum Konservieren von Tauwerk, Rinde und Blätter werden arzneilich benutzt, die Blätter auch zum Gelbfärben, aus den Früchten wird Sirup, Essig und ein angenehmes Getränk bereitet.
 
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Schinz, Hans, Botaniker geb. 6. Dez. 1858 in Zürich, war zuerst Kaufmann, studierte dann Botanik in Zürich und Berlin, machte eine Reise in den Orient, beteiligte sich 1884 an einer von Lüderitz nach den neuerworbenen Gebieten in Südwestafrika ausgesandten Expedition und erforschte im Anschluß an diese selbständig 188587 das Nama-, Herero- und Amboland. Er habilitierte sich 1889 in Zürich und wurde 1892 außerordentlicher, 1895 ordentlicher Professor daselbst und Direktor des Botanischen Gartens. Er schrieb: »Untersuchungen über den Mechanismus des Aufspringens der Sporangien und Pollensäcke« (Zürich 1883); »Exploration dans le Sud-Ouest de l'Afrique« (Genf 1887); »Beiträge zur Kenntnis der Flora von Deutsch-Südwestafrika« (Berl. u. Zürich 188897); »Deutsch-Südwestafrika. Forschungsreisen« (Oldenb. 1891); »Zur Kenntnis der Pflanzenwelt der Delagoabai« (1899 u. 1903) u. a.; mit Durand: »Conspectus florae Africae« (zuerst Bd. 5, Brüssel 1895) und »Etudes sur la flore de l'Etat indépendant du Congo« (das. 1896): mit R. Keller: »Flora der Schweiz« (2. Aufl., Zürich 1905, 2 Tle.). Seit 1893 gibt er die »Mitteilungen des Botanischen Museums der Universität Zürich« heraus.
 
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Schinznach, Dorf und sehr besuchter Badeort im Bezirk Brugg des schweizer. Kantons Aargau, an der Eisenbahnlinie Aarau-Zürich und am Fuße des mit der Ruine Habsburg gekrönten Wülpelsbergs, 387 m (Bad 346 m) ü. M., mit (1900) 988 meist prot. Einwohnern. Die berühmte gipshaltige Schwefeltherme (33°) wurde 1658 am linken Ufer der Aare entdeckt, ging 1670 infolge einer Überschwemmung verloren und kam, als sie sich 1690 durch den von einem Flußinselchen aufsteigenden Dampf wieder zu erkennen gab, durch Abdämmung auf die rechte Seite. Vgl. Amsler, Bad S. (5. Aufl., Aarau 1871); v. Tymowsky, Der Schwefelkurort Bad S. (Brugg 1893); Lötscher, Schweizer Reise- u. Kuralmanach (14. Aufl., Zür. 1907).
 
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Schio (spr. ßkīo), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Vicenza, an den Eisenbahnlinien Vicenza-S., S.-Arsiero und S.-Torre, hat ein Gymnasium, bedeutende Schafwollspinnerei und -Weberei (insbes. der Unternehmung »Lanificio Rossi«), Marmorbrüche, Tonerdegruben und (1901) 8295 (als Gemeinde 13,494) Einw. Von S. führt westlich die Straße durch das schone Tal Vallarsa nach Rovereto.

 

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