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Schinkel bis Schinz (Bd. 6, Sp. 808 bis 809)
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Artikelverweis Schinkel, Dorf im preuß. Regbez. und Landkreis Osnabrück, hat eine Fabrik für Herstellung von Eisenkonstruktionen, ein Hartstein- und ein Kalkwerk und (1905) 5796 Einw. In der Nähe die Teufelsheide mit Hünengräbern.
 
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Schinkel, Karl Friedrich, Architekt und Maler, geb. 13. März 1781 in Neuruppin, gest. 9. Okt. 1811 in Berlin, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und in Berlin und widmete sich sodann unter Gilly, Vater und Sohn, dem Studium der Architektur. Als Friedrich Gilly 1800 starb, ward S. mit Fortführung der von diesem begonnenen architektonischen Arbeiten beauftragt; doch setzte er daneben auch das theoretische Studium der Bauwissenschaft auf der Bauakademie fort. Nach einer Reise nach Italien (180305), wo er in Sizilien auch zu landschaftlichen Studien veranlaßt wurde, sah er sich wegen der Zeitverhältnisse veranlaßt, sich der Landschaftsmalerei zu widmen. 1810 ward er Assessor in der neuerrichteten Baudeputation, 1811 Mitglied der königlichen Akademie in Berlin und 1820 Professor und Mitglied des akademischen Senats. Im Mai 1815 in die Stelle eines Geheimen Oberbaurats ausgerückt, wurde er 1819 Mitglied der technischen Deputation im Ministerium für Handel, Gewerbe und Bauwesen und 1839 Oberlandesbaudirektor; doch ward er bald darauf von einer Geisteskrankheit befallen, die ihm den Tod brachte. Der König ließ sein marmornes Standbild in der Vorhalle des von ihm erbauten Museums aufstellen. In Berlin wurde nun auch ein Denkmal vor der Bauakademie von Drake, in seiner Vaterstadt ein Denkmal von Wiese errichtet. Schinkels künstlerische Richtung war eine klassische, und zwar nahm er sich insbes. die griechischen Werke aus dem Zeitalter des Perikles zum Muster. Doch finden sich unter seinen Entwürfen nur wenige, in denen der griechische Baustil ohne Modifikationen angewandt ist, so die Seitengebäude des Potsdamer Tores in Berlin, dorische Prostyle von höchster Reinheit, während schon bei der Neuen Wache (181718), dann beim Alten Museum (182229) und vor allem beim Schauspielhaus (181821) in Berlin die griechischen Bauformen in eigentümlich freier Weise behandelt sind. Diesen Hauptwerken reihen sich an: der Umbau des alten Johanniterordenspalais in Berlin zu einem Palais für den Prinzen Karl, die Anlagen der alten Packhofsgebäude in Berlin, die Sternwarte, dann das Kasinogebäude in Potsdam, das Schloß Krzeskowice für den Grafen Potocki, das Schlößchen zu Glienicke bei Potsdam, d. is Gesellschaftshaus im Friedrich-Wilhelmsgarten bei Magdeburg, das Schlößchen Tegel und Charlottenhof bei Potsdam. Einige seiner Entwürfe zeigen Verwandtschaft mit dem Baustil der toskanischen Paläste des 15. Jahrh., so das 1906 abgerissene Palais des Grafen Redern in Berlin. Unmittelbar dem Bedürfnis angepaßt und doch im einzelnen ganz dem Ebenmaß der griechischen Architektur entsprechend, ist das in Backsteinrohbau ausgeführte Gebäude der frühern Bauakademie in Berlin (183235). Die Formen der englischen Gotik zeigt Schloß Babelsberg. Unter den Kirchenbauten Schinkels sind die in einem klassisch-modifizierten gotischen Stil erbaute Werdersche Kirche (1829), die Kirche in Moabit und die von Persius vollendete Nikolaikirche in Potsdam die bedeutendsten. Für die Mehrzahl seiner Kirchenpläne hat er die alten Basiliken zum Muster genommen, die meisten seiner Entwürfe sind aber nicht zur Ausführung gekommen. Dasselbe Schicksal hatte sein Plan zur Umwandlung der Akropolis von Athen zu einem griechischen Königspalast, ebenso wie der klassische Entwurf zur Villa Orianda in der Krim. Am konsequentesten tritt Schinkels klassische Richtung in seinen Entwürfen für rein monumentale Zwecke hervor. Eine hervorragende Stelle unter ihnen nehmen die für das (später von Rauch ausgeführte) Denkmal Friedrichs d. Gr. für Berlin ein. Andre beziehen sich auf die Ereignisse der Befreiungskriege, so das in Eisen gegossene Denkmal auf dem Kreuzberg und das Grabdenkmal Scharnhorsts auf dem Invalidenkirchhof in Berlin. Als Maler hat er nicht nur eine Reihe von Staffeleibildern, von denen die Blüte Griechenlands das berühmteste ist, sondern auch Panoramen (Rundbild von Palermo, die sieben Wunder der Welt), Dio ramen, zahlreiche Theaterdekorationen (zur »Zauberflöte« etc.) und die phantasievollen, die Urgeschichte der Menschheit schildernden Entwürfe zu den in der Vorhalle des Berliner Museums ausgeführten Wandmalereien geschaffen. Auch bei seinen landschaftlichen Darstellungen liebte er es, großartige Baulichkeiten mm Hauptgegenstand zu machen. Endlich war er von entscheidendem Einfluß auf die Kunstindustrie. Für die Arbeiten des Malers und des Stuckators, für die Ausführung gewirkter Teppiche sowie von Mobilien und Gerätschaften der mannigfachsten Art hat er eine große Anzahl höchst reizvoller klassischer Muster geliefert. Er ist der Begründer der neuklassischen Richtung der Architektur, die in Berlin durch seine Schüler in ausschließlicher Geltung blieb, bis zu Ende der 1860er Jahre die Herrsch. ist der Renaissance begann. Die kargen Mittel seiner Zeit haben ihn nicht zur vollen Entfaltung seiner Phantasie gelangen lassen; doch hat sich sein Gefühl für edle Harmonie und monumentale Wirkung auch bei ärmlichen Darstellungsmitteln zu voller Blüte entwickelt. Am 13. März jedes Jahres feiert der Berliner Architektenverein ein »Schinkelfest«. Schit Cels künstlerischer Nachlaß wird im Beuth-Schinkelmuseum der Technischen Hochschule in Charlottenburg aufbewahrt. Seine Entwürfe und Schriften sind in folgenden Sammlungen veröffentlicht: »Sammlung architektonischer Entwürfe« (Berl. 182037,28 Hefte; neue vollständige Ausg. 18571858, 174 Tafeln mit Text; Auswahl in 60 Tafeln); »Werke der höhern Baukunst«: Akropolis in Athen, 10 Tafeln, und Palast Orianda in der Krim, 15 Tafeln (Potsd. 184649; neue Ausg., Berl. 1873); »Grundlagen der praktischen Baukunst« (das. 1834, 2. Aufl.

[Bd. 6, Sp. 809]


1835, 2 Bde.). Schinkels »Sammlung von Möbelentwürfen« wurde herausgegeben von Lohde (Berl. 183537,16 Tafeln; neue Ausg. 1852). Vgl. »Aus Schinkels Nachlaß« (hrsg. von Wolzogen, Berl. 1862 bis 1864, 4 Bde.), die Charakteristiken Schinkels von Kugler (das. 1842), Bötticher (das. 1857), Quast (Neuruppin 1866), Waagen (in den »Kleinen Schriften«, Stuttg. 1875), Dohme (in »Kunst und Künstler des 19. Jahrh.«, Leipz. 1882); Ziller, Schinkel (Bielef. 1897); Tuckermann, Schinkels literarische Tätigkeit (Berl. 1879); Krätschel, S. in seinem Verhältnis zur gotischen Baukunst (das. 1892).
 
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Schinken, die gepökelten und dann geräucherten Keulen u. Schultern (Vorderschinken) der Schweine. Die besten deutschen S. liefern Westfalen, Braunschweig, Mainz (in Frankreich allgemeine Bezeichnung für deutschen S.: jambon de Mayence), Thüringen, Holstein, Ostfriesland, Mecklenburg und Pommern. In Frankreich sind berühmt die S. von Bayonne, Mezin, Longwy; in Österreich die Prager S.; in England die S. von Smithfield, Westmoreland und Irland; in Italien die Bologneser und Florentiner. Mit Lachsschinken bezeichnet man das wenig gepökelte und leichtgeräucherte Rückenfleisch. Schinkenwurst ist zusammengerolltes, in Därme gestopftes, leichtgepökeltes und geräuchertes Kammfleisch.
 
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Schinkenmilz, s. Meyers Milzkrankheiten.
 
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Schinkenmuschel (Perna Brug.), Gattung der Vogelmuscheln (Aviculidae), Muscheln mit fast gleichklappigen, zusammengedrückten, unregelmäßig rundlichen oder vierseitigen, außen blätterigen Schalen und breitem. geradlinigem Schloßrand. Die 18 lebenden Arten finden sich in den wärmern Meeren, 30 fossile Arten von der Trias an. Die Husarentasche (P. ephippium Stol.), etwa 12 cm hoch, mit scharfrandiger, weißer bis violetter Schale, lebt im Indischen Ozean. P. obliqua Lam., 8 cm hoch, an der Westküste von Südamerika, wird gegessen.
 
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Schinnen (Pityriasis furfuracea capillitii), lose Schüppchen auf der Kopfhaut, aus dem eingetrockneten Talg der Talgdrüsen der Kopfhaut bestehend (s. Meyers Haarkrankheiten). Auch soviel wie Meyers Kleienflechte (s. d.).
 
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Schinopsis Engl. (Quebrachia Griseb.), Gattung der Anakardiazeen, Bäume mit in der Jugend weichhaarigen, später kahlen Zweigen, einfachen oder meist vielpaarig gefiederten Blättern, schmal geflügelten Blattstielen, kleinen, fast sitzenden oder gestielten Blüten in zusammengesetzten Rispen und länglichen, beilförmigen, geflügelten Früchten. Fünf Arten in Südamerika, die ein außerordentlich hartes. rötliches Kernholz (Quebracho colorado) besitzen. Besonders geschätzt ist das Holz von S. Balansae Engl. in Uferwäldern Paraguays und von S. Lorentzii Engl. in Argentinien (s. Tafel Meyers »Gerbmaterialien liefernde Pflanzen«, Fig. 6, und Text). Vgl. auch Quebracho.
 
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Schinsengwurzel (Ginsengwurzel), s. Meyers Panax.
 
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Schintoismus (Shintoismus), die Religion der Japaner, s. Meyers Japan, S. 177.
 
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Schinus L., Gattung der Anakardiazeen, Sträucher oder Halbsträucher mit dünnen, dicht beblätterten Zweigen, einfachen oder unpaarig gefiederten Blättern, oft geflügelten Blattstielen, kleinen weißlichen Blüten in Rispen oder Scheintrauben und erbsengroßen, kugeligen Steinfrüchten. Etwa 12 Arten, hauptsächlich in Südamerika. S. Molle L. (Peruanischer Pfefferbaum, Molle, Aroeira), Strauch mit stark aromatischen, gefiederten Blättern, weißen Blüten und rötlichen Beeren, wächst in den Anden von Mexiko bis Chile, auch im südlichen Brasilien und in Uruguay, wird auch vielfach in subtropischen Ländern und im Mittelmeergebiet angepflanzt und bei uns als Kalthauspflanze kultiviert. In Mexiko züchtet man auf dem Strauch eine Schildlaus zur Gewinnung von Meyers Age (s. d.). Das aus der Rinde ausschwitzende Harz (amerikanischer Mastix) dient als Abführmittel, der Saft der Zweige zum Konservieren von Tauwerk, Rinde und Blätter werden arzneilich benutzt, die Blätter auch zum Gelbfärben, aus den Früchten wird Sirup, Essig und ein angenehmes Getränk bereitet.
 
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Schinz, Hans, Botaniker geb. 6. Dez. 1858 in Zürich, war zuerst Kaufmann, studierte dann Botanik in Zürich und Berlin, machte eine Reise in den Orient, beteiligte sich 1884 an einer von Lüderitz nach den neuerworbenen Gebieten in Südwestafrika ausgesandten Expedition und erforschte im Anschluß an diese selbständig 188587 das Nama-, Herero- und Amboland. Er habilitierte sich 1889 in Zürich und wurde 1892 außerordentlicher, 1895 ordentlicher Professor daselbst und Direktor des Botanischen Gartens. Er schrieb: »Untersuchungen über den Mechanismus des Aufspringens der Sporangien und Pollensäcke« (Zürich 1883); »Exploration dans le Sud-Ouest de l'Afrique« (Genf 1887); »Beiträge zur Kenntnis der Flora von Deutsch-Südwestafrika« (Berl. u. Zürich 188897); »Deutsch-Südwestafrika. Forschungsreisen« (Oldenb. 1891); »Zur Kenntnis der Pflanzenwelt der Delagoabai« (1899 u. 1903) u. a.; mit Durand: »Conspectus florae Africae« (zuerst Bd. 5, Brüssel 1895) und »Etudes sur la flore de l'Etat indépendant du Congo« (das. 1896): mit R. Keller: »Flora der Schweiz« (2. Aufl., Zürich 1905, 2 Tle.). Seit 1893 gibt er die »Mitteilungen des Botanischen Museums der Universität Zürich« heraus.

 

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