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Schimmel bis Schimonoseki (Bd. 6, Sp. 805)
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Artikelverweis Schimmel, ein Pferd mit weißer Haarfarbe.
 
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Schimmel, Hendrik Jan, niederländ. Dichter und Schriftsteller, geb. 30. Juni 1824 in's Graveland, war erst in Handelsgeschäften tätig, später Direktor des Niederländischen Kreditvereins und lebt jetzt im Ruhestand zu Bussum. Er trat zuerst als Bühnendichter auf; sein erstes Drama war »Twee Tudors« (1847), dem 1847 »Joan Woutersz«, 1848 »Goudebald«, 1849 »Giovanni di Procida«, 1851 »Napoleon Buonaparte, eerste konsul«, 1868 »Struensee«, 1878 »Juffrouw Bos« folgten. Alle diese Dramen wurden mit Beifall aufgenommen und erschienen gesammelt mit andern u. d. T.: »Dramatische poezij« (1885, 3 Bde.). Ferner gab S. »Verspreide gedichten« (1852, 2. Aufl. 1874) heraus. 1855 erschienen von ihm »Sprokenen Vertellingen«; dann folgte eine Reihe meist historischer Romane: »Een Haagsche Joffer« (1856), »Mary Hollis« (1860), »Mylady Carlisle« (1864), »Sinjeur Semeyns« (1873), »Verzoend« (1882), »De Kaptein van de Lijfgarde« (1888). Janten Brink schrieb seine Biographie.
 
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Schimmelantilope (Blaubock), s. Meyers Antilopen, S. 578.
 
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Schimmelfichte (Weißfichte), s. Meyers Fichte, S. 538.
 
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Schimmelmann, 1) Heinrich Karl, Graf von, dän. Staatsmann, geb. 13. Juli 1724 in Demmin (Pommern), gest. 15. Febr. 1782, erwarb in Dresden als Kaufmann, Pächter der kursächsischen Generalakzise und Lieferant Friedrichs d. Gr. im Siebenjährigen Krieg ein beträchtliches Vermögen. Seit 1759 Inhaber eines Hamburger Handlungshauses, trat er 1761 als Generalkommerzintendant in den Dienst Dänemarks, dessen Finanzen er seit 1764 (ausgenommen 177072) mit fast unumschränkter Gewalt leitete, und wurde 1762 in den Freiherren-, 1779 in den. Grafenstand erhoben. Er hinterließ ein großes Vermögen sowie Güterkomplexe in Holstein (Ahrensburg und Wandsbeck) und Jütland (Lindenborg).
   2) Heinrich Ernst, Graf von, dän. Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 4. Dez. 1747 in Dresden, gest. 9. Febr. 1831 in Kopenhagen, trat 1773 in den dänischen Staatsdienst und war 17841813 Finanz- und Handelsminister, seit 1824 Minister des Auswärtigen. Ein begeisterter Verehrer der Kunst, Wissenschaft u. Literatur, zahlte er, mit Prinz Friedrich Christian von Augustenburg, 179194 Schiller jährlich 1000 Tlr. (3600 Mk.), die dem kranken Dichter die Genesung ermöglichten (vgl. Schiller, S. 798).
 
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Schimmelpenninck, Rutger Jan, niederländ. Staatsmann, geb. 31. Okt. 1765 in Deventer, gest. 25. März 1825, wurde in Amsterdam Rechtsanwalt. Schon um 1785 als hervorragender Patriot (s. Meyers Patrioten) bekannt, wurde er 1795 Mitglied der Amsterdamer Stadtmagistratur, bezeugte in der batavischen Nationalversammlung gemäßigte Ansichten, ging 1798 als Gesandter nach Paris, 1801 nach London und vertrat die Republik zu Amiens (1802). Danach Botschafter in Paris, gewann er Napoleons I. Vertrauen und trat nach der Einführung der neuen Konstitution (5. April 1805) als Ratpensionär an die Spitze der Batavischen Republik. Er rief manche gute Einrichtung, besonders in Unterrichtssachen, ins Leben; aber seine langwierige Augenkrankheit wurde von Napoleon benutzt, um Ludwig Bonaparte zum König vorzuschlagen (1806). 1810 erhob ihn Napoleon zum Grafen und Senator. Bei der Bildung des Königreichs der Niederlande wurde er zum Mitglied der Ersten Kammer ernannt. Vgl. »Rutger Jan S. en zyn tyd« (Haag 1845, 2 Bde.).
 
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Schimmelpfeng, W., Auskunftei, s. Meyers Auskunft.
 
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Schimmelpilze, s. Meyers Schimmel.
 
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Schimmelreiter, im deutschen Volksglauben soviel wie Wotan. Die Sage vom S. hat Th. Storm in einer bekannten Novelle verwertet.
 
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Schimmritzberg, s. Meyers Pommern, S. 134.
 
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Schimonoseki (Simonoseki, Bakan, früher Akamagaseki), Hafenstadt an der Südwestspitze der japan. Insel Hondo, an der diese Insel von Kiusiu trennenden schmalen Schimonosekistraße, gegenüber dem Hafen Meyers Moji (s. d.) auf Kiusiu, Endpunkt der von Tokio aus die ganze Südküste von Hondo begleitenden Eisenbahn, zieht sich in einer langen Straße zwischen einer steilen, dichtbewaldeten Hügel reihe und dem Meere hin und hat (1903) 46,285 Einw. Der durch drei Leuchttürme gesicherte treffliche Hafen ist seit 1889 dem Fremdhandel geöffnet. 1901 waren je eine deutsche, englische und englisch-japanische Firma in S. tätig. Die Einfuhr (Zucker, Bohnen etc.) betrug 19004,969,880, die Ausfuhr (Kohlen, Reis etc.) 6,591,916 Jen, der Schiffsverkehr 1004 Schiffe (27 deutsche) von 1,034,955 Ton. Infolge des feindlichen Verhaltens der Bevölkerung wurde die Stadt 1864 durch englische, holländische, französische und nordamerikanische Schiffe bombardiert und zum großen Teil zerstört. Am 17. April 1895 wurde hier der Friede zwischen China und Japan abgeschlossen (s. Meyers Japan, S. 191).

 

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