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Schillingsfürst bis Schimabara (Bd. 6, Sp. 803 bis 804)
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Artikelverweis Schillingsfürst, Flecken im bayr. Regbez. Mittelfranken, Bezirksamt Rothenburg a. T., auf einer Anhöhe der Frankenhöhe und am Ursprung der Wörnitz, 543 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine kath. Mädchenerziehungsanstalt, eine Korbflechtschule, ein evang. Mädchenrettungshaus, Amtsgericht, Seidenbandweberei, Korbflechterei, eine Pinselfabrik, Bierbrauerei, bedeutende Viehzucht und (1905) 1600 meist evang. Einwohner. Dabei das Bergschloß S. des Fürsten von Hohenlohe-S. mit Mausoleum.
 
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Schillingsgüter, s. Meyers Bauerngut, S. 462.
 
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Schillong, Ort in Britisch-Indien, s. Meyers Shillong.
 
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Schilluk (Singular: Schilkawi), Negervolk in Afrika, am Westufer des Weißen Nils, zwischen 11 und 9° nördl. Br. Von ihren ursprünglichen Sitzen am Sobat verdrängt, sind sie jetzt die nördlichsten Neger des Niltales. Im N. bis zum Bahr el Ghazal wohnen die eigentlichen S., am Bahr el Ghazal und Tondsch die Dschur und Dembo, eine Enklave im Dinkavolk, weiter südlich, von den Dinka durch die ganze Breite des Bongolandes getrennt und bereits an die Niam-Niam grenzend, die Belanda. In etwa 3000 Dörfern wohnend, sollen sie 1 Mill. stark sein. Von dunkler Hautfarbe und kraushaarig, erscheinen ihre Gesichtszüge nicht ausgeprägt negerhaft; sie reihen sich nach Schweinfurth den edlern Rassen Zentralafrikas an. Gegen ihre Nachbarn nur mäßig groß, bedecken sie ihren Körper mit einer Aschenschicht, frisieren ihr Haar in künstlicher Weise, brechen die untern Schneidezähne aus und stecken in Ober- und Unterlippe Quarzstücke. Schambedeckung fehlt den Männern, die Weiber tragen einen Lendenschurz von Fell. Beschneidung und Tättowierung kommen nicht vor. Ihre Sprache, nahe mit den andern Meyers Nilsprachen (s. d.) verwandt, kennt mit den hamitischen die Unterscheidung von zwei Geschlechtern. Die S., mit ihren Nachbarn beständig auf Kriegsfuß, treiben zugleich Ackerbau (Sesam, Durra,

[Bd. 6, Sp. 804]


Bohnen, Tabak) und Viehzucht, daneben Jagd und Fischfang (Einbäume). Doch leben sie vornehmlich vom Ertrag ihrer Herden. Sie bildeten ursprünglich einen selbständigen Staat, an dessen Spitze ein despotischer König (Bondu) stand, der zu Denab, später zu Faschoda residierte. Von den Ägyptern 1861 unterworfen und häufig bedrückt, erlangten sie durch den Aufstand des Mahdi ihre Unabhängigkeit; mit dessen Niederwerfung durch die englisch-ägyptische Armee 189899 (s. Meyers Ägypten, S. 200) ging ihr Gebiet in das zu Ägypten gehörige Territorium des Sudân über, und zwar gehört es zum Gouvernement (Mohafza) Obernil (früher Faschoda). Vgl. Schweinfurth, Im Herzen von Afrika (neue Ausg., Leipz. 1878).
 
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Schilparĭo (spr. ßkil-), ital. Dorf, s. Meyers Dezzo.
 
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Schiltach, Stadt im bad. Kreis Offenburg, Amt Wolfach, im Schwarzwald, an der Mündung des Flusses S. in die Kinzig, Knotenpunkt der badischen, bez. württembergischen Staatsbahnlinien Hausach-S., Hochdorf-S. und S.-Schramberg, 332 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Tuch- und Lodenfabrikation, Sägewerke, Imprägnieranstalt, Holzhandel, Flößerei und (1905) 1860 meist evang. Einwohner. S. kam 1810 von Württemberg an Baden.
 
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Schiltberger, Hans, aus München, kam 1395 als Kriegsgefangener nach Persien und Turkistan und ward nach seiner Rückkehr Kämmerer des Herzogs Albrecht von Bayern. Die Beschreibung seiner Reisen und Abenteuer, 13941527, (Ulm 1473; neue Ausg. von Neumann, Münch. 1859; von Langmantel, Stuttg. 1885, Literarischer Verein) war im 15. und 16. Jahrh. ein sehr beliebtes Buch.
 
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Schiltigheim (Schilken), Dorf und Kantonshauptort im deutschen Bezirk Unterelsaß, Landkreis Straßburg, an der Ill und einer Verbindung derselben mit dem Rhein-Marnekanal, Knotenpunkt der Eisenbahn Straßburg-S. und der Schiltigheimer Industriebahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Amtsgericht, eine Gänsebörse, Fabrikation von Schaumwein, Konserven, Wachsleinwand, Ornamenten, Kalksandstein, Maschinen, Seife, Posamenten, Bürsten, Papierwaren, Dachpappe, Möbeln, Zigarren, Schuhwaren, Parkettböden, Bierbrauerei, Küferei und Mälzerei, Ziegel- und Gipsbrennerei, Gänsemästerei, Holz- und Weinhandel und (1905) 14,310 meist evang. Einwohner. S. kam 1501 an Straßburg und hängt mit den großen Dörfern Meyers Bischheim (s. d.) und Meyers Hönheim (s. d.) zusammen.
 
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Schilwa (Kilwa), See, s. Meyers Schirwa.
 
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Schilzburg, Schloß, s. Meyers Hayingen 1).
 
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Schimabara, Stadt an der Westküste der japan. Insel Kiushiu, am Golf von S., auf der Ostküste einer durch einen schmalen Isthmus mit dem Hauptland verbundenen Halbinsel, halbwegs zwischen Nagasaki und Kumamotu, mit 20,000 Einw. S. ist bekannt durch den letzten Kampf der japanischen Christen im 17. Jahrh. Etwas südwestlich erhebt sich der tätige Vulkan Unzentake (1483 m)

 

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