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Schildblume bis Schildesfuß (Bd. 6, Sp. 789 bis 790)
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Artikelverweis Schildblume, s. Chelone.
 
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Schildbogen, s. Meyers Bogen, S. 137, und Gewölbe, S. 811.
 
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Schildbürger, s. Meyers Lalenbuch.
 
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Schildchen (Scutellum), s. Meyers Schild, S. 789.
 
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Schilddrüse (Glandula thyreoidea), bei allen erwachsenen Wirbeltieren, mit Ausnahme der Leptokardier, eine geschlossene Drüse in der Halsgegend. Beim Menschen (s. Tafel Meyers »Eingeweide des Menschen I«, Fig. 2) liegt sie dicht vor dem Bogen des Ringknorpels und dem obern Ende der Luftröhre, mit der sie durch straffes Zellgewebe verbunden ist. Sie ist rötlichbraun, sehr reich an Blutgefäßen, hat beim Erwachsenen ungefähr den Umfang eines Hühnereies, ein Gewicht von reichlich 30 g und die Gestalt eines mit seinen Hörnern nach oben gerichteten Halbmondes. Aus vergleichend-anatomischen Untersuchungen ergibt sich, daß sie ein rudimentäres Organ vorstellt. Im Embryo entsteht sie als ein Fortsatz der Schlundhöhle, der indessen sich rasch davon abschließt und zur Drüse ausbildet. Diese ist unpaar oder paar; im letztern Fall werden die beiden Massen oft durch eine Querbrücke (isthmus) miteinander verbunden, so beim Menschen. Die physiologische Bedeutung der S. ist noch nicht klargestellt. Das Absonderungsprodukt der S. ist eine sehr eiweißreiche Substanz (Kolloid), die in die Lymphgefäße ergossen wird und aus ihnen in das Blut zu gelangen scheint. Fortnahme der Drüse hat bei Tieren schwere Krankheitserscheinungen zur Folge, die mit den Symptomen einer Vergiftung Ähnlichkeit haben: Störungen in der Empfindung, Muskelsteifigkeit, abnorme Herz- und Atemtätigkeit, Krämpfe, schließlich Tod. Beim Menschen treten nach völliger Ausrottung der S. (bei der Kropfoperation) ähnliche Erscheinungen, hauptsächlich auch psychische Störungen (Verblödung) ein (kachexia strumipriva). Bleibt ein, wenn auch nur kleiner Teil der Drüse erhalten, so fehlen diese Symptome. Sie ähneln auffallend dem Kretinismus und dem Myxödem (s. d.), Krankheitszuständen, bei denen Ausbildung und Funktion der S. mangelhaft ist. Eine abnorm starke oder krankhaft veränderte Funktion der S. liegt wohl der Basedowschen Krankheit zugrunde. Hierbei besteht die Funktion der Drüse in der Absonderung einer Substanz, die, in das Blut aufgenommen, dem Körper unentbehrlich ist. Baumann hat als solche eine Jodverbindung entdeckt, das Thyreojodin (Jodothyrin). Gibt man Kranken mit entarteter S. oder nach ihrer operativen Entfernung frische Schilddrüsensubstanz von Tieren oder aus solcher hergestelltes Thyreojodin, so erzielt man überraschende Heilwirkungen. Bei an Basedowscher Krankheit Leidenden hat man durch operative Entfernung eines Teiles der vergrößerten S. gute Resultate erzielt. Da das Thyreojodin eine Steigerung des Stoffwechsels erzeugt, so hat man es auch gegen Fettsucht angewendet, doch ist hierbei große Vorsicht ratsam. Die Kenntnis der Wirkungen der S. war der Ausgangspunkt für die Entwickelung der neuern Meyers Organtherapie (s. d.). Vgl. Oswald, Über die chemische Beschaffenheit und die Funktionen der S. (Straßb. 1901); Lindstädt, Neuere Forschungen über die Verrichtung der S. (2. Aufl., Berl. 1904).
 
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Schilder, Nikolaj Karlowitsch, russ. Militärschriftsteller und Historiker, geb. 21. Mai 1842, gest. 19. April 1902 in Petersburg, war 1857 und 18631879 Gefährte Totlebens, im Türkenkriege 1877/78 erhielt er den goldenen Degen für Tapferkeit. 1879 bis 1886 war er Direktor des Nikolai-Waisenhauses in Gatschina, 188699 Direktor der Nikolai-Ingenieurschule und wurde 1899 zum Direktor der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek in St. Petersburg ernannt. Seine Arbeiten umfassen besonders die Periode

[Bd. 6, Sp. 790]


von Katharina II. bis Nikolaus I. Seine Hauptwerke sind: »Das Leben und die Tätigkeit des Grafen Totleben« (Petersb. 188586, 2 Bde.), die »Materialien zur Geschichte Alexanders I.« (das. 189698, 3 Bde.) und die Biographien Pauls I. (das. 1901) und Nikolaus' I. (1. Bd., 1903). Er hinterließ außer einer vierbändigen handschriftlichen Biographie Nikolaus' I. wertvolle Manuskripte, die er zum Teil wegen Zensurschwierigkeiten nicht veröffentlichen konnte.
 
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Schilderbent, Vereinigung niederländ. Maler, die aus Raffaels Zeit herrühren soll und namentlich im 16. Jahrh. in Rom blühte. Ursprünglich war sie zum Zwecke gegenseitiger Förderung in Kunst und Leben geschlossen worden. Der Versammlungsort war ein Gasthaus in der Nähe der Bäder des Diokletian. Jedes Mitglied erhielt einen Bentnamen unter allerlei absonderlichen Taufzeremonien. Nachdem die Zusammenkünfte schon geraume Zeit in wilde Bacchanalien ausgeartet waren, machte Papst Clemens XI. dem Verein 1720 durch strenges Verbot ein Ende.
 
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Schilderblau, s. Meyers Kastenblau.
 
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Schilderhaus, enges Häuschen zum Schutz der Schildwache (Posten) bei schlechtem Wetter.
 
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Schildesche, Dorf im preuß. Regbez. Minden, Landkreis Bielefeld, an der Aa, Knotenpunkt der Kleinbahnlinien Bielefeld-Enger und S.-Werther i. W., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Präparandenanstalt, ein Rettungshaus, bedeutende Leinweberei, ein Elektrizitätswerk, Leinwand-, Wurst- und Schinkenhandel und (1905) 7665 meist evang. Einwohner. Dabei die Bauerschaft S. mit 2892 Ein w. und in der Nähe ein Eisenbahnviadukt über das Tal der Aa mit 28 Bogen.
 
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Schildesfuß und Schildeshaupt, in der Heraldik, s. Meyers Heroldsfiguren.

 

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