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Schiffsmannschaft bis Schiffspart (Bd. 6, Sp. 782 bis 783)
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Artikelverweis Schiffsmannschaft, Bezeichnung für die Gesamtheit der für den niedern Schiffsdienst an gestellten Personen. Auf Seefahrzeugen gehören zur S. alle zum Dienst auf dem Schiffe während der Fahrt auf

[Bd. 6, Sp. 783]


Rechnung des Reeders angestellten männlichen oder weiblichen Personen ohne Rücksicht auf die Anmusterung, mit Ausnahme des Schiffsführers (Kapitäns), der Schiffsoffiziere und der Lotsen (§ 2 der Seemannsordnung). Zu den Schiffsoffizieren im Sinne der Seemannsordnung gehören diejenigen zur Unterstützung des Kapitäns in der Schiffsführung bestimmten Angestellten, die eines staatlichen Befähigungsnachweises bedürfen, wie die Seesteuerleute und Seedampfschiffsmaschinisten. Als Schiffsmann darf nur aufgenommen werden, wer über Namen, Geburtsort und Alter vor einem Seemannsamt sich ausgewiesen und von diesem ein Meyers Seefahrtsbuch (s. d.) ausgefertigt erhalten hat. Die Indienstnahme eines Schiffsmannes erfolgt durch die sogen. Anmusterung. Das dadurch entstandene Vertragsverhältnis regelt der Meyers Heuervertrag (s. d.). Über die Stellenvermittelung für Schiffsleute s. Stellenvermittelung. Der Schiffsmann untersteht der Disziplinargewalt des Schiffsführers und hat dessen Anordnungen sowie denen der Schiffsoffiziere und sonstigen Dienstvorgesetzten unweigerlich zu folgen. Erkrankt er nach Anmusterung oder Dienstantritt, so trägt der Reeder die Kosten der Heilung und Verpflegung, eventuell hat er sogar die Beerdigungskosten zu tragen. Auf Binnenschiffen gehören zur S. alle zum Schiffahrtsdienst auf dem Schiff angestellten Personen mit Ausnahme des Schiffsführers und des Zwangslotsen, also insbes. auch die Steuerleute, Maschinisten, Heizer, Bootsleute, Matrosen, Schiffsknechte und Schiffsjungen. Bei der Seeschiffahrt werden die Rechtsverhältnisse der S. durch die Seemansordnung, bei der Binnenschiffahrt durch die Gewerbeordnung sowie durch § 22 ff. des Binnenschiffahrtsgesetzes geregelt.
 
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Schiffsmaschine, im engern Sinne die Schiffsdampfmaschine (s. Tafel Meyers »Dampfmaschine III«, S. II, und »Dampfschiff«, S. 463 f.), im weitern Sinne jede zur Fortbewegung eines Schiffes dienende Kraftmaschine. Für Boote werden bei kleinern Leistungen häufig Benzin-, Petroleum- und Spiritusmotoren benutzt (s. Meyers Motorboote und Meyers Petroleumkraftmaschine). Neuerdings ist durch Capitaine auch die Gaskraftmaschine zum Schiffsbetrieb brauchbar gestaltet worden. Das zum Betrieb der Schiffsgasmaschine nötige Gas wird aus Anthrazit oder Koks wie bei den Sauggasanlagen (s. Tafel Meyers »Gaskraftmaschinen II«, S. II) in einem den besondern Betriebsverhältnissen angepaßten Generator erzeugt.
 
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Schiffsmaschinenbauschule, eine gewerbliche Lehranstalt in Kiel zur Heranbildung von Technikern, speziell für den Schiffsmaschinenbau. Die Schule ist wie eine höhere, preußische Maschinenbauschule organisiert, nur ist der Lehrplan mehr den besondern Zielen angepaßt, z. B. ist die Baukonstruktionslehre durch Schiffbaukunde ersetzt worden. Vgl. Jakobi, Die königl. preußischen Maschinenbauschulen (Berl. 1905).
 
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Schiffsmaschinistenschulen, s. Meyers Maschinistenschulen.
 
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Schiffsmeister, ein Binnenschiffer mit größerm Gewerbebetrieb.
 
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Schiffsmeßbrief, s. Meyers Schiffsvermessung.
 
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Schiffsmumme, s. Meyers Braunschweiger Mumme.
 
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Schiffsmünzen, kantig gehauene Piaster und größere Teilstücke, die auf der Silberflotte unterwegs oder wahrscheinlicher in Amerika angefertigt waren.
 
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Schiffsoffizier, s. Meyers Schiffsmannschaft.
 
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Schiffspapiere (Papiers de bord, Lettres de mer), Urkunden, die an Bord eines Schiffes zum Ausweis für Schiff, Besatzung und Ladung zu führen sind. Sie sind namentlich zum Nachweis der Nationalität und im Seekrieg zur Feststellung der Neutralität notwendig. Wesentlich sind das Schiffszertifikat, der Schiffsbrief (s. Meyers Schiffsregister), der Meßbrief (s. Meyers Schiffsvermessung) und das Meyers Schiffsjournal (s. d.). Die Seemannsordnung schreibt in den § 14 ff. ferner die Mitführung der Musterrolle vor, die von den Seemannsämtern auszustellen ist und Namen und Nationalität des Schiffes, Namen und Wohnort das Schiffers, Namen, Wohnort und dienstliche Stellung jedes Schiffsmannes und die Bestimmungen des Heuervertrages enthalten muß. Außerdem werden aber auch der Gesundheitspaß, wo ein solcher erforderlich ist, die Meyers Chartepartie (s. d.), Meyers Konnossemente (s. d.) u. dgl. als S. bezeichnet.
 
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Schiffspart, der Anteil eines Mitreeders an dem gemeinschaftlichen Schiff. Ein Mitreeder kann mehrere Parten besitzen. Dieselben sind veräußerlich und vererblich (vgl. Handelsgesetzbuch, § 474 ff., 491,502 ff., 507). Vgl. Reeder.

 

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