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Schiel bis Schienenherzstück (Bd. 6, Sp. 756 bis 757)
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Artikelverweis Schiel, Fisch, s. Meyers Sander.
 
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Schiele, Friedrich Michael, prot. Theolog, geb. 11. Nov. 1867 in Zeitz, war 18901900 Seminaroberlehrer in Schlüchtern und Ottweiler, lebte dann als Privatgelehrter in Ilfeld, seit 1901 in Marburg, seit 1906 in Tübingen. Er schrieb: »Religion und Schule« (Tübing. 1906), veröffentlichte eine kritische Ausgabe von »Schleiermachers Monologen« (Leipz. 1902) und gab 190007 die »Philosophische Bibliothek«, seit 1903 die »Chronik der christlichen Welt«, seit 1904 die »Religionsgeschichtlichen Volksbücher« heraus.
 
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Schielen (Strabismus), eine Störung in der Assoziation der Augenbewegungen, bei der nur das eine Auge sich auf einen zu fixierenden Punkt einstellt, während das andre an diesem Punkt vorbeisieht. Je nachdem die Blicklinie des schielenden Auges vor, hinter, über oder unter dem zu fixierenden, Punkte vorbeischießt, besteht S. nach innen (S. convergens) oder nach außen (S. divergens), nach oben (S. sursum vergens) oder nach unten (S. deorsum vergens). Wegen dieser Abweichung der Blicklinie des schielenden Auges von der Richtung des fixierenden Auges fallen die Bilder ein und desselben Gegenstandes nicht auf gleichwertige Netzhautstellen: es besteht deshalb sehr oft Doppeltsehen, namentlich beim erworbenen S. Bei angebornem S. oder bei S., das in frühester Kindheit aufgetreten ist, fehlt das Doppeltsehen fast immer. Ein Schielender, der doppelt sieht, ist sehr oft im Zweifel über die wahre Lage der Objekte, ebenso entgeht ihm der Vorteil des stereoskopischen Sehens und der Schätzung von Entfernungen. Man unterscheidet zwei Arten des Schielens: das unbewegliche S. (Lähmungsschielen, S. paralyticus) und das bewegliche S. (S. concomitans). Bei ersterm ist das schielende Auge infolge einer Lähmung der betreffenden Augenmuskeln ganz unbeweglich nach einer bestimmten Richtung gewandt, oder es kann nur noch einen Teil der normalen Bewegungen ausführen. Die Ursachen dieser Lähmungen sind sehr mannigfaltig: Krankheiten des Gehirns, der Nerven, aber auch Diphtherie, Diabetes, Rheumatismus, Vergiftungen, Verletzungen kommen in Betracht. Auch kommen Lähmungen der Augenmuskeln angeboren vor. Beim beweglichen (konkomittierenden) S. ist die Beweglichkeit des abgelenkten Auges nicht gestört, es kann vielmehr allen Bewegungen des gesunden Auges folgen, freilich immer dabei in seiner abgelenkten Stellung bleibend (S. monolateralis). Dabei kann bei

[Bd. 6, Sp. 757]


gewissen Blickrichtungen das bisher schielende Auge die Fixation übernehmen, dafür tritt dann das bisher fixierende Auge in Schielstellung (S. alternans, Wechselschielen). Das konkomittierende S. ist zumeist Folge einer Refraktionsanomalie, von Übersichtigkeit oder Kurzsichtigkeit. Durch Korrektion dieser Anomalien durch geeignete Brillen kann, namentlich im Beginn des konkomittierenden Schielens, eine Beseitigung erzielt werden; andernfalls bleibt nur die Schieloperation übrig, ein gänzlich ungefährlicher Eingriff, der in kurzer Zeit das Leiden beseitigt. Bleibt ein Auge dauernd in Schielstellung, so wird es nach und nach immer schwachsichtiger (Amblyopsie aus Nichtgebrauch). Die Behandlung des Lähmungsschielens hat zunächst die Ursache der Lähmung zu berücksichtigen und zu beseitigen, eventuell kommt dann auch hier die Schieloperation in Frage. Vgl. Schweigger, Klinische Untersuchungen über das S. (Berl. 1881) und Die Erfolge der Schieloperation (Wiesb. 1895); Alfred Gräfe, Motilitätsstörungen des Auges (in Gräfe-Sämisch, Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 2. Aufl., Leipz. 1898) und Snellen u. a., Operationslehre (ebenda 1902 f.); Worth, Das S. (deutsch, Berl. 1904); Schoen, Das S. (Münch. 1906).
 
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Schiemann, Theodor, balt. Historiker, geb. 17. Juli 1847 in Grobin (Kurland), studierte in Dorpat und Göttingen, war 187583 Oberlehrer in Fellin (Livland), 188387 Stadtarchivar in Reval, habilitierte sich 1887 an der Universität Berlin und wurde 1900 ordentlicher Professor; er lehrte seit 1888 auch an der Kriegsakademie und war zugleich 188992 Archivar am Geheimen Staatsarchiv. Er schrieb: »Charakterköpfe und Sittenbilder aus der baltischen Geschichte des 16. Jahrhunderts« (Mitau 1876); »Revals Beziehungen zu Riga und Rußland in den Jahren 14831505« (Reval 1885); »Geschichte Rußlands, Livlands und Polens« (in Onckens »Allgemeiner Geschichte«, Berl. 188589, 2 Bde.); »Historische Darstellungen und archivalische Studien« (Reval 1886); »Viktor Hehn, ein Lebensbild« (Berl. 1894); »Heinrich v. Treitschkes Lehr- und Wanderjahre« (2. Aufl., Münch. 1898); »Deutschland und die große Politik« (Berl. 190107, 6 Bde.; eine Sammlung der Wochenrundschauen in der Kreuzzeitung); »Die Ermordung Pauls und die Thronbesteigung Nikolaus' I.« (das. 1902, 2. Aufl. 1906); »Geschichte Rußlands unter Kaiser Nikolaus I.« (das. 1904, Bd. 1). Aus Hehns Nachlaß veröffentlichte er: »De moribus Ruthenorum, Tagebuchblätter aus den Jahren 18571873« (Berl. 1892); »Reisebilder aus Italien und Frankreich« (das. 1894) und »Über Goethes Hermann und Dorothea« (mit Leitzmann, 2. Aufl., Stuttg. 1893); ferner gab er die »Bibliothek russischer Denkwürdigkeiten« (das. 189395, 7 Bde.) heraus.
 
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Schiemannen, das Ausbessern der Takelung oder die Verarbeitung von Tauwerk zu Flechtwerk, Matten, künstlichen Knoten, Splissungen etc.
 
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Schiemannsgarn, aus 29 Kabelgarnen gedrehtes Garn oder dünnes Tau.
 
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Schienbein, s. Meyers Bein und Platyknemie. Bei den großen Haustieren nennt man S. mißbräuchlich auch den langen Mittelfußknochen.
 
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Schiene, in der Chirurgie, s. Meyers Verband.
 
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Schienen, Stäbe und Streifen aus Metall oder Holz, dienen z. B. als Messer in der Holländerwalze (s. Meyers Papier, S. 390), zur Anfertigung von Goldreifen, zu Korb- und Siebmacherarbeiten, Holzgeweben, namentlich zu Fahrbahnen (s. Meyers Eisenbahnbau [Oberbau] und Straßenbahnen).
 
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Schienenbrüche, s. Meyers Eisenbahnunfälle.
 
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Schienenherzstück, s. Meyers Gleiskreuzung.

 

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